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01.06.2007
Heute
durchfahren wir den Banff Nationalpark und den Jasper Nationalpark auf
dem Icefield Parkway, der schönsten Panoramastraße Kanadas. Er führt
uns 230 km durch die Rocky Mountains. Am Bow Summit, dem höchsten Punkt
des Parkway (2088 m), zweigt eine kurze Stichstraße ab. Vom Parkplatz
laufen wir zum Peyto Lake Viewpoint. Der Trampelpfad ist vereist und mit
Altschnee bedeckt. Alpines Schuhwerk erforderlich. Am Aussichtspunkt
angekommen, genießen wir ein großartiges Bergpanorama; eingebettet
darin der türkisfarbene Peyto Lake.
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Kurz
nach der Weiterfahrt sehen wir einen Schwarzbären am Hang neben dem
Highway auf Futtersuche. Wir halten an zur Beobachtung und zum
Fotografieren. |
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Eine
ganze Reihe von Seen begleitet die Gebirgs- und Gletscherkulisse der
Straße. Man kann sich nicht satt sehen an diesen Naturschönheiten.
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Am
Mistaya Canyon, einer Kalksteinschlucht, laufen wir ein paar Schritte
und fotografieren die ursprüngliche Landschaft. |
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Bighorn Schafe tummeln
sich am Straßenrand. Sie sind überhaupt nicht menschenscheu.
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Bei
Saskatchewan River Crossing legen wir einen Stop ein und essen ein Eis.
Kurz danach taucht erneut ein Schwarzbär am Straßenrand auf. Leider
rücken ihm einige Touristen zu nah auf den Pelz, und er sucht das
Weite. Schade! Bären in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, ist
ein unvergleichliches Erlebnis.
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Der
nächste Halt ist am Columbia Icefield, dem größten Eisfeld der Rocky
Mountains. Vier der acht Gletscher sind vom Icefield Parkway zu sehen.
Der bekannteste und mächtigste ist der Athabasca Glacier, auf dem man
mit Führung herumlaufen kann. Dieses „Vergnügen“ gönnen wir uns
und buchen im Columbia Icefield Centre eine Tour mit dem Snowmobil auf
das Eisfeld.
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Bei
der Weiterfahrt erfreuen wir uns an den Sunwapta- und Athabasca Falls.
Die Wassermassen stürzen fotogen über eine Felsstufe in die Schlucht.
Nun geht’s in einem Rutsch bis Jasper. Das war gar nicht so geplant.
Wir wollten schon viel früher Station auf einem Campground machen, aber
es sind noch sehr viele Plätze wegen Eis und Schnee geschlossen.
Ankunft
um 19.30 Uhr auf dem Whistler Campground. Alle Plätze mit
Stromanschluß sind schon vergeben. So nehmen wir einen Stellplatz ohne
Service, aber mit Campfire Site. 7.90 Doller für Holz knöpft man uns
ab. Was soll’s? Feuer muß sein. Abendessen im Freien. Wir schmieden
Pläne für den morgigen Tag. Eine Fahrt zum Medicine und Maligne Lake
steht auf dem Programm. |
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02.06.2007
Was
liegt heute an? Erst mal mit dem Auto zur Dusche, ca. 1.5 km Entfernung.
Danach ist ein Abstecher zum Medicine Lake und Lake Maligne sowie zum
gleichnamigen Canyon geplant. Eine Stichstraße durch Nadelwald führt
uns zum Lake Maligne. Wie nicht anders zu erwarten, liegt der See –
übrigens der größte der kanadischen Rocky Mountains - in herrlicher
Umgebung. Wir buchen eine Bootstour von 1 ½ Stunden mit Stop auf Spirit
Island. Die kleine Insel bietet traumhafte Motive für Fotografen. Im
grün-blau schimmernden Wasser spiegeln sich die schnee- und
gletscherbedeckten Berge.
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Wieder
an Land, folgen wir dem Mary Schäffer Loop auf eine Stippvisite in die
Natur. Der Pfad ist benannt nach der ersten weißen Frau, die sich im
Jahre 1908 in dieser Gegend ansiedelte. Waldwanderung – Bärengebiet
– mulmiges Gefühl – aber kein Bär in Sicht – alles wie gehabt.
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Nächstes
Ziel ist der Medicine Lake, ein geologisches Wunder. Sein Wasser
versickert im Herbst in porösen Kalksteinschichten. Frühe
Indianerstämme glaubten, daß die Geister für das zeitweise
Verschwinden des Sees verantwortlich waren. Am Seeufer entdecken wir im
höchsten Wipfel einer Tanne ein Nest mit Weißkopfseeadlern. Ich schaue
mir die Fütterung der Jungen durch’s Fernglas an.
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Der
dritte und letzte Anlaufpunkt des heutigen Tages ist der Maligne Canyon.
Wir folgen einem 4 km langen Wanderweg, der durch die enge, moos- und
farnbewachsene Schlucht führt. Ein tosender Wasserfall stürzt aus 23 m
Höhe donnernd über die Felswände. Wir können uns kaum losreißen von
diesem fantastischen Anblick.
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Am
Abend herrschen immer noch hochsommerliche Temperaturen. Bevor wir zum
Campground fahren, machen wir Station in Jasper und schauen uns den Ort
an. Wir tanken, kaufen Lebensmittel ein, gehen in’s Internet, bummeln
durch die City, essen ein Eis (im Schatten!) und genießen unser Dasein.
Gegen 19.30 Uhr kehren wir der Stadt den Rücken und fahren zum
Stellplatz. |
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Heute
stehen wir an einem anderen Fleck – mit Strom. Das haben wir heute
vormittag beim Verlassen des Campgrounds geregelt. Bei der Einfahrt in’s
Campinggelände Stop an der Dusche. Frisch und sauber richten wir uns am
neuen Platz häuslich ein. Während ich draußen am Tisch Tagebuch
führe, weidet eine Elchkuh mit ihrem Kalb in nur 2 m Entfernung.
Unglaublich; es ist wie im Kino. Heute haben wir u.a. Elks,
Bighornschafe und sogar einen Wolf (Greywolf) gesehen.
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Soeben
wurde das Kalb von Park-Rangern eingefangen. Die Kuh soll aus dem
Camp-Bereich gelockt werden. Der Plan gelingt. Wir verfolgen die Aktion
aus nächster Nähe. Was für ein Tag!!!
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03.06.2007
We
go West on Yellowhead (Highway 16). Die
Straße wurde im 19. Jahrhundert nach einem französischen Trapper mit
hellblonden Haaren benannt. v
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Nach 2 km Fahrt entdecken wir zwei Elkbullen
am Waldrand mit prächtigem Geweih. Beobachtung und Fotostop. |
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Viele
Touren-Radler sind auf der Strecke, obwohl das Gelände nicht einfach zu
bewältigen ist. Wir
kommen mit zwei Radlerinnen in’s Gespräch, die in 3 Monaten von
Vancouver nach Nova Scotia fahren wollen. Stolze Leistung, kann ich da
nur sagen.
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Wir verlassen den Jasper Nationalpark und auch Alberta.
British Columbia hat uns wieder. |
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Nun geht’s durch den Mount Robson
Provincial Park (Wahrzeichen: Schneeziege). Erneut Zeitumstellung auf
Pacific Time (1 Stunde zurück).
Stop
am Mt. Robson Paß. Wir
haben einen unvergleichlichen Blick auf den höchsten Punkt der
kanadischen Rockies, den 3.954 m hohen, schneebedeckten Mt.
Robson. Es ist einer jener seltenen Tage, wo sein Gipfel nicht in den
Wolken versteckt ist. Ein Besuch im Visitor Center schließt sich an. |
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Wir
lassen den Park hinter uns und fahren weiter zum Blue River. Es ist
Mittagszeit und sehr warm (32 Grad); genau richtig für ein
erfrischendes Bad im See. Gesagt, getan. |
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Der
von uns anvisierte Campground existiert nicht mehr. Was tun? Eine
Ersatzlösung ist gefordert. Fahrt in den Wells Gray Provincial Park.
Wir rollen durch eine Landschaft, die geprägt ist von erloschenen
Vulkanen und Lavafeldern, von undurchdringlichen Wäldern, Flüssen,
Bächen und Seen. Nur eine einzige Straße führt durch diese Wildnis. |
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vWir finden einen RV Park in schöner Lage am Clearwater River.
Stromanschluß und Feuerstelle vorhanden. Ankunft gegen 16.00 Uhr. Es
ist sehr heiß, ca. 35 Grad, nicht normal für diese Jahreszeit. In der
Rezeption kaufen wir zwei Dosen Bier für sage und schreibe 8.—Dollar.
Na, dann Prost!
Das
Abendessen nehmen wir im Freien ein. Noch treten die Mücken nur
vereinzelt auf. Das soll sich jedoch ändern. Am Lagerfeuer lassen uns
die Blutsauger keine Ruhe mehr. Eigentlich wollten wir 1 – 2 Tage hier
bleiben. Doch nun beschließen wir, den Park morgen wieder zu verlassen. |
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04.06.2007
Frühmorgens
kleiner Regenschauer, dann wieder volle Sonne. Kurzer Stop bei den
Helmcken Falls, der Top Attraktion des Wells Gray Parks. Über einen
Felseinschnitt stürzen die Wassermassen aus dem Wald 137 m tief in
einen ausgespülten Talkessel. Da können die nur 18 m breiten Dawson
Falls nicht ganz mithalten, aber auch hier findet man eine malerische
Schlucht mit verschiedenen Aussichtspunkten.
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Vor
Verlassen des Parks stärken wir uns beim Bäcker. |
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v Das Auto wird in
Clearwater aufgetankt (ca.120 Lt) und wir fahren bis Little Fort auf dem Yellowhead
Hwy.
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Weiter geht’s auf dem Hwy 24 über Mc. Donalds Summit (1311 m).
Inzwischen regnet es stark. Die Temperatur ist gefallen auf 13 Grad. Wir
fahren durch ein Gebiet, das von weitem wie Indian Summer aussieht, aber
aus der Nähe ist es ein trauriger Anblick – von Borkenkäfern
befallene Wälder. Wir kommen an zahllosen Seen vorbei, was eine Wohltat
für das Auge bedeutet. Kurz vor unserem Zwischenziel – 100 Mile House
– wechseln wir auf den Hwy 97 (Cariboo Waggon Road). Der Ort ist die
Versorgungszentrale für das gesamte Gebiet östlich des Cariboo
Highway. Die Bezeichnung 100 Mile House richtet sich nach der Entfernung
von Lillooet, dem Städtchen, das wir zu Beginn unserer Reise besucht
haben. Lillooet spielte im
19. Jahrhundert eine bedeutende Rolle bei der Versorgung der Goldsucher
in den Cariboo Mountains. Es liegt am Anfang der 1861 angelegten Cariboo
Waggon Road, sozusagen an der Mile 0.
In
100 Mile House versorgen auch wir uns mit allem Nötigen. Die
Supermarktkette Safeway ist uns dabei gerne behilflich. 126.60 Dollar
ärmer verlassen wir den Laden. Auf der anderen Straßenseite lädt ein
Old English Pub zu Fish and Chips ein. Das Angebot nehmen wir gerne an.
Weiterfahrt
zum Fir Crest Resort am Lake Hache (gesprochen: Asch). Schöner
Campground unter deutscher Leitung. Die Betreiber sind vor 10 Jahren
nach Kanada ausgewandert. Der See lädt zum Bade, aber das Wetter nicht.
Da kann man nix machen. Hier hätten wir gestern sein sollen.
Wir
nutzen den Internetanschluß für unseren Laptop. Lahmarschige Leitung.
Der Spaß kostet 5.—Dollar für ½ Stunde.
Bei
einem zünftigen Lagerfeuer mit Steaks und Salat sowie einem Bierchen
beschließen wir den Abend.
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05.06.2007
Wir
verlassen den Campingplatz bereits um 08.15 Uhr. „Early bird catch the
worm“ gibt uns der Sohn des Platzbetreibers mit auf den Weg. Immer der
Nase nach, d.h. über die Cariboo Waggon Road bis 150 Mile House und
Williams Lake bis Quesnel (gesprochen: Quanel).
In Williams Lake haben
wir 2 Radler getroffen, junge Leute. Sie wollen Cross Canada in 2
Monaten fahren. Da ziehen wir den Hut. Williams
Lake ist übrigens nach Chief Willy von den Sushwap Indianern benannt
worden, der in einem Krieg die Siedler dieser Gegend vor einem Massaker
bewahrte.
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Im
neuen Visitor Center gibt es gute Infos für uns. Nebenan kauft Mandus
eine rot-weiß-karierte Plastiktischdecke sowie einen Ersatz für das
defekte Anschlußstück am Abwasserschlauch vom Wohnmobil ein. Nächster
Halt in Quesnel.
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Früher
war der Ort das Tor zu den Goldfeldern; die größte Goldwaschpfanne der
Welt erinnert daran. Heute jedoch ist Quesnel das Zentrum der
holzverarbeitenden Industrie.
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Beim
ehemaligen Fort Alexandria kehren wir auf ein „big breakfast“ ein.
Gesättigt und zufrieden setzen wir die Fahrt fort.
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moderne Cowboys |
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Nun
führt eine Stichstraße, der Hwy 26, bis zu unserem Tagesziel –
Barkerville.
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Barkerville
wurde von Billy Barker, einem erfolgreichen Goldsucher, im Jahre 1862
gegründet. Schon Ende des 19. Jahrhunderts wurde es zur Geisterstadt.
Aber im Jahre 1959 gab es einen Aufschwung. Barkerville wurde zum
National Historic Park erklärt. Inzwischen hat man die Gebäude
restauriert oder nach alten Vorbildern wieder aufgebaut. |
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Ein Bummel
durch diesen Ort ist eine Zeitreise in den „Wilden Westen“. Man kann
mit der Postkutsche fahren, kann die Main Street entlang bummeln, einen
Blick in Schule, Kirche, Saloon, Läden und die Schmiede werfen. Im
Theater laufen diverse Shows aus der „guten, alten Zeit“. |
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Die
Bewohner der Stadt werden von Schauspielern verkörpert, die uns ein
Leben in original historischen Trachten wie im 19. Jahrhundert
vorgaukeln. Leider erleben wir das alles an einem Regentag. Die lehmigen
Straßen sind matschig, und der Spaßfaktor wird auf ein Minimum
reduziert. Trotzdem hat sich der Besuch gelohnt. Wir haben viel über
die Geschichte des Cariboo Goldrush erfahren. |
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Um
18.00 Uhr sind wir wieder am Parkplatz, wo unser Womo auf uns wartet. Es
schüttet inzwischen wie verrückt. Wir bleiben erst mal stehen und
kochen das Abendessen. Nur 500 m entfernt gibt es einen Campground
namens Gouvernment Hill. Dort verbringen wir die Nacht. Der Regen hört
nicht auf. Trotzdem wollen die Ranger uns Feuerholz verkaufen. Irrsinn!
Statt Lagerfeuer entscheiden wir uns für einen Besuch auf dem
Goldgräberfriedhof. Der erzählt uns seine eigene Geschichte.
Nachtruhe
gegen 22.00 Uhr.
06.06.2007
Auf
dem Gouvernment Hill Campground gibt es keinerlei Komfort. Nix Dusche,
nix Waschraum, nur ein Wasserhahn in freier Natur. Auch gut. Los geht’s
um 08.00 Uhr. Kurzer Stop beim Friedhof für ein paar Fotos.
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Wenig
später ein Schwarzbär in Sicht. Wir halten an und fotografieren aus
allen Lagen. Der Bär überquert schließlich 5 m vor uns die Straße
und verschwindet im Wald.
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Wir
fahren weiter zum Cottonwoodhouse, das ist eine Postkutschenstation und
Herberge aus dem Jahre 1862 für Glücksritter aller Art. Das Gebäude
ist original erhalten und wurde stilecht restauriert. |
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Gegen
10.00 Uhr erreichen wir die Kreuzung zum Hwy 97 nach Prince George. Bis
dahin sind es noch 117 km. Zwischenstop in Hixton auf einen Becher
Kaffee. In Prince George Ölwechsel (18 L) machen lassen. Das Geld
bekommen wir vom Vermieter erstattet (127.10 Dollar). Wir tanken das
Auto auf und sind wieder voll einsatzbereit. |
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Mittagsrast
am Bear Lake. Die Sonne zeigt sich wieder. Na also, es geht doch. Weiter
auf dem Hwy 97 in Richtung Norden. |
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Wir fahren durch riesige Wälder,
doch auch hier viele kranke Bäume. Bei der Kreuzung in Richtung
Mackenzie/Dawson Creek entdecken wir ein Moose am Waldrand. Schöner
Anblick, aber keine Gelegenheit für ein Foto. Die Cariboo Mountains zu
unserer Rechten zeigen schneebedeckte Gipfel und Hänge.
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Über
den Pine Paß (983 m) geht’s zum Campground Pine le Moray Provincial
Park. Der Pine Paß ist der einzige Übergang über die Rockies in 750
km Luftlinie zwischen Jasper Nationalpark (Yellowhead Paß) und Alaska
Highway (Summit Paß). |
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Unser
Campground befindet sich mitten in der Wildnis. Ein Ranger kommt, um die
Gebühr zu kassieren. Wir laufen durch den Wald zu einem schön
gelegenen See. Kein Badewetter. Das Abendessen nehmen wir im Womo ein
wegen der Mücken. Das Lagerfeuer wird sie hoffentlich vertreiben. Schau’n
wir mal…
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So
ganz hat es nicht funktioniert, aber wir konnten die Biester in Schach
halten. So wird es noch ein schöner Abend in freier Natur.
Nachtruhe gegen
22.30 Uhr. |
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07.06.2007
Bei
5 Grad Morgenwäsche an der Pumpe. Das Wasser ist eiskalt – brrr. Los
geht’s um 08.00 Uhr.
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Wir
fahren am Peace River entlang bis Chetwynd. Das Städtchen ist bekannt
durch seine Skulpturen aus Holz, die mit Kettensägen hergestellt
werden. Kurz zuvor Schwarzbär gesichtet; der ist leider kamerascheu. Er
trollt sich in den Wald und ist „unsichtbar“. |
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In
Chetwynd haben wir Propane nachfüllen lassen. Eine Flasche faßt 18 l.
Sie war noch zur Hälfte voll. Nun lassen wir uns Zeit und schauen beim
Wettbewerb der Kettensäger zu. Das ist eine Kunst der besonderen Art.
Schon erstaunlich, was man mittels einer Säge aus einem Baumstamm
machen kann. Gleich hinter’m Ort wieder einen Schwarzbären gesehen.
Wir halten an zu Beobachtung. Der Bär kreuzt hinter uns die Straße und
verschwindet im Wald. |
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Vor
Dawson Creek steuern wir eine Fernfahrerkneipe an. Big Breakfast um die
Mittagszeit. Eier, Speck, Kartoffeln, Toast, Marmelade und Kaffee bis
zum Abwinken – sehr gut. Gegen 13.00 Uhr erreichen wir unser Tagesziel
– Dawson Creek. Hier beginnt der legendäre Alaska Highway bei der
Meile Null. Da müssen natürlich ein paar Fotos geschossen werden.
Im
Visitor Center lasse ich mir eine Bescheinigung ausstellen über
Travelling
Alaska Highway.
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Das
angrenzende Museum zeigt einen Film über den Bau des Alaska Highways,
mit dem im Jahre 1942 begonnen wurde. Eine großartige, fast
übermenschliche Leistung. Einem möglichen Angriff der Japaner sollte
damit begegnet werden. |
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Um
14.30 Uhr erreichen wir den Campground mit dem passenden Namen Mile
Zero. Der Ort lebt von seinem Ausgangspunkt, der strategischen Lage zum
Alaska Highway. Heute ist wieder ein gewisser Luxus angesagt. Es gibt
Strom und Duschmöglichkeiten.
Nachmittags
Kaffee und Kuchen auf dem Campground. Wir wollen in die Stadt laufen,
doch das ist schier unmöglich. 2 ½ km nur an der viel befahrenen
Straße entlang. Nein danke, wir verzichten.
Den
Abend verbringen wir im Womo. Warum wohl? Na klar, wegen der Mücken!
Wir studieren unsere Reiseunterlagen und schmieden Pläne für den
morgigen Tag.
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08.06.2007
Um
07.45 Uhr sind wir schon auf der Strecke. Bevor wir den Alaska Highway
unter die Räder nehmen, machen wir ein paar Fotos vom historischen
Denkmal auf der Main Street
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sowie
vom Alaska Hotel und Cafe, dem schönsten Gebäude von Dawson Creek.
Nach 10 km erreichen wir die Old Alaska Highway Historic Bridge von 1942
(Kiskatinaw). Rotwild und 2 Schwarzbären laufen uns über den Weg.
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Weiterfahrt über Fort St. John, einem ehemaligen Pelzhandelsposten.
Durch die Entdeckung von Gas- und Erdölvorkommen wurde aus der
ehemaligen Siedlung eine lebendige Kleinstadt. Suchen ohne Erfolg nach
der Post, um die geschriebenen Karten zu frankieren. Von nun an ohne
Unterbrechung immer stur nach Norden.
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Der
Campground am Prophet River, unser angepeiltes Tagesziel, ist
geschlossen. Wohl oder übel müssen wir weiterfahren bis Fort Nelson.
Das wird eine Hammer-Etappe, fast 500 km lang. Am Nachmittag, gegen
16.30 Uhr, kommen wir an. Auch in Fort Nelson, einem weiteren ehemaligen
Pelzhandelsposten, beherrschen heute Gas, Erdöl und Holzwirtschaft die
Szene.
Der
Campground liegt stadtnah, vielleicht klappt es ja heute zu Fuß in die
City. Es hat tatsächlich funktioniert. Wir finden sogar eine Post, aber
die hat zu! |
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Im
Visitor Center decken wir uns mit Info-Material ein und schicken eine
e-mail an die Heimatfront. Danach Einkauf im Supermarkt und Rückkehr
zum Campground. Ein Heer von Mücken erwartet uns. Oh, my Coolness!
Hoffentlich hilft das Einsprühen mit Moskito-Spray. Obwohl es nicht
kalt ist, ziehe ich meine Jacke an. Keine Mücke dringt durch.
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Abendessen
gegen 21.00 Uhr im Womo. Draußen hat man keine Chance, in Ruhe einen
Happen zu essen. So genießen wir zwangsläufig drinnen unsere
Rindersteaks und Salat. Zum Nachtisch gibt’s Honigmelone.
Nachdem
wir Klar Schiff gemacht haben, schauen wir uns die Bilder auf dem PC an.
Prima Fotoausbeute.
Nachtruhe
gegen 23.00 Uhr.
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09.06.2007
Heute
führt unsere Fahrt zum Muncho Lake. Bei Nennung dieses Namens glänzen
jedem Kanadier die Augen. Das jadegrün schimmernde Gewässer ist ein
Boots- und Anglerparadies. Der Alaska Highway gewinnt nun zunehmend an
Attraktivität. Es folgen grandiose Streckenabschnitte durch die
Bergwelt der Rockies. Ihre nördlichsten Ausläufer umschließen ein
enges Tal und beherrschen den Stone Mountain Provincial Park. Im
Straßenverlauf durch diesen Park erreichen wir den Summit Paß, den
höchsten Paß auf dem Alaska Highway mit 1.257 m. Oben kurze Pause
eingelegt. Es ist tierisch kalt. Bei einem Rundumblick entdecken wir
Stonesheeps im Fels. Sie haben gewaltige, gebogene Hörner. Ihr
Lebensraum ist die urtümliche, rauhe und kahle Landschaft. Bald wird
aus dem schroffen Gelände eine bewaldete Alpengegend. Saftig grüne
Wiesen und baumbewachsene Berghänge bieten sich uns dar.
Im
Muncho Lake Provincial Park gibt es zwei Übernachtungsmöglichkeiten.
Der erste Platz ist bereits voll belegt, dabei sind wir zeitig dran. Die
Uhr zeigt 13.30 an. So fahren wir weiter und landen bei der Northern
Rockies Lodge. Dort haben wir Glück. Außer der Lodge und verschiedenen
Blockhäusern existiert auch ein Stellplatz für Wohnmobile. Wir haben
zwar Blick auf den jadegrünen See, stehen aber strategisch nicht
besonders günstig. Außerdem ist der Platz mit 44.50 Dollar sehr teuer,
allerdings mit Strom- und Wasseranschluß. Unter diesen Umständen
buchen wir nur für 1 Nacht.
Wir
richten uns häuslich ein und kochen Spaghetti. Danach ist Relaxen
angesagt. Später kleiner Rundgang im Gelände. Leider fehlen
Wanderwege. Sich durch den Wald zu schlagen, ist unmöglich. Außerdem
sind wir im Bear Country. Das darf man niemals vergessen. Wer hier
Urlaub macht, mietet sich ein Flugzeug und geht auf Entdeckungsreise.
Würden wir auch gerne tun, aber die Preise sind ganz einfach
abschreckend.
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Zum
Abendessen finden wir uns im Womo ein. Ausnahmsweise gibt es lediglich
ein Vesper mit Toast, Schinken und Tomaten. Dazu verputzen wir den Rest
unserer Honigmelone.
Wir
planen für die kommenden Tage und überlegen hin und her, ob wir die
Schotterstraße mit mehr als 500 km ab Watson Lake fahren sollen. Es
wäre bestimmt ein tolles Naturerlebnis, birgt aber auch ein gewisses
Risiko. Denn kaputte Windschutzscheiben sind fast an der Tagesordnung.
Zwar haben wir deswegen eine Zusatzversicherung abgeschlossen, aber die
wollen wir nicht unbedingt in Anspruch nehmen.
Doch
bevor wir diese Entscheidung fällen müssen, warten die Liard Hot
Springs auf uns. Das sind heiße Quellen, naturbelassen, in nur 70 km
Entfernung, also ein Katzensprung von hier. Darauf freue ich mich schon
riesig.
Gute
Nacht, ihr lieben Sorgen…
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10.06.2007
Der
Muncho Lake befindet sich in 175 m Höhe. Wir fahren hinunter zum Liard
River. Der Highway wird beidseitig von Bergen eingeschlossen. Tief
hängende dunkle Wolken vermitteln ein düsteres Szenario. Nach
nur 1 Stunde Fahrt erreichen wir schon unser Tagesziel. Der Campground
liegt im Wald und verspricht mal wieder Natur pur. Zu den heißen
Quellen führt ein Pfad auf Holzbohlen mitten durch ein Sumpfgebiet.
Man
läuft nur 10 Minuten. Schwefelgeruch liegt in der Luft. Die
Wassertemperatur beträgt 40 bis 50 Grad, Lufttemperatur dagegen 12
Grad. Das Baden ist kostenlos. Jung und alt relaxt im Wasser. Man sieht
nur ihre Köpfe. Ein paar Mücken gibt es auch. Wir genießen das Ganze
bis zu meinem Ausrutscher. Ein bemooster Stein war mein Verderben. Der
Mittelzeh am linken Fuß ist entweder verstaucht oder gebrochen. Es tut
höllisch weh. Mühsam humple ich zurück zum Womo. Dort können wir im
Freien essen, es gibt kaum Mücken.
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Am
Nachmittag zieht es mich ein weiteres Mal zu den Hot Springs. Ich setze
den Fuß nur mit der Ferse auf. Wir sind angezogen wie im Winter. Es
weht ein kalter Wind. Genau richtig, um abzutauchen.
Abends
entfachen wir ein Lagerfeuer. Holz wird vom Ranger per Auto gebracht. Es
kostet 5.—Dollar. Wir grillen Koteletts und Toast. Beides schmeckt
hervorragend.
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Wir
sitzen noch lange am Feuer und planen den weiteren Verlauf unserer
Reise. Vor 23.oo Uhr wird es nicht dunkel, und in aller Herrgottsfrühe
ist bereits wieder heller Tag. Trotzdem schlafen wir jede Nacht 7 – 8
Stunden.
Mein
Fuß macht mir Sorgen, aber ich hoffe, morgen früh vor der Weiterfahrt
noch einmal ein Bad in den Hot Springs nehmen zu können.
Wir
werden sehen, ob ich den Weg dorthin bewältige.
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11.06.2007
Vor
dem Frühstück noch einmal zu den heißen Quellen. Der Weg ist zwar
mühsam, doch die Anstrengung lohnt sich. Auf dem Rückweg sehen wir
einen mächtigen Moose im Sumpf stehen. Keine Kamera dabei – so ein
Pech aber auch.
Der
Küchenchef serviert gebratene Nudeln mit Ei, wenn das kein toller Start
in den neuen Tag ist, was dann?
Um
09.00 Uhr verlassen wir diesen schönen Standort und fahren in Richtung
Watson Lake. Ein Bison (Buffalo) grast am Straßenrand. Er läßt sich
durch uns nicht stören. Kurze Zeit später sichten wir einen
Schwarzbären im Gras. Mandus steigt aus für ein Foto. Sollte man
eigentlich nicht tun. Kaum sind wir ein paar Kilometer gefahren, läßt
sich ein Rotfuchs blicken. Der 2. Schwarzbär kommt bei dem Ort Fireside
in Sicht. Er grast friedlich am Waldrand. Wir können ihn einige Zeit
beobachten und auch fotografieren. Scheint unser Glückstag zu sein, was
Tierbeobachtung betrifft. Zwischen Fireside und Contact Creek
abgebrannte Wälder. Mit der Historic Mile 585 erreichen wir die Grenze
zum Yukon Terrytory. Hier war der
Treffpunkt der Nord-Südachse beim Bau des Alaska Highway.
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Kurz
vor Watson Lake schnürt ein weiterer Rotfuchs durch’s Gras. In der
Stadt angekommen, tanken wir erst mal das Auto auf. Es gehen knapp 100 l
in den Tank. Die Preise liegen zwischen -.95 und 1.35 Dollar. Heute
zahlen wir 1.16 Dollar.
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Next
Stop ist der Sign Post Forest, zu deutsch: Schilderwald. Noch vom Auto
aus entdecken wir das Ortsschild von Fellbach. Wahnsinn, wenn man
bedenkt, daß hier ca. 60.000 Schilder aus aller Herren Länder
angebracht sind. Im Visitor Center nebenan holen wir uns Informationen
für die Weiterfahrt. Wir entscheiden uns gegen die Schotterstrecke des
Campbell Highway (Nr. 4) und bleiben weiterhin auf dem Alaska Highway.
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In
Downtown gibt es einen Campground mit Strom- und Wasseranschluß sowie
Duschen. Luxus pur für Globetrotter.
Nachmittags
Stadtgang. Endlich Briefmarken gekauft und Ansichtskarten in die Heimat
geschickt. Einkauf im Supermarkt. Schwer mit den Schätzen beladen geht
es zurück zum Platz.
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Abends
besuchen wir nochmals den Schilderwald. Ganz Deutschland (und der Rest
der Welt) ist vertreten. Wir treffen einen jungen Motorradfahrer aus
Berlin. Er ist unterwegs von Alaska nach Mexiko und hat alle Zeit der
Welt. In seiner Rolle als „Aussteiger“ scheint er sich pudelwohl zu
fühlen. Das hat natürlich was, schon in jungen Jahren die Welt zu
bereisen.
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12.06.2007
Start
um 07.45 Uhr. Der Alaska Highway führt uns durch bewaldetes hügeliges
Gelände. Westlich grüßen die schneebedeckten Cassiar Mountains. Nach
gut 100 km Asphalt folgen 15 km Schotter. Kleine Steinchen fliegen uns
um die Ohren. Gefahr bei Gegenverkehr sowie bei überholenden
Fahrzeugen. Große Staubfahnen nehmen die Sicht. Oberstes Gebot: langsam
fahren. Wir passieren eine Baustelle; die Schotterdecke wird erneuert.
Der Highway wechselt vom Yukon nach British Columbia. Fahrt durch zum
Teil abgebrannte Wälder und von Schädlingen zerstörte Gebiete. Der
Anblick der vielen Bäche, Flüsse und Seen ist wohltuend für’s Auge,
ebenso die imposante Bergkette vor uns. Die einzige Ortschaft zwischen
Watson Lake und Whitehorse ist Teslin. Die Siedlung der Tlingit Indianer
hat nicht viel zu bieten. Man könnte sie getrost links liegen lassen,
wenn da nicht das fantastische Naturkundemuseum wäre. Alle Wildtiere
des Yukon Territory sind dort zu bestaunen, ausgestopft natürlich. Das
ist ein wirklich lohnenswerter Besuch.
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Als ebenso lohnenswert wird im
Reiseführer der Besuch bei Mukluk Annie’s Salmon Bake am Teslin Lake
beschrieben. Nix wie hin. Unterwegs halten wir bei einem Museum der
First Nations an. Vor dem Museum stehen einige Totempfähle. Im Innern
kann man sich über das Leben der Tlingits informieren. |
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Der
Teslin Lake liegt auf einer Höhe von 600 m. Er ist mit 125 km Länge
und 3 km Breite der größte See der Region. Als wir bei Annies Lokal
eintreffen, wird dort gerade ein Wohnmobil mit Waiblinger Kennzeichen
gewaschen.
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Wir kommen mit dem Fahrer in’s Gespräch und erfahren, daß
er mit seiner Frau seit September 2006 on tour ist. Sie waren Teilnehmer
der von SEABRIDGE organisierten Südamerika-Reise und sind nun auf dem
Weg nach Alaska. Wir hätten uns gern länger mit den Leuten
unterhalten, doch sie wollen heute noch bis Whitehorse fahren. Wir
dagegen bleiben über Nacht hier. Denn wer bei Annie die Spezialität
des Hauses – gegrillten Lachs – ißt, der darf kostenlos auf dem
Stellplatz am See übernachten und außerdem eine 1 ½ stündige Fahrt
mit dem Hausbaot auf dem Teslin Lake machen. Das ist doch mal ein
Angebot, zu dem man nicht NEIN sagen kann.
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Der
Lachs schmeckt super. Dazu gibt es reichlich Salat vom Buffet. Das
Dessert paßt gerade noch rein. Während ich mich faul im Liegestuhl
räkele, wäscht Mandus das Wohnmobil ab. Anschließend relaxen wir
beide am See. Am Spätnachmittag lodert
unser Lagerfeuer. Holz ist reichlich vorhanden. Abends tuckern wir mit
dem Hausboot über den See. Der Käpt’n, Annies Ehemann, erzählt
Geschichten aus seinem bewegten Leben. Wir stehen an Deck und lassen uns
den Wind um die Nase wehen. Eine Möwenfütterung ist der Höhepunkt der
Tour. Danach steuern wir wieder das Ufer an. Unser Feuer glimmt noch.
Wir können es wieder zum Leben erwecken. Mit einem Becher Tee am
Lagerfeuer lassen wir den Abend ausklingen.
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13.06.2007
(Yukon Day)
Zum
Frühstück “All you can eat“ kehren wir nochmals in Annie’s Lokal
ein. Blaubeerpfannkuchen, Eier, Speck, Würstchen und Bratkartoffeln
wandern von unseren Tellern in den Magen. Oh, my Coolness, diese
Portionen sind wir nicht gewohnt. Sonst gibt’s nur Toast mit Marmelade
oder Honig. Zum guten Schluß kaufen wir im angrenzenden Laden 2
verrückte T-Shirts vom Alaska Highway. Dann geht’s wieder auf die
Strecke.
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Nach
100 km Rast am Clinton River. Nun ist es nicht mehr weit bis Whitehorse,
der Hauptstadt des Yukon Territory. Die Stadt wurde nicht etwa nach
einem weißen Pferd benannt. Ausschlaggebend waren die weißen
Schaumkronen des ungezähmten Yukon River. Er ist über 3000 km lang und
wurde durch den Goldrausch im 19. Jahrhundert berühmt. |
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Ankunft
auf dem Campground um 10.45 Uhr. Nach der Registrierung fahren wir mit
dem Auto in die Stadt. Es regnet und ist unangenehm kühl. Wir parken
zentrumsnah, ziehen die Anoraks an und marschieren los. Zuerst schauen
wir uns den alten Raddampfer KLONDIKE an, der bis 1955 im Dienst stand..
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vv
Danach besuchen wir das Visitor Center und sehen uns dort einen Film an
über das Yukon Territory. Es wurde im Jahre 1898 gegründet, und zwar
am 13. Juni. Das bedeutet: heute ist Yukon Day. Aus diesem Anlaß bietet
man uns ein Stück Geburtstagstorte an. Auch nicht schlecht.
Wir
bummeln ein wenig durch die City. Plötzlich bricht die Sonne durch die
Wolkendecke. Sofort ist es sehr warm. Für uns heißt das, zurück zum
Parkplatz, umziehen im Womo. Weiter geht’s im Programm. Besichtigung
des Miles Canyon, eine Schlucht, durch die der heute stromschnellenfreie
Yukon fließt. Nicht besonders aufregend. Eine Hängebrücke für
Fußgänger führt auf die andere Seite.
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Wir
begeben uns zum Yukon Transportation Museum, wo man alle Verkehrsmittel
aus der Gründerzeit bestaunen kann, z. B. Hundeschlitten,
Schaufelraddampfer, Eisenbahnen und erste Flugzeuge. Nicht zu vergessen
Kanus, Postkutsche und Autos. Und jetzt kommt das Beste: heute ist
freier Eintritt. Auch hier wird der Yukon Day gefeiert. Wir halten uns
lange in dem interessanten Museum auf und schauen uns auch ein paar
Videos an. Am Spätnachmittag ist Schluß mit Kultur, obwohl das
Beringia Museum gleich nebenan liegt. Im Vorbeifahren schauen wir uns
noch die „weltgrößte Wetterfahne“ an, eine auf einem Sockel
montierte Douglas DC 3, die sich mit der Windrichtung bewegt. Jetzt geht’s
zurück zum Campground. Bei der angegliederten Tankstelle bekommen
Camper 3 Cent Rabatt pro Liter. Da tanken wir natürlich voll.
Endlich
kommen wir zur Ruhe. Mein gebrochener Zeh will Schonung und kalte
Umschläge. Ich tue mir schon selbst leid, aber das hilft ja nix.
Am
Abend nutzen wir das Angebot des Campingplatzes, im Internet zu surfen.
So können wir mal wieder einen kurzen Lagebericht in die Heimat
schicken.
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Straße der Sehnsucht |
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Stewart River. |
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Wir
setzen die Fahrt fort bis Stewart Crossing. Der von uns favorisierte
Campground liegt am Stewart River. Er verfügt über Strom- und
Wasseranschluß. Wir sind schon um 14.30 Uhr dort. Inzwischen hat sich
das Wetter gedreht, die Sonne scheint. Mücken lassen sich nicht
blicken. Besser kann es uns gar nicht gehen. Ich sitze im Campingstuhl
vor der Hütte und lege die Beine hoch. Nebenher studiere ich unser
Kartenmaterial. Mandus wäscht seine Jeans und trocknet sie auf der
Motorhaube.
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14.06.2007
Heute
nehmen wir vorübergehend Abschied vom Alaska Highway. Wir fahren den
Klondike Loop. Es nieselt mal wieder. Nach 60 km Fahrt – am Fox Lake
– kommen wir durch ein Gebiet, wo 1998 riesige Waldbestände durch
Feuer vernichtet wurden. Sieht trostlos aus.
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Fotostop
an einer früheren Verpflegungs- und Übernachtungsstation für
Goldsucher, dem Montague House, zwischen Whitehorse und Dawson City. In
Carmacks, am Ufer des Yukon River, halten wir Mittagsrast. Wir
überqueren den Fluß und fahren in Richtung Pelly Crossing. Stop bei
den Five Finger Rapids. In diesen Stromschnellen kam mancher Goldsucher
auf dem Weg nach Dawson City um’s Leben.
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Am
Spätnachmittag füllt sich der Platz. Wir stehen nicht schlecht, aber
die sanitären Einrichtungen sind recht rustikal und mit Vorsicht zu
genießen. Zum Campground gehört auch ein Lokal mit einer schönen
Holzveranda, aber wir kochen selbst. Auf Wunsch einer einzelnen Dame
gibt es Spaghetti al pomodoro. Danach sitzen wir noch lange in der Sonne
und erfreuen uns am süßen Nichtstun.
Auch
den Abend können wir im Freien genießen, weil die Mücken uns in Ruhe
lassen.
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15.06.2007
Start
um 07.30 Uhr nach Dawson City. Wir sind fast allein auf dem Klondike
Highway. Auf einer Strecke von 80 km begegnen uns 2 Autos. Links und
rechts der Straße wurde der Wald gerodet auf einer Breite von ca. 5 m.
Wir rätseln, ob es sich um einen (Sicht) Schutz für Tiere handelt oder
um einen Ausbau des Highway. Kurz vor Dawson City weichen wir vom Weg ab
und folgen einem 60 km langen Loop auf Schotter. In diesem
gottverlassenen Flecken Erde wurde Ende des 19./Anfang des 20.
Jahrhundert nach Gold gebuddelt. Beiderseits der holprigen Straße
undurchdringlicher Busch, unterbrochen von Hunker- und Bonanza Creek.
Der Loop führt uns bis auf eine Höhe von 1100 m. Überall sieht man
zerklüftetes Land, wo Bagger die Erde aufreißen. Auch heute noch wird
an vielen abgesteckten Claims nach Gold gesucht. Trotz moderner
Maschinen ist das eine mühsame Arbeit.
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Am
Ende des Loops angekommen, halten wir Mittagsrast und stärken uns mit
einer warmen Mahlzeit. Danach rollen wir in Dawson City ein. Zu Zeiten
des Goldrausches hatte D.C. eine große Bedeutung. Damals lebten hier
30.000 Menschen. So viel Einwohner hat heute ganz Yukon Terrytory. Einst
die bedeutendste Stadt nach Vancouver und Hauptstadt des Yukon, heute
leben hier gerade mal 500 Menschen, doch der Tourismus bringt Schwung in
die Region.
Wir
erobern die Main Street mit ihren hölzernen Bürgersteigen und hübsch
restaurierten Gebäuden. Ein Gang in’s Visitor Center ist Pflicht.
Auch hier gibt es interessante Videos zu sehen und natürlich
Informationsmaterial aller Art. Das Dawson City Museum zieht mich
magisch an. Mandus genießt in der Zwischenzeit die Sonne am Ufer des
Yukon River. Im Museum sind viele Ausstellungen zur Goldgräberzeit, der
Indianerkultur und dem Eisenbahntransport zu den Minen zu sehen.
Gemütliche Sitzecken laden dazu ein, sich verschiedene Videos zu den
einzelnen Themen anzuschauen.
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Kurze
Pause bei einem Eis im Schatten. Danach machen wir uns gemeinsam auf den
Weg zum Jack London Museum, wo sein ganzes Leben mit
Zeitungsausschnitten und Bildern sowie Fotos dokumentiert wurde. Neben
dem Museum steht die Jack London Cabin, die einen guten Einblick in die
Unterkunft eines Trappers und Goldsuchers vermittelt. Der berühmte
Schriftsteller hat sie 1898 als Quartier am Henderson Creek, wo er nach
Gold schürfte, genutzt. Ihr Standort war 120 km von D.C. entfernt. Die
Hütte wurde 1965 wieder entdeckt, demontiert und neu aufgebaut. Eine
Originalhälfte steht in der Geburtsstadt von J.L., in Oakland,
Kalifornien, die 2. Originalhälfte in Dawson City. Die jeweils fehlende
Hälfte wurde rekonstruiert. |
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Wer
den Campground ansteuern oder weiterfahren will, muß mit der Fähre
über den Yukon River fahren. In Dawson City ist die Welt mit Brettern
vernagelt. Keine Straße führt hinaus. Der Fähr-Transport ist
kostenlos. Auf dem Stellplatz ist Selfregistration angesagt. 12.—Dollar
in einen Umschlag stecken, Autokennzeichen und Platz Nr. angeben, fertig
ist die Laube. Feuerholz ist vorhanden und kostet keinen Penny. So
entfachen wir abends ein schönes Lagerfeuer und halten damit auch die
lästigen Fliegen in Schach. Es sind nicht immer die Mücken, die einem
den Spaß am Aufenthalt in der freien Natur verderben. |
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16.06.2007
Heute
liegt ein besonders attraktives Ziel vor uns –
ALASKA. Der 49. Bundesstaat der USA, den die Amerikaner den
Russen im Jahre 1867 für ein „Butterbrot“ (7,2 Millionen US-Dollar)
abgekauft haben, ist fast fünf mal so groß wie Deutschland, aber
statistisch gesehen lebt nur 1 Einwohner auf 3 km². Das muß man sich
mal auf der Zunge zergehen lassen.
Um
08.00 Uhr geht’s los auf dem TOP OF THE WORLD HIGHWAY. Welch
klangvoller, vielversprechender Name. Er wird zwar bald zur Gravelroad,
führt uns aber in luftige Höhen (über 1000 m) mit tollen Ausblicken.
Wald, so weit das Auge reicht, nur unterbrochen von den Ogilvie
Mountains im Norden.
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Um
10.00 Uhr kanadischer Zeit erreichen wir die Grenze. In Alaska gehen die
Uhren anders, dort ist es erst 09.00 Uhr. Wir legen die Pässe vor,
füllen ein Formular aus, zahlen 6.—US$ pro Person und sind in ALASKA.
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Alaska (USA) |
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Wir
fahren nun auf der Alaska Route 4 (Taylor Highway) bis Chicken. |
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Das ist
eine kleine Siedlung mit 3 ½ Häusern, einem Post Office und einem
Restaurant mit Café. Hier machen wir Mittagspause mit Chilli con Carne.
Bei einer Tasse Kaffee verzehren wir den von der Chefin selbst
gebackenen Kuchen. Danach setzen wir die Fahrt fort. Kurze Rast auf dem
Mt. Fairplay Wayside (950 m). |
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Nächster
Halt ist eine Geisterstadt bei Tetlin Junction. Was früher einmal eine
nette kleine Ortschaft war, ist heute nur noch ein trostloser Anblick
von verfallenen Gebäuden.
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Nun
geht’s in einem Rutsch bis Tok, unserem heutigen Etappenziel. Viel ist
nicht geboten in Tok, Visitor Center, Giftshops, Gasstation und Grocery
Store – that’s all! Nach dem üblichen Besuch im Visitor Center
fahren wir zu unserem Campingplatz, dem Tundra RV Park. Er verfügt
über schöne Stellplätze im Wald mit Strom- und Wasseranschluß.
Wir
machen es uns bei Kaffee und Kuchen gemütlich und studieren unsere
Alaska-Reiseunterlagen.
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Abends
hocken wir am Lagerfeuer. Zum Schutz gegen die Plagegeister haben wir
ein Moskitonetz über den Kopf gezogen. So sind Gesicht und Nacken
geschützt. Zum Essen gehen wir aber lieber in’s Womo.
Bis
23.oo Uhr ist es taghell. So lange sitzen wir draußen und genießen die
laue Abendluft.
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17.06.2007
Auf
nach Fairbanks, lautet die heutige Parole. Start um 07.30 Uhr auf dem
Alaska Highway. Dieser führt uns vorbei an der Alaska Range, einer
Gebirgskette mit schneebedeckten Gipfeln. Wir fahren ununterbrochen
durch Wälder, sehen aber leider kein Wild, bis auf 2 Elks, die
gemütlich über die Straße trotten. In Delta Junction, einer
landwirtschaftlichen Gemeinde, endet der Alaska Highway. Ein
unübersehbares Monument vor dem Visitor Center macht das jedem
Reisenden klar. Fotostop ist angesagt. Wir legen hier eine Mittagspause
bei gesundem Fast Food ein.
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Danach
geht’s weiter auf dem Richardson Highway. Entlang der Straße
verläuft die Trans Alaska Pipeline, teils über-, teils unterirdisch
(Ölleitung vom Nordpolarmeer nach Valdez im Süden Alaskas). Gut 20 km
vor Fairbanks liegt das Örtchen Northpole. Hier wohnt der
Weihnachtsmann. Das Santa Claus House ist ein Giftshop, der das ganze
Jahr über Weihnachtsartikel verkauft. Das tangiert uns momentan nur am
Rande. Unser Sinnen und Trachten ist auf den Einkauf von Lebensmitteln
gerichtet. Auf den letzten Kilometern sichten wir vier stattliche Moose.
Sie weiden nur 20 m vom Highway entfernt. |
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Das
Tagesziel, der Rivers Edge Campground, ist bald erreicht. Wie sein Name
verrät, liegt er an einem Fluß. Der Platz ist gut belegt. Er dient
nicht nur als Durchgangsstation. Wir schnaufen erst mal durch. Es ist
abartig heiß, und es gibt so gut wie keinen Schatten. Kurze Zeit
später ein Mordsgewitter. Alles rennet, rettet, flüchtet. Nach diesem
Spektakel deutlich bessere Luft. Die Sonne zeigt sich auch bald wieder.
Wir machen einen Spaziergang über das Gelände und am Fluß entlang.
Hier kann man es aushalten. Wahrscheinlich werden wir morgen einen
Ruhetag einlegen. |
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Abendessen
im Womo, Fotoausbeute auf dem Laptop anschauen, Planung für den
morgigen Besuch in Fairbanks, für die Weiterfahrt, den Bus-Ausflug im
Denali Nationalpark und und und…
18.06.2007
Early
in the morning Fahrt mit dem Womo downtown. Vorher
wollte ich eigentlich eine weitere Nacht auf dem Campingplatz buchen,
doch das war aus organisatorischen Gründen nicht möglich. Auch gut.
Fairbanks ist mit ca. 30.000 Einwohnern nach Anchorage und Juneau die
drittgrößte Stadt Alaskas. Für uns ist es der nördlichste Punkt
unserer Reise. Parkplatzprobleme kennt man auch hier nicht. Die
Innenstadt ist sehr gepflegt, eine gewachsene Mischung aus Alt und Neu.
Blockhütten, Holzhäuser, moderne Bürogebäude, Shopping Center und
Hotels vermitteln ein freundliches Bild. Das Visitor Center sieht aus
wie eine rustikale Blockhütte mit Grasdach. Wir machen einen Rundgang
durch downtown mit mehreren Fotostops, kaufen Andenken in „Alaskas
coolstem Giftshop“ und besuchen das Public Lands Information Center,
eine Art Museum, wo man alles über die Natur und Kultur des Landes
erfährt.
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Mitten
im Herzen der Stadt, am Ufer des Shena River, lassen wir uns zu einem
Picknick nieder (Golden Heart Place). Hier fassen wir den Beschluß,
weiterzufahren. Das Wichtigste haben wir gesehen, und mich zieht es mit
aller Macht zum bekanntesten Naturschutzgebiet Alaskas, dem Denali
Nationalpark.
Auf
dem Parks Highway (Nr. 3) fahren wir bis Nenana, einer Ansiedlung am
Zusammenfluß von Tanana- und Nenana River. Der Ortsname ist
indianischen Ursprungs und bedeutet: „Stelle, um zwischen zwei
Flüssen zu lagern“. Bekannt ist Nenana weit über seine Grenzen durch
das Nenana Ice Classic. Das ist eine Art Wette. Seit dem Jahre 1917
versucht man, auf die Minute vorauszusagen, wann Ende April/Anfang Mai
das Eis des Tanana River aufbricht. Dies wird mit Hilfe eines großen
Dreibeins aus Stahlrohr und kompliziertem Zubehör festgestellt.
Ratetickets kann man in ganz Alaska für 2.50 $ kaufen. Wer richtig oder
nah dran geschätzt hat, der gewinnt den Pott. Dabei geht es um Summen
zwischen 300.000 und 350.000 $.
Ebenfalls
bekannt ist das Städtchen durch die Tatsache, daß hier im Jahre des
Herrn 1923 der amerikanische Präsident Harding symbolisch den letzten
Nagel in eine Eisenbahnschwelle der Alaska Railroad eingeschlagen hat.
Wir
holen uns im Visitor Center letzte Infos über Campgrounds und Ausflüge
im Denali Nationalpark.
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Wir
landen auf dem Denali Rainbow Village Campground, nur wenige Autominuten
vom Park entfernt. Keine schlechte Wahl. Stellplatz mit Strom- und
Wasseranschluß. Wasser gibt’s auch von oben, schon wieder ein
Gewitter.
Nachdem
sich das Wetter wieder beruhigt hat, machen wir einen Abendspaziergang
rund um’s Gelände. An den Campground schließen sich einige Läden,
Imbißbuden und Cafés an. Der Kauflust sind keine Grenzen gesetzt. Wir
shoppen allerdings nur mit den Augen.
Nachtruhe
gegen 22.00 Uhr. Morgen soll es in aller Frühe losgehen.
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Nach
1 ½ Stunden Fahrt erreichen wir den Park. Am Parkeingang ziehen 2 Moose
die Aufmerksamkeit aller Touristen auf sich. Es handelt sich um eine Kuh
mit ihrem Kalb, die beinahe einen Verkehrsstau auslösen.
Im
Visitor Center bekommt man alle wichtigen Informationen betreffs
Camping-Möglichkeiten im Park und freie Plätze im Shuttle Bus. Mit
Wohnmobil oder Pkw darf man nur bis zum Campground fahren. Die einzige
Chance, den Park zu erkunden, ist eine Fahrt mit dem Shuttle Bus. Wir
bringen folgendes in Erfahrung: Die Campgrounds im Park, drei an der
Zahl, sind derzeit alle belegt. Erst in 2 Tagen wird etwas frei. Das
dauert uns zu lange. Wir werden in der Nähe etwas suchen. Bei den
Bustouren haben wir mehr Glück. Morgen früh um 07.30 Uhr Ausflugsfahrt
zum Fish Creek. Hierbei handelt es sich um eine achtstündige Tour.
Verpflegung und Getränke muß man mitnehmen. Im Park gibt es absolut
nichts. Da ist nur noch Wildnis angesagt.
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19.06.2007
warten auf den Bus!
Auf
zum Wilderness-Abenteuer. ½ Stunde vor Abfahrt stehen wir auf der
Matte.
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Um 07.30 Uhr startet die Bustour. Auf der einzigen Straße, die
in den Denali Nationalpark hineinführt, dürfen nur Busse und Räder
fahren. Autos und Wohnmobilen ist lediglich die Anfahrt zu den 3 im Park
befindlichen Campgrounds gestattet. Von dort werden die Camper per
Shuttle Bus zu den gewünschten Plätzen befördert. Wandern darf man
auch, aber nur mit Permit. An- und Abmeldung sind zwingend erforderlich.
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Wir
sitzen nun im Bus zum Fish River Creek, eine Tour von insgesamt 100 km.
Nach ca. 1 Stunde Fahrt kommt das erste Wild in Sicht: eine Füchsin,
die mit ihren beiden Welpen spielt. Der Bus hält an. Wir haben gute
Sicht. Mandus hat die erste Reihe gebucht, das heißt im Klartext, wir
sind zuerst eingestiegen und hatten freie Platzwahl. Viele Kleintiere
wie Rabbits und Ground Squirrels („Fast Food“ für Wölfe und
Bären) flitzen über die Schotterstraße. Die Frage aller Fragen
lautet: Wann sehen wir endlich einen Grizzly? Oder ist uns dieses
Erlebnis der besonderen Art nicht vergönnt? Der beste aller Ehemänner
witzelt,
5
Rabbits = 1 Grizzly
frei
nach dem Motto im Straßenfußball aus Kindertagen: 3 Ecken = 1 Elfer.
Demnach haben wir heute schon mindestens 3 Grizzlies gesehen.
Doch
dann taucht er tatsächlich auf, und das gleich im Doppelpack.
Prächtige Exemplare. Langer Busstop. Wir haben alle Zeit der Welt, die
Bären bei der Nahungsaufnahme zu beobachten und zu fotografieren. Diese
Riesen sind Pflanzen- und Fleischfresser.
Zwischendurch
mal eine kurze Pause, um sich die Füße zu vertreten und eine Toilette
aufzusuchen.
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Für
das nächste Highlight sorgen 2 Wölfe. Sie schnüren am Wegrand entlang
und laufen direkt auf uns zu. Absolute Stille im Bus, nur die Kameras
surren. Der Tourgide erklärt uns, daß seit mehr als 3 Wochen keine
Wölfe im Park zu sehen waren. Wir haben also großes Glück. Weitere
Tiere bekommen wir nicht zu sehen. Nur noch Gegend, und die ist auch
nicht von schlechten Eltern. Der Blick auf den Mt. Denali, den höchsten
Berg Alaskas, bleibt uns versagt. Wolken sind aufgezogen.
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Rückkehr
gegen 15.30 Uhr. Wir schauen uns im Visitor Center noch ein paar Videos
über den Nationalpark an und kehren um 17.00 Uhr zum Stellplatz
zurück. Hier sagen sich Fuchs und Has’ gute Nacht; im Ernst, wir
haben am Abend tatsächlich einen Fuchs auf unserem Campground gesehen.
Abendessen,
Einkaufsbummel, Ausklang im Wohnmobil mit der Fotoausbeute dieses
ereignisreichen Tages.
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20.06.2007
Aufbruch
zu neuen Ufern im Denali State Park. Wir rollen mit 70 km/h auf dem
Denali Park Highway dahin. Zwei Moose stehen nahe der Straße im Wasser.
Wir halten an und warten ab, was passiert. Das Warten hat sich gelohnt,
denn die Tiere kreuzen direkt vor uns 2 x die Straße.
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In
Cantwell kurzer Tankstopp. Wenig später haben wir den Berg der Berge im
Visier, den Mt. Mc Kinlay, auch Mt. Denali genannt. Seine Spitze ist nicht
in den Wolken. Ein Glückstag. Die Aussicht ist überwältigend, ob
mit oder ohne Fernglas bzw. Fernrohr. Einfach gigantisch. Wir halten
immer wieder an, um den Berg aus verschiedenen Perspektiven zu
fotografieren. Am South Viewpoint hat man den besten Overlook. Hier ist
eine großartige Anlage mit Picknickplätzen entstanden. Genau die
richtige Umgebung für unsere Mittagspause.
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In
Cantwell kurzer Tankstopp. Wenig später haben wir den Berg der Berge im
Visier, den Mt. Mc Kinlay, auch Mt. Denali genannt. Seine Spitze ist nicht
in den Wolken. Ein Glückstag. Die Aussicht ist überwältigend, ob
mit oder ohne Fernglas bzw. Fernrohr. Einfach gigantisch. Wir halten
immer wieder an, um den Berg aus verschiedenen Perspektiven zu
fotografieren. Am South Viewpoint hat man den besten Overlook. Hier ist
eine großartige Anlage mit Picknickplätzen entstanden. Genau die
richtige Umgebung für unsere Mittagspause.
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bDrei
km südlich von Wasilla besuchen wir das Iditarod Trail Sled Dog Race
Headquarter. Ein Museum vermittelt Informationen zu Hunderennen im
allgemeinen und dem Iditarod-Rennen im besonderen. Dazu werden packende
Videos gezeigt.
Auf
einem kleinen Rundkurs kann man eine Fahrt mit Schlittenhunden
unternehmen, doch bei 30 Grad im Schatten tun uns die Hunde leid, und
wir lassen es lieber bleiben.
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Gleich
neben dem Gelände liegt der Lake Lucille Campground, zwar sehr schön,
aber ohne jeglichen Service. Da fahren wir doch lieber ein paar Meilen
zurück, zum Alaskan Trails RV Park. Ankunft um 16.30 Uhr bei
gnadenloser Hitze. Das ist nicht normal, versichert uns die
Platzbetreiberin. Wir stehen auf Schotter ohne Schatten! Gott sei Dank
weht ein leichter Wind. Nach 2 Tagen ohne Sanitäranlagen endlich wieder
Duschen – herrlich.
Für
morgen planen wir einen Abstecher nach Anchorage, der größten Stadt
Alaskas. Wir sitzen noch lange vor der Hütte und lassen den Abend bei
einem guten Essen und einer Dose Bier ausklingen.
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21.06.2007
Vor
der Weiterfahrt nutzen wir den Internet-Service vom Stellplatz. Abfahrt
gegen 09.30 Uhr. Über Parks- und Glenn Highway sind wir in 1 ½ Stunden
in Anchorage. Das ist eine pulsierende Großstadt mit ca. 265.000
Einwohnern und gleichzeitig das wirtschaftliche Zentrum von Alaska.
Gegründet wurde die Stadt 1915 als Station der Alaska Railroad.
Anchorage liegt am Ende der tief in’s Land reichenden Bucht Cook Inlet.
Der
Stellplatz ist nahe downtown. Eine Bushaltestelle befindet sich gleich
gegenüber dem Campground.
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Um
14.10 Uhr fahren wir mit dem Bus (Peoplemover) in die Innenstadt. Der
Fahrpreis beträgt für Seniors (60+) nur 50 Cent. Nachahmenswert für
den öffentlichen Nahverkehr in unserer Heimat. In der City spielt sich
alles zwischen der 4. und 6. Avenue ab. Zuerst werfen wir einen Blick in’s
Visitor Center, das sich als Blockhaus präsentiert. Mit
Informationsmaterial sind wir eingedeckt. Gleich gegenüber liegt das
Alaska Public Lands Information Center, wo wir uns u.a. einen Film über
Grizzlies anschauen. Wir schlendern durch die Straßen, durchstöbern
verschiedene Giftshops (mit Erfolg) und fahren mit einem Trolley ein
paar Blocks ab. Last but not least: Mandus war im Barbershop. Sein Haar
wurde für 15.-- $ auf 2 mm gekürzt.
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Wir schlendern durch die Straßen, durchstöbern
verschiedene Giftshops (mit Erfolg) und fahren mit einem Trolley ein
paar Blocks ab. Last but not least: Mandus war im Barbershop. Sein Haar
wurde für 15.-- $ auf 2 mm gekürzt.
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Nach
4 ½ Stunden treten wir den Rückzug an. Die Füße sind platt. Gegen
19.30 Uhr sind wir wieder am Womo. Erst mal ausruhen. Mein gebrochener
Zeh macht mir noch immer Probleme. Mist!!!
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Abendessen
bei Sonnenschein. Es gibt Steaks mit Salat und Toast. Für den Toaster
können wir dem Vermieter gar nicht dankbar genug sein. Erst durch ihn
wird das Brot genießbar. Die Steaks werden übrigens unter erschwerten
Bedingungen gebraten. Der Pfannenstiel ist abgebrochen. Das tut dem
Geschmack aber keinerlei Abbruch. Die Pfanne werden wir bei nächster
Gelegenheit ersetzen.
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22.06.2007
Wir
starten um 07.00 Uhr in den neuen Tag und landen prompt im
Berufsverkehr. Oh weh! Bevor wir Anchorage verlassen, kaufen wir
ordentlich ein. Außer den üblichen Lebensmitteln landet auch eine neue
Pfanne im Einkaufswagen. Jetzt
nur noch auftanken, und dann nix wie raus aus der Großstadt.
In
Palmer kaufen wir ein Meßgerät, um den Reifendruck zu prüfen. Alles
ist, wie es sein soll. Frühstück um 10.15 Uhr in Jonesville Junction
bei Meile 61. Wir schlagen uns den Bauch voll mit Omelett, Speck,
Rösti, Toast, Marmelade und Kaffee ohne Ende.
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Der
Glenn Highway ist eine wunderschöne Panoramastraße. Sie führt durch
Wälder, vorbei an zahllosen Seen, Flüssen und Bächen sowie
schneebedeckten Bergen. Höhepunkt der Etappe ist der Matanuska Glacier.
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Der
Reiseführer rät zu einem Stop am View Point bei Meile 101. Dort hat
man einen Blick auf den Matanuska River und –Glacier. Ein Hiking Trail
von 45 Minuten Dauer bringt uns an die besten Aussichtspunkte. Der
Fußmarsch lohnt sich. Obwohl die Sicht leicht verhangen ist, genießen
wir eine irre Ansicht des Gletschers.
Unsere
Endstation für heute ist Glennallen. Der Name setzt sich aus zwei
Familiennamen zusammen, Cpt. Glenn und Lt. Allen, ehemals militärische
Führer dieser Region. Der Moose Creek RV Park bietet Wasser und Strom,
hat aber keine Toiletten und keine Waschgelegenheit. Selfregistration
mit 18.-- $ ist angesagt.
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Wir
fahren nochmals in den „Ort“ (3 Hütten) und kaufen uns einen
riesigen Eisbecher, der mindestens für 2 Tage reicht. |
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Nach
einer ausgedehnten Pause besuche ich das Alaska Museum of Wildlife.
Prächtiger Ausstellungsraum mit ausgestopften Tieren wie Wölfe,
Bären, Füchse, Rotwild, Luchse u.v.a.m.
Das größte Tier ist ein Kodiak Bär. Er hat den Namen von der
Insel Kodiak, seinem Lebensraum, erhalten.
Am
Abend Siesta vor dem Womo unter kräftigem Einsatz von Moskito Spray. So
kann man es aushalten.
Nachtruhe
gegen 23.00 Uhr.
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23.06.2007
Um
08.15 Uhr gehen wir auf die Strecke. Tagesziel ist Tok, wo sich der
Kreis wieder schließt. Dort waren wir vor genau einer Woche.. Nach
wenigen km Fahrt treffen wir auf zwei Schweizer mit einem Tandem. (Mann
und Frau, Ende 20, Anfang 30). Sie sind unterwegs von Anchorage nach
Mexiko. Wir outen uns als begeisterte Tourenfahrer und haben jede Menge
Gesprächsstoff miteinander. Der Little Tok River lädt zu einer Rast im
Grünen ein. Stühle raus, Kaffee und Kuchen servieren, dabei die Blicke
schweifen lassen über Berge, Wälder und den glasklaren Fluß.
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Bei
der Weiterfahrt sehen wir ein Moose bis zum Bauch im Wasser stehen, nahe
am Highway. Wir fahren rechts ran und erfreuen uns an der Beobachtung
des mächtigen Tieres. Watching for a long time.
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Gegen
14.45 Uhr erreichen wir Tok. Wir fahren zu demselben Campground und
bekommen denselben Stellplatz mit der Nr. 51 zugewiesen. Nun rollen wir
erst mal gemütlich in den Ort, den es als solchen gar nicht gibt, nur
ein paar Häuser links und rechts der Straße. Mehrere Giftshops,
Restaurants, Cafés, Tankstellen und ein Visitor Center. Das war’s
dann. Wir durchstöbern die Läden, essen ein Eis im Schatten und fahren
danach zurück zum Campground. Hier wäscht Mandus das Auto. Dieser
Service ist für Camper kostenlos. In der Rezeption befindet sich eine
kleine Bücherei, leider nur englischsprachige Literatur. Pech für
mich.
Abends
entfachen wir wieder ein zünftiges Feuer. Der Rauch hilft uns, die
Mücken zu vertreiben. Auf den Nachbarstellplätzen sind deutsche
Urlauber eingetroffen. Sie stehen am Beginn ihrer Reise. Wir kommen in’s
Gespräch und können ihnen ein paar wertvolle Hinweise für den
Streckenverlauf geben.
Als
wir gegen 23.00 Uhr schlafen gehen, ist es immer noch taghell. Aber das
macht uns nichts aus. Augen zu und ab in’s Traumland.
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24.06.2007
Um
07.15 Uhr nehmen wir den Alaska Highway unter die Räder. Er soll uns
zurück nach Kanada bringen. An der Grenze Zeitumstellung, die Uhren
werden eine Stunde vorgestellt. Um 10.30 Uhr Alaska Time, 11.30 Uhr
Pacific Time, passieren wir die Grenze. Sie wird markiert durch eine 6 m
breite Schneise, die in den Wald geschlagen wurde.
Mittagspause
in Beaver Creek im Road Kill Café, wo wir auch um diese Tageszeit ein
anständiges Frühstück bekommen.
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Nächster
Halt am Pickhandle Lake. Dort treffen wir auf ein Wohnmobil mit
Anhänger mit der Aufschrift CANUSA TOURS, nicht zu verwechseln mit
Canusa Touristik. Die Fahrerin ist eine Deutsche, vor 28 Jahren nach
Kanada ausgewandert. Sie verdient sich ihren Lebensunterhalt damit,
deutsche Touris durch die Lande zu schaukeln. So bietet sie
30-Tage-Touren all inclusive an. Auch nicht schlecht! Sie hat einen
freien Mitarbeiter in Deutschland, der ihr die Reisewilligen vermittelt |
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Gravelroad |
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Erfahrungsaustausch
mit Landsleuten |
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Andere
Deutsch/Kanadier erzählen uns, daß sie auf dem Weg nach Haines sind,
um von dort morgen mittag per Fähre nach Skagway/Alaska zu fahren. Das
weckt Begehrlichkeiten. Skagway steht auch auf unserer Wunschliste. Wir
dachten dabei an eine Fahrt von Whitehorse über den Whitepaß. Nur muß
man auf demselben Weg zurück. Mit der Fähre böte sich eine wunderbare
Alternative an. Einen kleinen Haken gibt es dabei: die Fähre verkehrt
nur montags und samstags. Für den Rest der Woche ist sie anderweitig
eingesetzt.
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Was tun? Heute sind wir schon genug gefahren mit mehr als
300 km. Und bis Haines ist noch ein weiter Weg. Wir schmeißen das
Handtuch am Kluane Lake. Der Tacho zeigt 395 km an.
Beim
Abendessen beschließen wir, morgen in aller Frühe loszureiten, um die
Fähre noch zu erwischen. Man muß 2 Stunden vor Abfahrt dort sein,
allerdings gewinnt man eine Stunde durch die erneute Zeitumstellung.
Eine Reservierung mit Hilfe der Campingplatzbetreiberin war leider nicht
mehr möglich, weil das Hafenbüro schon geschlossen hatte. Aber die
gute Frau meinte, eine Reservierung sei nicht erforderlich. Ihr Wort in
Gottes Ohr.
Ein
Spaziergang am Ufer des Sees beendet die Aktivitäten dieses Tages.
Der
Platz gehört in die 1. Kategorie. Er ist tip top gepflegt und hat
blitzsaubere Sanitäranlagen. Wegen eines Umwelt-Projekts mit Bären
gibt es keine Müllentsorgung auf dem Campground. Aber damit können wir
leben.
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25.06.2007
Wecken
zu nachtschlafender Zeit, um 04.00 Uhr, Abfahrt 1 Stunde später. In
Haines Junction halten wir nur an, um zu tanken. Wenig später sehen wir
einen Schwarzbären am Straßenrand. Leider läßt er sich nicht lange
beobachten, sondern verschwindet im Wald. Wir haben den Alaska Highway
verlassen und fahren nun auf dem Haines Highway. Er führt uns vorbei an
der Gebirgskette der Coast Mountains. Ein beeindruckender Anblick trotz
tief hängender Wolken. Die Route führt über den Summit Paß (1070 m),
der höchsten Erhebung auf dem Haines Highway.
Von hier fließen alle Flüsse in’s Meer.
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Um
09.00 Uhr passieren wir die Grenze zu Alaska; 1 Stunde Zeitgewinn.
Ebenfalls um 09.00 Uhr (Alaska Time) erreichen wir Haines. Der Ort
zeichnet sich durch eine herausragende Lage aus. Zwischen schnee- und
gletscherbedeckten Gipfeln und dem Meer, ringsherum unberührte Natur;
das ist kaum zu überbieten. Unser Ziel ist das Hafenbüro, wo wir eine
Viertelstunde später eintreffen. Es ist noch geschlossen. Wir sind die
ersten Passagiere, die einen Platz auf der Fähre buchen wollen. Es
klappt tatsächlich. Mit 130.-- $ sind wir dabei.
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Nun
fahren wir erst mal in die Innenstadt und gehen frühstücken. Dafür
zahlen wir 22.-- $ zuzüglich 4.-- $ Tip (Trinkgeld). Nicht gerade
billig, aber es hat gut geschmeckt. Es folgt ein Stadtrundgang, der
nicht allzuviel Zeit in Anspruch nimmt, denn der Ort ist klein. Danach
geht es zurück zur Anlegestelle. Im Büro ist inzwischen der Teufel
los. Menschenschlangen stehen vor den
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Abfertigungsschaltern.
Ob die alle mitkommen, ist zweifelhaft. Wir sind ganz locker,
schließlich haben wir unser Ticket in der Tasche. Gegen 12.30 Uhr
läuft die Fähre ein. Am Anleger treffen wir die Bekannten vom Vortag
wieder, die uns den Tip mit der Fähre gaben.
Es ist ein
Geschwisterpaar, das vor 48 Jahren ausgewandert ist. Die Frau lebt in
New York, besitzt ein Haus in Florida und eins in Vermont. Der Mann lebt
in Calgary. Beide sind Rentner, die sich ihren Ruhestand mit Reisen
versüßen.
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Die
Fähre legt mit 1 ½ Stunden Verspätung ab. Wir erleben eine Fjordfahrt
vom Feinsten. Natürlich stehen wir die ganze Zeit an Deck, obwohl es
kalt und sehr windig ist.
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Nach
einer guten Stunde legen wir in Skagway an. Runter vom Schiff, rauf auf
den Campground. Der liegt direkt am Hafen und ist stark belegt. |
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Aber wir
finden einen schönen Stellplatz mit Strom- und Wasseranschluß. Zu den
Kreuzfahrtschiffen, die im Hafen vor Anker liegen, kann man fast
hinspucken.
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Wir
trinken erst mal eine Tasse Kaffee im Wohnmobil und erholen uns von den
„Strapazen“ des Tages. Anschließend machen wir einen Bummel durch
den Ort. Skagway ist ein sehr hübsches Städtchen und kann auf eine
bewegte Vergangenheit aus den Jahren des Goldrausches zurückblicken.
Heute bringen die Touristen das Gold und geben es mit vollen Händen aus
für Souvenirs, Schmuck, Kleidung u.v.a.m. Hier in Skagway sind es
hauptsächlich die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe, die mit Geld um
sich werfen. Vier solcher Riesenpötte legen täglich hier an.
Frühmorgens ankommen, spätabends abfahren, so läuft das.
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Eine
besondere Attraktion ist die Eisenbahnstrecke über den Whitepaß, die
Skagway mit Whitehorse verbindet. Dort fährt heute noch der
nostalgische Dampfzug zu touristischen Zwecken. Wir werden den Weg der
Alaska Railroad verfolgen, wenn wir übermorgen selbst den Paß unter
die Räder nehmen.
Heute
gehen wir mit den Hühnern in’s Bett. Nach Alaska Time sind wir schon
seit 03.00 Uhr auf den Beinen. Es war ein sehr ereignisreicher Tag.
Dafür gönnen wir uns morgen einen Ruhetag.
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26.06.2007
Bringt
ein Ruhetag Ruhe? Nicht unbedingt. Wir schlafen zwar ein Stündchen
länger und trödeln beim Frühstück. Aber dann ist es auch schon mit
der Ruhe vorbei. Im Wohnmobil muß mal wieder Klar Schiff gemacht
werden. Auch die Betten beziehen wir neu.
Der
Hafen zieht uns magisch an. Wir bestaunen die Riesenpötte, die dort vor
Anker liegen. Sie sind heute morgen angekommen. Jetzt ist Leben in der
Bude, denn die Schiffe spucken eine Ladung Passagiere aus. Viele davon
steigen in den Zug, der nur ein paar Schritte vom Hafen entfernt steht.
Das ist durchorganisiert bis zum Gehtnichtmehr. Ein Auto mit
Radanhänger fährt vor. Wer möchte, kann ein Rad ausleihen und mit
oder ohne Führung eine Tour machen. Wer einen Ausflug mit dem Bus
gebucht hat, muß auch nicht weit laufen. Alles ist auf die
Kreuzfahrtschiffe abgestimmt.
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Nach
dem Hafenbummel kehren wir ein zum Lunch in ein ganz uriges Lokal der
Skagway Fish Company. Es herrscht ein Mordsandrang, aber wir haben
Glück. Ein Tisch am Fenster wird uns zugewiesen, wo wir einen prima
Ausblick haben auf die Alaska Railroad (mit 3 Loks). Der Anstieg zum
Whitepaß geht von 0 auf über 1.000 m.
Jetzt
ist ein Bummel durch das historische Städtchen angesagt. Wie immer,
gehen wir zuerst in’s Visitor Center, um uns mit Info Material
einzudecken. Wir schauen uns einen interessanten Film an über den
Goldrausch von 1898, wo Zehntausende per Schiff nach Skagway kamen. Von
hier ging es weiter über den Whitepaß (z.T. mit Packtieren) auf dem
Landweg nach Dawson City. Die Alternative dazu war ein Fußmarsch über
den Chilkoot Paß und weiter mit selbst gezimmerten Booten oder Flößen
auf dem Yukon River zu den Goldfeldern am Klondike. Das hört sich
einfach an, war aber in Wirklichkeit ein Abenteuer, bei dem viele um’s
Leben gekommen sind. Das meiste ist uns bekannt aus dem Buch „ALASKA“
von J.A. Michener, einer meiner Lieblingsschriftsteller. Seit ich es vor
ca. 20 Jahren gelesen habe, träumte ich von einer Alaska-Reise. Dieser
Traum ist ja nun wahr geworden.
Nachdem
wir sämtliche Souvenir-Shops durchstöbert haben, zieht es uns zum
Stellplatz zurück.
Am
Nachmittag gibt es Kaffee und Kuchen beim Womo. Lesestunde, Planung und
Rückblick. Wir sind uns einig, daß Skagway für uns das Sahnehäubchen
auf der Alaska-Torte ist.
Um
21.30 Uhr laufen die Kreuzfahrtschiffe eines nach dem anderen aus.
Morgen früh sind wieder andere da. Das ist so sicher wie das Amen im
Gebet.
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27.06.2007
Bevor
wir Skagway verlassen, besuchen wir den alten Friedhof mit Namen Gold
Rush Cemetery. Ganz besonders interessieren wir uns für die Gräber von
Gangsterboß Soapy Smith und seinem Gegenspieler Frank Reid, der als
Held verehrt wird. Er hatte Soapy im Sommer 1898 zu einem Duell
gefordert und diesen erschossen, aber wenige Tage später starb er
selbst an den Folgen der erlittenen Schußverletzungen. Sie hätten sich
bestimmt nicht träumen lassen, daß dieses Duell heute in einer Show
allabendlich im Theater aufgeführt wird. Das
Stück trägt den Namen: “The Days of ‘98 Show with Soapy Smith”.
Nach
dem Friedhofbesuch machen wir uns auf den Weg zum Whitepaß, der die
Grenze zwischen den USA und Kanada markiert. Wir sind von gewaltigen
Bergen umzingelt und haben oben auf dem Paß, auf 1000 m Höhe, eine
herrliche Sicht auf diese grandiose Naturkulisse.
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Außer
dieser einen Straße führt nur die Schiene durch die Bergwelt. Was
früher eine Lebensnotwendigkeit war, ist heute Touristenattraktion.
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Wir
halten unterwegs immer wieder an, um auf den Zug zu warten und den
Reisenden zuzuwinken. |
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Stop
in Carcross, einer kleinen Siedlung der Native People. Wir steuern das
Visitor Center an, das im ehemaligen Bahnhof seinen Standort gefunden
hat. Man kann sich nie genug informieren, lautet unsere Devise. Danach
Rundgang durch den Ort. An einer Imbißbude einen Bison Burger gegessen.
Dazu der Kommentar meines Mannes: „Wer hätte das gedacht? Ein so
mächtiger Bison findet als Burger Platz auf einem Brötchen“.
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Gleich
hinter Carcross liegt die kleinste Sandwüste der Welt, die 260 ha
große Carcross Desert. Wir fahren vorüber am Emerald Lake, der für
sein türkisfarben leuchtendes Wasser berühmt ist. Kurzer Fotostop.
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Nun
ist Whitehorse nicht mehr weit. Wir steuern unseren alten Campground an
und erhalten auch hier denselben Stellplatz wie zuvor. Wir halten uns
nicht lange dort auf, sondern fahren zu Fraserway, um den 2. fälligen
Ölwechsel durchführen zu lassen. Aber dort hat man keine Zeit für
uns. Alle sind in hektischer Aufregung. „Morgen kommt Condor“, da
müssen die Wohnmobile einsatzbereit sein. Anders als in Vancouver, kann
man in Whitehorse am selben Tag das Wohnmobil übernehmen. Nun ja, da
müssen wir eine andere Lösung finden. Kein Problem. Im Industriegebiet
suchen wir eine Werkstatt auf, die sich der Sache annimmt. Danach kaufen
wir bei Walmart ein, und zwar zwei Jeans für den besten aller
Ehemänner. Nebenan gibt’s Fleisch, Obst und Gemüse. Damit sind wir
gut gerüstet für die nächsten Tage.
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Überall
in der Stadt hängen Plakate aus. Heute beginnt das längste Kanu-Rennen
der Welt, von Whitehorse bis Dawson City. Das sind 750 Flußkilometer
auf dem Yukon.
Um
17.30 Uhr sind wir wieder am Campingplatz. Genug für heute, nur noch
relaxen. Zum Abendessen werden Burger und Nudelsalat serviert, gar nicht
übel. Später Einstieg in’s Internet; 12 Minuten = 1.—Dollar. 10
Minuten dauert es, bis die Kiste überhaupt anspringt. Alles nicht so
einfach, aber eine kurze Nachricht können wir doch übermitteln.
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28.06.2007
Heute
dürfen wir mal wieder ausschlafen. Das nutzen wir aus und bleiben bis
sage und schreibe 09.30 Uhr in den Federn. So spät kann man einen Tag
auch beginnen. Nach einer ausgiebigen Dusche und einem leckeren
Frühstück sind wir gestärkt für den Turn in die City. Hier ist
einiges los. Es leben ja nicht umsonst 70 % aller Einwohner des Yukon
Terrytory in Whitehorse.
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Unser
Weg führt schnurstracks in’s Visitor Center. Hier schauen wir uns ein
Video an über die Railroadstrecke Skagway – Whitehorse, was wir erst
gestern in natura gesehen haben. In meinen Augen ist das eine der
schönsten Eisenbahn-Strecken auf der ganzen Welt.
Wir
wollen auch mit dem Zügle fahren, mit der Waterfront Trolley. Es fährt
ca. 2 km am Yukon River entlang. Damit tuckern wir einmal rauf und
runter und haben unseren Spaß dabei.
Nun
laufen wir uns die Füße platt in downtown, schauen uns
Sehenswürdigkeiten wie Häuser und Kirchen aus dem 19. Jahrhundert an.
Natürlich liegt auch ein Abstecher in einen Giftshop drin. Nur gucken,
nicht anfassen.
Einkehr
in ein uriges Lokal, das „Klondike Rib & Salmon BBQ“. In einem
Korb wird Heilbutt mit Beilagen serviert. Ich bevorzuge Calamari. Beides
sieht gut aus und schmeckt auch so.
Wir
sind wieder auf Achse und schlendern durch die Straßen. Bei einer
Kanu-Verleihstation erkundigen wir uns nach Touren auf dem Yukon. Man
empfiehlt uns einen Halbtagestrip mit Rückbeförderung. Der Spaß
kostet 120.—Dollar. Das ist uns die Sache wert. Man stelle sich vor,
wir zwei auf dem Fluß, der fast schon eine Legende ist. Tolle
Aussichten.
Wir
latschen zurück zum Visitor Center und schauen uns einen Film über das
Yukon Terrytory auf der Großleinwand an. Eine atemberaubende
Landschaft. Man kann sich nicht sattsehen daran. Im Anschluß ziehen wir
uns noch ein Video rein über das Zusammentreffen von Bären und
Menschen. Wie soll man sich bei einer Begegnung, bzw. bei einem Angriff
verhalten? Ich weiß jetzt alles darüber, aber ob ich auch die Nerven
hätte, mein Wissen im Falle eines Falles anzuwenden, das weiß ich eben
nicht.
Unser
Womo stand die ganze Zeit auf dem Parkplatz des Visitor Centers, ein
eigens eingerichteter Platz, auf dem nur Wohnmobile parken dürfen. Echt
nobel, dieser Service und sehr touristenfreundlich.
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Nun
kehren wir zurück zum Campground. In der Rezeption verlängern wir
unseren Aufenthalt für einen Tag, denn morgen früh soll das Abenteuer
auf dem Yukon River starten. Yukon bedeutet übrigens in der Sprache der
Native People: Großer Fluß.
Kaffee
und Kuchen, relaxen, Unterlagen studieren und die Vorfreude auf die
Kanu-Tour genießen. Abends Lagerfeuer. Burger vom Grill mit
Folienkartoffeln aus der Glut. Ein Feinschmeckermenue für Camper.
Feuerholz gibt es umsonst. Anderswo haben wir schon 7.—Dollar dafür
bezahlt. So gleicht sich alles aus im Leben.
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29.06.2007
Man
sieht die Hand vor Augen nicht. Nebel – nicht nur im Fjord der Lachse.
Auch hier im Tal des Yukon River. Da heißt es abwarten. Nach 1 Stunde
Wartezeit gehen wir einkaufen. Es ist kalt und diesig. Was tun?
Beschluß: wir machen die Tour und ziehen uns warm an. Um 10.30 Uhr sind
wir bei der Vermietstation. Nix los. Wir sind die einzigen
Interessenten. Wir werden ausgerüstet mit Schwimmwesten, einem
wasserdichten Sack für die Fotoausrüstung und einem Ersatzpaddel.
Kurze Einweisung und Trockenübung an Land, wie das Kanu zu steuern ist.
Dann kann es endlich losgehen. Dort, wo der Takhini in den Yukon
fließt, ist für uns Endstation. Der Start klappt besser als
befürchtet. Starke Strömung, aber keine Gefahrenpunkte auf der
Strecke.
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Nach
45 Minuten Fahrt erste Anlandung zur Vesperpause. An- und Ablegen sowie
Ein- und Aussteigen sind kein Problem. Der Fluß gehört uns ganz
allein. Kein anderes Boot ist z.Z. auf dem Wasser. Wir hören nur
Vogelgezwitscher und das Plätschern der Wellen. Das Wetter ändert
sich, die Sonne kommt raus. Wir sind rundum glücklich, denn wir paddeln
auf dem Yukon, den im vergangenen Jahrhundert Tausende von Goldsuchern
und Glücksrittern befahren haben. Einfach irre.
Die
2. Anlandung geht auch gut über die Bühne. Aber sie ist nicht von
langer Dauer, denn ein ganzer Schwarm Moskitos stürzt sich auf uns. Wir
treten die Flucht nach vorn an. Erst in der Flußmitte werden wir die
Blutsauger los. Nun heißt es wieder genießen. |
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Es ist ein herrliches
Gefühl, so dahinzugleiten. Nach ca. 3 ½
Stunden kommt das Ziel in Sicht. Ein kurzer Kampf mit vollem
Einsatz gegen die Strömung, dann ist es geschafft.
Das
Abenteuer Yukon hat ein Ende. Die Abholung erfolgt – wie verabredet
– um 15.00 Uhr. Kanu und Ausrüstung werden verladen, wir steigen ein,
und ab die Post.
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Bei
der Vermietstation steigen wir in unser Womo um und fahren zurück zum
Campingplatz. Wir tanken zuerst das Auto auf und parken dann auf unserem
Stellplatz ein. Böse Überraschung: die Wäscheleine samt Handtüchern
geklaut. Niemand weiß was, keiner hat was gesehen. Nicht lange ärgern,
einfach abhaken. |
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Jetzt
ist erst mal relaxen bei Kaffee und Kuchen angesagt. Das zieht sich
über Stunden hin. Am Abend grillen wir Hambrger am Lagerfeuer. Doch
entweder der Nieselregen oder die angriffslustigen Mücken verderben uns
den Spaß. Da ziehen wir doch besser um in’s Wageninnere und machen es
uns dort so richtig gemütlich.
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30.06.2007
Zwar
kennen wir die Strecke schon, die wir heute auf dem Alaska Highway
zurücklegen, aber der Anblick der Berge, Seen, Flüsse und Wälder ist
immer wieder beeindruckend. Wir werden überholt von einem Wohnmobil mit
WN-Kennzeichen. Das sind doch tatsächlich die Waiblinger von der
Südamerika-Tour. Nun haben sich zum dritten Mal unsere Wege gekreuzt.
Wegen Bauarbeiten an der Brücke über den Teslin River hat sich ein
langer Stau gebildet. Geduld ist angesagt, aber irgendwann geht es
weiter. Um 11.00 Uhr erreichen wir unser Ziel: Mukluk Annie.
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Wir
suchen uns einen Stellplatz am See und richten uns häuslich ein. Danach
wird Feuerholz gesammelt. Anschließend schlendern wir zum Lokal, um den
berühmten gegrillten Lachs zu essen.
Wir
essen gut und reichlich, relaxen vor der Hütte in bequemen
Holzstühlen. Anschließend raffen wir uns auf zu einem
Verdauungsspaziergang. Inzwischen ist es 15.00 Uhr und immer noch stark
bewölkt. Kein Fotowetter, da werde ich wohl allein die Hausboottour am
Abend mitmachen. |
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Wer steht vor der Wäscherei? Die
WN-ler. Die Welt ist doch klein, oder? Nun unterhalten wir uns
ausführlich über Gott und die Welt und wo wer von uns gewesen ist. Das
Wohnmobil der Waiblinger, ein Hymer, hat schwer gelitten. Es ist mit
einigen 1000.-- € an Reparaturkosten zu rechnen.
Oh, my Coolness! Sie sind schon neun Monate damit unterwegs
und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Von hier aus wollen sie durch die
Nationalparks Banff und Jasper, danach CROSS CANADA bis Halifax. Dort
wird das Wohnmobil verladen. |
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Die
Bootstour ist wieder sehr unterhaltsam. Diesmal bleibe ich nicht an
Deck, sondern mache es mir drinnen gemütlich. Ich verstehe zwar nur
einen Bruchteil der Geschichten, die der Käptn erzählt, aber das
meiste kann ich mir zusammenreimen. Er versteht es sehr gut, seine
Gäste an Bord zu unterhalten. |
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Wieder
an Land, setzen wir uns gemeinsam an’s Feuer und essen Kartoffeln aus
der Glut. Dazu eine heiße Tasse Tee. Das tut gut. Manchmal kommt es
eben auf die kleinen Dinge im Leben an. |
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