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Kanada & Alaska 2007

Das Motto unserer zweimonatigen Reise durch die unendliche Weite der kanadischen Wälder und durch einen Zipfel von Alaska lautet:

DER WEG IST DAS ZIEL oder auch MY WAY IS THE HIGHWAY

KANADA, ein Land von dem viele träumen, ist ungefähr 28 x so groß wie Deutschland. Statistisch gesehen leben dort 3,2 Einwohner auf einem km². Es gibt also jede Menge Platz. Unsere Tour beschränkt sich auf den westlichen Teil, d.h. wir werden die Provinzen British Columbia und Alberta sowie das Yukon Territory durchfahren. Danach wartet ein weiteres Traum-Reiseland auf uns: ALASKA. Lange haben wir davon geträumt, doch nun heißt es:

Don’t just dream it – do it!

 

Am Abend des 22. Mai 2007 beginnt das Abenteuer. 

Wir fahren mit dem Zug nach Frankfurt/Main, wo wir uns die Nacht im Flughafen um die Ohren schlagen. Um 8.15 Uhr am nächsten Morgen startet der Flieger nach Vancouver. Um 11.00 Uhr (local time) erreichen wir unser Ziel – 9 Stunden Zeitunterschied. Nun heißt es Schlange stehen am Immigration Schalter, doch wir können ohne Probleme einreisen. Vancouver empfängt uns mit freundlichen, sommerlichen Temperaturen. 

Nach einem kostenlosen Telefonat vom Airport zum Hotel Sandman werden wir (und andere Fluggäste) mit einem Kleinbus abgeholt. Ankunft im Hotel: 13.20 Uhr. Duschen, relaxen, kurzer Erkundungsgang, danach ausgedehnte Siesta auf der Hotelterrasse bei einem guten Essen und ein paar Drinks. Wir testen unsere Reiseschecks als Zahlungsmittel – und siehe da, sie werden gerne angenommen. Gegen 20.00 Uhr lagen wir in den Federn und schliefen tief und fest.

 

24.05.2007
Wecken um 06.30 Uhr, Frühstück 07.15 Uhr. Abholung von der Vermietstation „FRASER WAY“ um 09.00 Uhr. Einweisung am Wohnmobil in deutscher Sprache durch Walter, einen Deutschen, der vor …zig Jahren ausgewandert ist. Es gibt keinerlei Probleme, alles läuft bestens. Unser Mobil ist ein 4-türiger PickUp auf Fordbasis mit Vierradantrieb und 8 Zylindern. Es hat helle Ledersitze mit – man höre und staune – Sitzheizung!!! Auf dem Tacho stehen 3.104 km, das Auto ist so gut wie neu.
Kennzeichen: 3418 KX.

 

Um 12.00 Uhr rollen wir vom Hof. Der Inhalt unserer beiden Seesäcke befindet sich nun in den Stauräumen der „Pappschachtel“, wie Mandus den Aufbau liebevoll getauft hat. Erster Stop in Chilliwack, wo wir im Supermarkt einkaufen.Trotz der von mir beantragten Safeway-Card, die Preisvorteile garantiert, geben wir über 200.—Dollar aus. Essen und Trinken ist an Bord, nun kann die Reise losgehen. Doch vorher ziehen wir Geld am Automaten, 500.—Dollar, und stärken uns bei WENDY mit einem landestypischen Essen: Burger, Steak, Pommes und Cola – nahrhaft und bekömmlich!
Weiterfahrt gegen 17.00 Uhr. Nach einer Stunde erreichen wir unser Tageziel, den RV Park Rainbow Ranch Der Campground liegt in der Nähe der Bridal Falls (Wasserfälle) und bietet schöne Rasenplätze mit Strom- und Wasseranschluß. Eine gute Wahl. Wir relaxen, erholen uns von den ersten Autokilometern und richten uns häuslich ein.

Nach dem Abendessen brechen wir auf zu einer kleinen Wanderung zu den Wasserfällen. Der Weg führt uns 20 Minuten über Stock und Stein durch Nadelwald. Wir genießen eine Zeitlang den Anblick des tosenden Wassers, schießen ein paar Fotos und treten den Rückweg an.

Nachtruhe um 22.30 Uhr.

25.05.2007
Aufbruch gegen 08.30 Uhr nach HOPE, von dort zum Coquihalla Canyon, wo wir einen stillgelegten Eisenbahntunnel besichtigen. Er wurde in den Jahren 1903 bis 1906 gebaut – tolle Leistung.

Weiterfahrt auf dem Trans Canada Highway (Hw 1) zum Hells Gate am Fraser River. Große Besucherparkplätze laden zum Verweilen ein. Das Tor zur Hölle führt in den Fraser Canyon. Wo andere mit der Hells Gate Air Tram fahren, laufen wir in die Schlucht hinab. Es ist heiß, so um die 30 Grad. Eine Fußgängerbrücke führt über die schmalste Stelle (34 m) im Canyon. Die Klamm und der wild schäumende Fluß sind beeindruckend. Tolle Fotomotive. An der Endstation der Air Tram finden sich ein Restaurant und eine Imbißbude. Es ist verhältnismäßig wenig los, der Touristenstrom hat noch nicht eingesetzt. Wir legen eine Pause im Schatten ein, essen ein Eis und machen uns auf den Rückweg. Nun geht es steil bergauf, und wir benötigen die doppelte Zeit (40 Minuten).

Im Womo stärken wir uns mit einem Imbiß, und schon geht’s weiter. Zuerst auf dem TCH bis LYTTON, dann auf dem Highway 12 nach LILLOOET. Der Highway entpuppt sich als eine Traumstraße, die über Berg und Tal führt, entlang des Fraser River. LILLOOET ist ein beschaulicher kleiner Ort am Beginn der Cariboo Waggon Road, der ersten Landstraße im Westen Kanadas. Das Städtchen war in der Goldgräberzeit die wichtigste Versorgungsstation für das Umland.

Am späten Nachmittag schlagen wir unser Lager auf dem Cayoosh Creek Campground auf. Er liegt  etwas abseits, direkt am Fluß. Es herrscht immer noch große Hitze. Da tut eine Dusche besonders gut.

Auf dem Speiseplan steht Putengeschnetzeltes mit Salat und Toast. Klingt nicht schlecht. Wir essen im Freien, es schmeckt fantastisch. Gegen 19.30 Uhr wird es kühl, ein frischer Wind kommt auf. Aber wir lassen uns nicht vertreiben. Der morgige Tag wird geplant. Das ist gar nicht so einfach, denn es gibt so viel zu sehen. Aber man kann unmöglich immer zur rechten Zeit am rechten Ort sein.

Nachtruhe gegen 22.30 Uhr.

26.05.2007
Dunkle Wolken am Himmel, aber es ist immer noch warm. Start gegen 8.00 Uhr. Tanken und einkaufen in downtown. Wir haben im Reiseführer von einem deutschen Bäcker gelesen, der sich 1986 in Lillooet niedergelassen hat. Dort wollen wir uns mit Brot eindecken, denn das kanadische Brot ist sehr gewöhnungsbedürftig. Eigentlich ist es nur genießbar, wenn es getoastet wird. Gott sei Dank haben wir einen Toaster an Bord. Der Bäckerladen wirkt stark vernachlässigt. Die deutschen Tugenden wie Sauberkeit und Ordnung sind wohl im Lauf der Jahre abhanden gekommen. Schade eigentlich – aber das Brot ist von guter Qualität.

Unser erstes Etappenziel ist die Hot Creek Ranch. Es handelt sich um ein altes Farmhaus und eine Postkutschenstation aus dem Jahre 1862. Heute ist es ein Museum. Wir schauen uns die Räumlichkeiten und das Gelände an. Zum krönenden Abschluß machen wir eine Fahrt mit der alten Postkutsche, die von einem Angehörigen der First Nations gefahren wird. Ureinwohner darf man nicht mehr sagen, Indianer geht gerade so durch, aber politisch korrekt heißt es First    Nations.

Weiterfahrt um 11.30 Uhr auf dem TCH und dem Highway 97. Mittagsrast am View Point kurz nach Savona mit Blick auf den Kamloops Lake. Wir genießen ein herrliches Panorama und können uns nicht satt sehen an dem jadegrünen See und seinen bewaldeten Ufern. Einen schöneren Platz für ein stilvolles Picknick kann es nicht geben.
Um 13.30 Uhr setzen wir die Fahrt fort. Es ist nach wie vor warm, aber stark bewölkt. Wir fahren auf dem TCH nach Norden und biegen auf der Höhe von Squilax ab zum Shuswap Lake. Hier befindet sich ein toller Campground mitten im Wald. Strom gibt es nicht, aber damit können wir leben. Ankunft: 16.oo Uhr. Der See lädt zum Bade, aber das Wetter spielt nicht mit, es regnet. Hoffentlich klappt es mit dem geplanten Lagerfeuer. Vorerst erkunden wir bei einem Spaziergang das Gelände. Danach bereiten wir das Abendessen zu, Koteletts, Salat und – wie immer – Toast.
Feuer brennt. Das Holz haben wir im Wald aufgelesen. Das sieht man hierzulande nicht so gerne, weil alle Campgrounds Firewood verkaufen wollen. In der Regel kostet das 5.—Dollar plus Tax.
Wir lassen den Abend gemütlich ausklingen. Sitzen noch lange am Lagerfeuer und besprechen, wie es morgen weitergehen soll.

27.05.2007
Der Tag beginnt um 06.30 Uhr. Zum Frühstück serviert der Küchenchef Eier mit Speck – hmm lecker! Kurze Zeit später sind wir wieder auf dem Highway. Der TCH soll uns bis Golden führen. Unterwegs in Salmon Arm Einkauf bei Safeway für schlappe 132.—Dollar. Nächster Halt in Craigellachie. Hier bewundern wir den „last spike“. Der letzte Nagel für eine Eisenbahnverbindung zwischen Atlantik und Pazifik wurde am 7. November 1885 eingeschlagen.

Diese historische Stätte, Last Spike Historical Site, ist heute ein Touristenanziehungspunkt. Sie befindet sich vor einem stillgelegten Bahnhof. Jedermann darf für ein Foto so tun, als ob er den letzten Nagel einschlägt. Das lasse ich mir nicht nehmen.

Um 12.15 Uhr erreichen wir Revelstoke. Regen!. Mittagessen im Womo. Danach tanken wir das Auto auf und machen einen kleinen Rundgang. Mächtige Grizzlybärstatuen bewachen den Eingang der beschaulichen Innenstadt. Die Gründung der Stadt steht in engem Zusammenhang mit der Eisenbahngeschichte Kanadas. Die Fahrt geht weiter durch den Mt. Revelstoke Nationalpark und den Glacier Nationalpark.

Wir nehmen uns Zeit für eine kleine Wanderung auf dem  Giant Cedars Boardwalk. Das ist quasi ein Ausflug in den moosbewachsenen  Regenwald, wo Jahrhunderte alte riesige Hemlocktannen und mächtige Rotzedern in den Himmel wachsen. Natur pur zum Anfassen.

Weiter geht’s zum Rogers Paß (1327 m). Auf der Paßhöhe erinnert ein Denkmal aus sich überkreuzenden Bögen an die Konstruktion des Trans Canada Highway. Tolles Fotomotiv. Das Rogers Paß Centre präsentiert naturkundliche Ausstellungen und historische Exponate zum Eisenbahn- und Straßenbau. Wir schauen uns ein wenig um und kaufen dann den Jahrespaß für alle Nationalparks (123.—Dollar). Wir sind von schneebedeckten Bergen umzingelt. Kein Wunder, befinden wir uns doch mitten in den Rocky Mountains. Nach wenigen Kilometern erreichen wir eine Zeitgrenze. Wir wechseln von der Pacific Time in die Mountain Time. Für uns heißt das, die Uhren eine Stunde vorzustellen.

Gegen 18.00 Uhr sind wir am Ziel, im Stadtpark von GOLDEN, am Kicking Horse River. Landschaftlich sehr schöner Stellplatz mit Stromanschluß. Auf der anderen Flußseite rattern Güterzüge vorbei, doch das stört uns nicht weiter. Wir sitzen noch lange draußen. Die Sonne lacht vom Blue Sky. Der Wettergott ist doch immer für eine Überraschung gut. Zum Abendessen gibt es italienische Küche. Danach entfachen wir ein Lagerfeuer, wo wir bis 23.oo Uhr sitzen bleiben.

Ärger mit Abwassertank, er tropft. Notlösung dank Knetmasse vom hilfsbereiten Nachbarn.

28.05.2007
Um 7.oo Uhr früh ist es noch lausig kalt am Kicking Horse Creek. 7.5 Grad Außen-, 11 Grad Innentemperatur. Nur schlappe 100 km trennen uns vom heutigen Etappenziel, den RADIUM HOT SPRINGS. Auf dem Highway 95, zwischen Columbia Mountains und Rocky Mountains, sind wir in Nullkommanix dort. Im Visitor Center holen wir uns Informationen und Unterlagen zum Campground und den Hot Springs. Der Platz liegt im Kootenay Nationalpark. Wir befinden uns auf 1000 m Höhe. Zu den heißen Quellen (Kanadas größtes Thermalbad) führt ein Wanderweg von ca. 2 ½ km Länge. Wie gemacht für uns. Doch zuerst relaxen wir in der Sonne bei einem kleinen Imbiß. Danach geht’s über Stock und Stein mitten durch den Wald (Bärengebiet) in Wanderklamotten zu den Hot Springs.

Dort herrscht wenig Betrieb. Für 6,50  bzw. 5.50 Dollar (Seniors) kann man bis in den späten Abend bleiben. Geschlossen wird die Anlage um 23.00 Uhr. Das Hauptbecken hat eine Temperatur von 39 Grad, der Whirlpool ist fast kochendheiß. Außerdem gibt es ein Schwimmbecken mit 29 Grad. Sämtliche  Pools befinden sich im Freien. Alles macht einen sehr gepflegten Eindruck. Wir haben uns ca. 3 Std. im Wasser aufgehalten, es war herrlich. Allerdings hätte die Lufttemperatur ruhig etwas kühler sein dürfen.

Eine nette Story aus dem Badebereich muß ich noch erzählen:
Die Garderobenschränke befinden sich im Flur. Toiletten und Duschen gleich daneben. Umkleidekabinen habe ich nicht gefunden. Auf Nachfrage hieß es: „hier im Flur umziehen“. Gesagt, getan. Als ich mich wieder anziehen wollte, sah ich eine Frau, die verzweifelt nach einer Umkleidekabine suchte. Folgender Dialog entstand:
Ich: „There are no cabins“. Sie: „No cabins?“ Ich: „So it is, no cabins“.
Sie: “Really?” Ich: “Really!” Sie: “Oh, my Coolness!!!” Sprach’s und verschwand mit Badeanzug in der Hand in einer Toilette.

Auf dem gleichen Wege latschen wir zurück zum Stellplatz, wo wir bald darauf ein Lagerfeuer entfachen. Das Feuerholz haben wir gekauft beim Betreten des Campgrounds. 7.—Dollar plus Tax, ganz schön happig. Dafür kann man sich so viel Holz nehmen, wie man braucht. Wir grillen Rindersteaks und Kartoffelscheiben. Dazu gibt es einen bunten Salat.

Den Abend lassen wir ausklingen mit der Planung für den morgigen Tag in Banff.

29.05.2007

Auf dem Highway 93 fahren wir in Richtung Banff. First Stop bei den Paint Pots auf 1300 m Höhe. Hierbei handelt es sich um eisenhaltige kalte Mineralquellen. Das Gelände sieht im Sonnenschein aus wie eine Farbschachtel. Holzplanken führen durch ockerfarbenen Lehm. Hier haben schon in früheren Jahrhunderten die Indianer Farben für rituelle Zwecke bzw. ihre Kriegsbemalung gewonnen.

noch leer bild kommt

Rechts und links der 93 liegen verbrannte Wälder, ein trostloser Anblick. Nach 100 km wechseln wir von British Columbia nach Alberta. Der sehenswerte Kootenay Nationalpark liegt hinter uns. Wir fahren nun durch den Banff Nationalpark (ältester kanadischer NP) bis zum gleichnamigen Ort. Dort tanken wir unser Auto auf und ziehen weiter zum Tunnel Mountain Campground. Den zu finden, erweist sich als äußerst schwierig. Das lag daran, daß der beste aller Ehemänner den falschen Stadtplan studiert hat, nämlich den von Lake Louise. Als wir den Irrtum endlich bemerkten, haben wir herzlich darüber gelacht. Wenn mir das passieren würde, wäre das fast normal, aber bei ihm ist das schon die absolute Ausnahme.

Der Campground liegt mal wieder mitten im Wald, aber dennoch zentral. Wir können zu Fuß den Ort erreichen sowie eine Wanderung zu den Hoodoos (Sandsteintürmchen) machen. Doch zuerst halten wir mal ausgiebig Mittagsrast mit Vesper im Freien. Dabei werden wir von der Sonne verwöhnt.

In Wanderkleidung machen wir uns auf den Weg zu den Hoodoos, wo Mandus einige Fotos schießt. Danach geht’s ab in die City. Banff ist ein wunderschöner Ort, der von Bergen eingerahmt wird. Gepflegte Restaurants, Straßencafes und viele Souvenirshops sowie Sport- und Bekleidungsgeschäfte. Hier läßt es sich leben. Leider wird z.Z. viel gebaut, aber das trägt schließlich zur Verschönerung des Städtchens bei.

Wir laufen uns die Hacken ab, um das berühmte „The Fairmont Banff Springs Hotel“ aus der Nähe zu bewundern. Das türmchenartige Schloß verfügt heute über 770 Zimmer. Es war nach seiner Eröffnung im Jahre 1888 einer reiselustigen Oberschicht vorbehalten. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert, dafür sorgen schon die wahnsinnigen Preise.

Jetzt stehen nur noch die Bow Falls am Bow River auf dem Programm. Der Hiking Trail dorthin ist ausgeschildert – kein Problem. Nachdem wir uns die Wasserfälle angeschaut haben, laufen wir zurück in die Innenstadt. Dort kehren wir in der „Goldenen Möwe“ ein. So gestärkt, geht es heimwärts. 12 – 15 km haben wir locker absolviert. Gegen 20.00 Uhr sind wir am Womo. Immer noch volle Sonne.

Wir treffen auf dem Gelände ein Ehepaar aus Sinsheim, das mit uns im Flieger war. Verabredung zum gemütlichen Plausch und Erfahrungsaustausch. Die beiden haben inzwischen weit mehr km als wir zurückgelegt, aber sie stehen auch unter einem gewissen Zeitdruck. Schließlich haben sie nur 3 Wochen Urlaub und wollen möglichst viel sehen. Es wird ein schöner und unterhaltsamer Abend.

30.05.2007

Heute nacht war es sehr kalt, nur 2.9 Grad; aber wir werden von der Sonne geweckt. Nach dem Frühstück schwingen wir die Hufe und fahren auf der Parallelstraße zum Trans Canada Highway, dem Hw 1A, in Richtung Lake Louise. Nach wenigen km entdecken wir einen Elk mit stolzem Geweih am Straßenrand. Wir halten natürlich an und schießen ein paar Fotos.

Ankunft in Village of Lake Louise um 11.00 Uhr. Ein kleiner Ort, der einiges zu bieten hat. Neben Restaurants, Geschäften und einer Mall befindet sich ein brandneues Visitor Center. Dort holen wir Auskünfte über Camping und Wandertouren ein.

Danach fahren wir gleich weiter zum Moraine Lake, das ist ein Gletschersee auf 1.600 m Höhe. Er ist umgeben von Wald und schneebedeckten Bergen, ein traumhaft schöner Anblick. Wir lassen uns viel Zeit, den See und die Umgebung zu betrachten. Der Spiegeleffekt kommt nicht zum Tragen, weil große Teile des Sees noch zugefroren sind. Zurück nach Lake Louise und zum gleichnamigen Campground. Wir buchen für 2 Nächte mit Stromanschluß. Leider gibt es dort keine Feuerstelle.

Mittagspause mit Snack in der Sonne. Gegen 14.30 Uhr Aufbruch zur Wanderung zum Lake Louise, der ca. 4 km von unserem Stellplatz entfernt liegt. Der Weg führt am Bow River entlang durch Nadelwald. Wir befinden uns im Bear Country. Hier leben Schwarzbären. Vorsicht ist geboten. Nach 1 ½ Stunden (meist bergauf) erreichen wir unser Ziel.

Der smaragdgrüne See ist das Juwel der Rocky Mountains. Auch der Lake Louise ist noch zur Hälfte mit Eis bedeckt. Kein Wunder, es ist nun mal ein Gletschersee. Benannt hat man ihn übrigens nach der Tochter von Queen Victoria. Die First Nations hatten ihn „See der kleinen Fische“ getauft, was mir persönlich viel besser gefällt.

Wir bewundern gebührend das am Ostufer des Sees gelegene Grandhotel „The Fairmont Chateau Lake Louise“, wo eine Übernachtung ca. 400.— Dollar kostet – Wahnsinn!  Die nostalgische Nobelherberge kann 1.100 Gäste unterbringen.

Einkehrschwung zum Kaffee auf eine herrliche Sonnenterrasse. Nur schön, so läßt es sich leben.

Auf dem Rückweg die Füße im Fluß gekühlt. Das Wasser ist eiskalt, nicht zum Aushalten.

Gegen 19.30 Uhr sind wir wieder am Womo. Abendessen, duschen, relaxen, den Tag ausklingen lassen.

31.05.2007

Wir fahren um 08.30 Uhr mit dem Womo zum Lake Louise. Vom Parkplatz starten wir eine Wanderung zum Lake Agnes, einem idyllischen See in hochalpiner Lage. Der Trail ist 3.6 km lang und führt ständig bergauf. Es geht nur durch Wald. Hier leben u.a. Grizzlies, wir sehen aber keinen. Der schmale Weg ist mit Altschnee und Eisplatten bedeckt.

Gutes Schuhwerk ist ein absolutes Muß. Unterwegs passieren wir den malerischen Mirror Lake, der von zwei Bergen bewacht wird, dem Little und dem Big Beehive. Ein Abstecher zum Big Beehive Lookout ist wegen der Schneeverhältnisse leider nicht möglich.

Am Ziel erwartet uns der größtenteils zugefrorene See mit dem gleichnamigen Teehaus, eine rustikale Blockhütte. Diese hat aber leider geschlossen. Noch ist keine Saison. So sind auch nur wenige Wanderer auf dem Trail. Im Sommer soll hier der Teufel los sein.

Wir sitzen ungefähr zwei Stunden am See und lassen die fantastische Umgebung auf uns wirken. Mitgebrachter Tee und Rucksackvesper sind ein wahrer Genuß. Für Unterhaltung und schöne Fotomotive sorgen Skipmunks und Squirrels (Streifenhörnchen),

Abstieg zum Lake Louise auf dem gleichen Pfad. Alle anderen Hiking Trails sind wegen der Schneelage gesperrt. Unten angekommen, wandern wir von Nord nach Süd am See entlang und retour. Das sind 4 ½ km. Alles in allem sind wir heute gut 12 km gelatscht. Wir waren 7 Stunden auf Achse.

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Am Wohnmobil nehmen wir eine kleine Stärkung zu uns, danach fahren wir zurück zum Campground. Bevor wir unseren Stellplatz ansteuern, parken wir vor dem Sanitätsgebäude, um zu duschen. Die Wege sind arg weit, wenn man zu Fuß geht.

Herrliche Sonne auch am Spätnachmittag. Wir vespern am Picknicktisch und planen für die nächsten beiden Tage. Dazu schlürfen wir genüßlich ein Budweiser. Was will man mehr?

Zum Abendessen serviert der Küchenchef Spaghetti und Salat sowie Wassermelone. Danach schauen wir uns – wie jeden Tag – die Fotoausbeute auf dem Laptop an. Tolle Bilder dabei.

Nachtruhe gegen 23.00 Uhr.

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