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Südafrika-Reise 2005

  

 

 

Datum                        Aktion:                                       

20.01.05                    Flug
21.01.05                    Flug
22.01.05                    Ankunft
23.01.05                    Signalhügel
24.01.05                    Paarl Rock, Franschhoek
25.01.05                    Cecil Rhodes Memorium
                                   Besuch von Jacky u. Walter

26.01.05                    Waterfront

27.01.05                    Kap der guten Hoffnung
28.01.05                    Two Oceans Aquarium (Waterfront)
29.01.05                    Vergelegen, Stellenbosch, Delheim
30.01.05                    Afrika-Markt, Sea-Point-Promenade

                                 
Tea-Time im Mount Nelson

31.01.05                    Hermanus (Indischer Ozean)
01.02.05                    Philadelphia,
Tulbagh, Bains Kloof
02.02.05       
            Wanderung auf den Tafelberg
03.02.05       
            Hout Bay, Chapman’s Peak, 
                                 
Simons town, Boulders

04.02.05                    Botanischer Garten Kirstenbosch
                       
           Abschiedsessen

05.02.05                    Flug nach Nelspruit (Schwarzafrika)
06.02.05                    Panoramaroute mit Blyde River Canyon
07.02.05                    Krüger Nationalpark
08.02.05                    Krüger Nationalpark
09.02.05                    Krüger Nationalpark
10.02.05                    Kaapsehoop
11.02.05                    Moholoholo-Tierpflegestation
                                 
Garden of Eden, Farm mit weißen Löwen

12.02.05                    Bummel Nelspruit, Riverside-Mall
13.02.05                    Rückflug  

 

 

20.01.2005

Anreise über London mit British Airways. Von dort ist man normalerweise in 11 Stunden in Kapstadt. Aber wir  nicht! Technische Probleme zwangen den Flieger zur Umkehr. Wir waren 7 Stunden in der Luft für nichts und wieder nichts!!!

 

21.01.2005

Erneute Landung in London um 02.30 Uhr. Gepäck empfangen, mit dem Bus zum Hotel fahren, um eine Mütze voll Schlaf zu nehmen. Das Pech klebte uns an den Hacken; wir – und einige andere Passagiere – saßen im falschen Bus. Zurück zum Flughafen. Kein Personal mehr vor Ort. Langes Hin und Her, endlich Transfer zum Hotel. Inzwischen war es 05.00 Uhr. Wir waren wie gerädert, mussten allerdings um 09.00 Uhr schon wieder am Frühstückstisch sitzen. Danach hieß es warten. Um 13.00 Uhr Abholung und Transfer zum Air Port. Erneutes Einchecken, Gepäckaufgabe usw.

Abflug geplant 17.10 Uhr, Start 18.20 Uhr.

Diesmal flogen wir tatsächlich nach Kapstadt. Es gab keine technischen Probleme, dafür aber körperliche: Übelkeit und Erbrechen. Kein Wunder bei der ganzen Aufregung.

 

SÜDAFRIKA

 

Eine Reise ans „schönste Ende der Welt“

 

Ankunft auf dem Flughafen von Kapstadt um 07.30 Uhr. Angenehme sommerliche Temperaturen empfangen uns. Endlich sollen wir die Stadt kennen lernen, über die wir uns vor Antritt der Reise ausführlich informiert haben. 

Wir, das sind Mac (Hans-Josef Adams), seine Frau Margret, Amandus und ich.
Diverse Reiseführer und der Roman von James A. Michener „Verheißene Erde“ waren uns eine große Hilfe.

 

Kapstadt, englisch Cape Town, afrikaans Kaapstad, ist die einzige Metropole Südafrikas, in der Schwarze nicht die Mehrheit der Bevölkerung stellen. Mehr als die Hälfte der ca. 3 1/2 Millionen Einwohner sind Coloureds, Nachkommen von weißen Siedlern und schwarzen Einheimischen. Es folgen die Schwarzen mit rund einer Million Einwohner. Erst an 3. und letzter Stelle kommen die Weißen mit ca. 700.000 Einwohnern.

Die Geburtsstunde Kapstadts schlug am 06. April 1652, als der in den Diensten der Niederländisch-Ostindischen Kompanie stehende Jan van Riebeeck in der Tafelbucht Anker warf.

So hat es vor mehr als 350 Jahren angefangen.

Für uns fängt heute – mit 1 Tag Verspätung – der lang ersehnte Urlaub an.

Waldemar Marx, unser Reiseführer vor Ort, holt uns am Flughafen ab. Wir ignorieren die langen Warteschlangen an den Schaltern der Autoverleiher, denn unser Mietwagen steht schon bereit. Zunächst fahren wir zu unserer Unterkunft im Stadtteil Milnerton bei Almut und Uwe Harms. Waldemar fährt voraus.

Gleich gegenüber dem Airport sehen wir die Kehrseite der Medaille: ein Township von riesigen Ausmaßen.  Ein Bretterverschlag am anderen, zusammengebastelt aus Holz, Pappe, Metall, Abfallprodukten jeglicher Art. Einer der afrikanischen Namen für diese Ansammlung von Elendshütten lautet KHAYELITSHA („Unser neues Zuhause“).

Südafrikas Präsident Thabo Mbeki nimmt alle Schwarzen mit offenen Armen auf, aber Wohnungen und Arbeit gibt es viel zu wenig. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

Wir sind die einzigen Gäste der Familie Harms. Kein Wunder, es  gibt nur 2 Zimmer zu vermieten. Mac und Margret bewohnen ein Zimmer über der geräumigen Garage. Unser Feriendomizil besteht aus Wohn- und Schlafzimmer. Das Wohnzimmer nennt sich Giraffen-Zimmer; gleich beim Eingang stehen 2 große hölzerne Giraffen. Die Handtücher im Bad zeigen Giraffenmuster und der Fußboden besteht aus braunen Fliesen.

 

 

Einrichtung: Zwei Korbsessel, eine passende Couch, eine Liege, offener Schrank, Fernseher, Kühlschrank. An den Wänden hängen ein überdimensional großes Luftbild von Kapstadt, ein gerahmtes Bild von einem afrikanischen Krieger sowie ein Kalender mit den BIG FIVE sowie anderen Tieren Afrikas.

Kartenmaterial und Bildbände über Land und Leute sind reichlich vorhanden.

Das Schlafzimmer liegt im 1. Stock und hat alles, was der Gast benötigt: Betten, Kleiderschrank, Nachttische. 

Wir sind mit dieser Unterkunft mehr als zufrieden. Das Haus war in früheren Jahren eine Burenfarm. Es sieht mit seinem Reetdach sehr schmuck aus. Dazu gehört ein großer gepflegter Garten mit Pool und einem schattigen Frühstücksplatz. Ein paradiesisches Fleckchen Erde ist für die nächsten beiden Wochen unser Zuhause.

Wir laden Gepäck aus, springen unter die Dusche und machen uns fertig zum Landgang. Nahe beim Einkaufszentrum, das nur 5 Gehminuten entfernt ist, ziehen wir das erste Geld aus dem Automaten. Die afrikanische Währung ist der RAND. 1 € = 7.5 R. Die Höchstsumme, die der Apparat ausspuckt, beträgt 2.500 Rand.Wir decken uns mit diversen Getränken ein und latschen zurück.

Inzwischen ist auch Inge, Waldemars bessere Hälfte, im Hause Harms eingetroffen. Wir gehen zu sechst an den Strand. Für die kurze Wegstrecke brauchen wir knapp 10 Minuten. Nahe beim Leuchtturm Einkehr in eine Pizzeria zu einem kleinen Imbiss. Margret und ich sind leider noch nicht ganz fit. Wir schlagen uns mit einer Magen- und Darmgrippe herum. Die anderen lassen sich Pizza und Salat munden.

Nach dem Essen fahren unsere Betreuer heim. Sie wohnen in einem Hochhaus in der Nähe des Tafelbergs mit herrlichem Ausblick auf die Tafelbucht (Atlantik). Am heutigen Abend sind wir bei ihnen zu Gast.

 

 

Zunächst kehren wir in unsere Unterkunft zurück und legen uns ein paar Stunden auf’s Ohr. 

Gegen später holt Waldemar uns ab. Er fährt mit seinem Auto voraus, und wir folgen ihm zu seiner Wohnung. Das Wohngebiet wird von Sicherheitskräften bewacht. Für uns öffnet sich die Schranke natürlich und wir können ungehindert zum mittleren der 3 Hochhäuser fahren.

 

 

Mit dem Aufzug geht es in die 16. Etage. Inge hat einen Imbiss vorbereitet und den Begrüßungssekt kaltgestellt.

 

 

 

Wir verbringen ein paar schöne Stunden mit unseren Gastgebern und genießen die grandiose Aussicht über das Lichtermeer von Kapstadt sowie den Blick auf die Tafelbucht.

 

Irgendwann brechen wir auf. Wir fahren erstmals ohne Begleitung durch die Straßen dieser Großstadt. Mac ist der Fahrer; er kommt gut zurecht mit dem Linksverkehr.

Zuhause angekommen, wollen wir nur noch eines: schlafen, schlafen, schlafen.

 

23.01.2005

Wir beginnen den Tag mit einer Runde im Pool. Die Wassertemperatur liegt bei 25 Grad, draußen ist es ähnlich. Unser erstes Frühstück im Garten ist überwältigend. Alles, was das Herz begehrt, steht auf dem Tisch. Angefangen bei einem Obstteller, Yoghurts, Cornflakes, Brot, Brötchen, Butter, diverse Marmeladen, Honig, Aufschnitt, Käse, Eier, sowie frisch gepresster Orangensaft, Kaffee und Tee. Wir krönen das Ganze mit einer Flasche Sekt aus eigenen Beständen.

 

 

 

Waldemar und Inge holen uns zu einer Ausflugsfahrt auf den Signalhügel ab. 

 

Er liegt nahe beim Tafelberg und gilt als sein kleiner Ableger. Seinen Namen verdankt er der Tatsache, dass von seinem Gipfel in früheren Jahrhunderten ein Signal abgefeuert wurde, wenn ein Schiff in die Tafelbucht einfuhr.

 

Waldemar hält uns einen kleinen geschichtlichen Vortrag, das ist seine Spezialität. Inge, die stets unser leibliches Wohl im Auge hat, verwöhnt uns mit einer Bowle, die in einer ausgehöhlten Melone serviert wird.


So was kann man nur mit „Marx-Tours“ erleben.

Im Anschluss Fahrt in die City. Bummel durch den Company Garden, die grüne Lunge Kapstadts. Er wurde als Gemüsegarten im 17. Jahrhundert von Jan van Riebeeck, dem ersten Holländer am Kap, angelegt. Mittagessen unter Schatten spendenden Bäumen. Aus bereits genannten Gründen begnüge ich mich mit einer Cola. Die anderen bestellen Catch of the day (Hecht) mit Salat und sind mit ihrer Wahl sehr zufrieden.

 

 

Waldemar hat uns anschließend die historischen Gebäude gezeigt und einiges zu ihrer Geschichte erzählt. Besonders erwähnenswert die Houses of Parlament, in denen zwischen Januar und Juni die Regierung Südafrikas tagt. In der 2. Jahreshälfte hat Pretoria das Sagen!
Der Mann hat ein Wissen – einfach phänomenal! Den Abschluss bildet ein Blick auf das älteste Gebäude von Kapstadt, das ehemalige Kastell, (Castle of Good Hope) erbaut von 1666 bis 1679. Heute ist es der Sitz des Militärkommandos der Provinz Westkap. Im Innenhof der Anlage liegt das Haus des Gouverneurs, Kat genannt.

Die Innenstadt ist wie ausgestorben, weil heute Sonntag ist. Kurzer Gang über die Hauptstraße, Adderley Street, die noch weihnachtlich geschmückt ist. Bei 30 Grad im Schatten ein ungewohnter Anblick.

Unsere Wege trennen sich, Waldemar und Inge fahren heim; wir kehren zurück zu Almut, wo wir im Garten faulenzen, schwimmen, lesen, Tagebuch schreiben und und und ….
Gegen 18.00 Uhr Strandbummel. Herrlicher, Kilometer langer Sandstrand mit Blick auf den Tafelberg. Später Einkehr in  ein gepflegtes Strandlokal, das einzige am Platze. Wir entscheiden uns für Fisch. Catch of the day ist angesagt (Kabeljau) mit Folienkartoffel und Salat. Das Essen ist fantastisch und – was noch wichtiger ist – durchaus bezahlbar.

Heimkehr gegen 22.00 Uhr. Ein letztes Glas Wein, danach Bettruhe.

 

24.01.2005

Schwimmen vor dem Frühstück. Almut setzt sich zu uns an den Tisch. Wir plaudern über Gott und die Welt. Sie erzählt von sich und ihrer Familie. Ihre Eltern sind Deutsche, die in Namibia eine Farm betrieben haben. Die Mutter flog extra nach Deutschland, damit ihr Kind in der alten Heimat zur Welt kommen konnte. 6 Wochen später ging’s schon wieder zurück nach Namibia. Die Verbindung zu Deutschland blieb jedoch immer bestehen, zu Hause wurde nur deutsch gesprochen. Studiert hat Almut in Freiburg (Physiotherapie). Ihr Ehemann Uwe ist ebenfalls ein Deutscher, der in Namibia aufgewachsen ist. Kennen gelernt haben sie sich in Deutschland. Ihr gemeinsames Leben begann in Südafrika. Heute ist Uwe selbständig. Er baut Duschkabinen und liefert sie in alle Welt. Geschäftsverbindungen mit Deutschland bestehen natürlich auch.
Die beiden haben drei Söhne, wovon zwei studieren. Der dritte hat gerade Abitur gemacht. Sie alle waren an einer deutschen Privatschule, die eine Menge Schulgeld gekostet hat. Aber für eine gute Schulbildung bringt man hierzulande gerne Opfer.

Der älteste Sohn, Andre, hat Elektronik an der Uni Kapstadt studiert mit Praktikum in Old Germany, in Regensburg. Der zweite Sohn, Marco, hat irgendetwas mit Umwelt und Biologie studiert. Zu seiner Ausbildung gehörte 1 Jahr Praktikum im Krüger Nationalpark. Gerne hätte er dort weiterhin gearbeitet, aber es gibt keine qualifizierten Jobs für Weiße. Alle Positionen sind von Schwarzen besetzt. Apartheid einmal umgekehrt. Pech für ihn! Als Ausweg bleibt ihm, sein Glück in Deutschland zu suchen. In den nächsten Tagen soll es losgehen.
Der dritte Sohn, Torsten, wird BWL studieren und evtl. später beim Vater in’s Geschäft einsteigen.

Zur Familie zählen außerdem ein Rottweiler und ein Graupapagei. Der Hund hört auf den Namen ZAMBO, der Vogel heißt AMIGO.

 

 

Um 09.30 Uhr Aufbruch zum Tagesausflug mit Waldemar und Inge. Wir fahren durch herrliches Weinanbaugebiet zur drittältesten Stadt der Kapregion, Paarl, gegründet im Jahre des Herrn 1687. Der Ort verdankt seinen Namen (Perle) dem großen Granitfelsen, Paarl Rock (700 m), der gleich hinter der Stadt liegt. Die Oberfläche dieses gewaltigen Klotzes erinnert bei Regen an schimmernde Perlen. Am Südhang des Paarl Rock ragt die 57 m hohe Spitze des weißen Tal Monument in den Himmel, das die Afrikaans-Sprache symbolisiert.

 

 

Wir lassen die Stadt links liegen und parken am Fuße des kleinen Paarl Rock. Ein kurzer Fußmarsch bringt uns zum Gipfel.

 

 

Hier hält Waldemar einen Vortrag über die geologischen Beschaffenheiten. Es ist sehr, sehr heiß, und wir sind für jeden Windhauch dankbar.

 

 

Anschließend besteigen wir den großen Paarl Rock. Auf dem Anstieg befindet sich eine Höhle, wo Knochen der Sans (Buschmänner) gefunden wurden, ca. 5000 Jahre alt.

 

 

Auf dem Gipfel lauschen wir Waldemars Vortrag über Diamanten- und Goldfunde in Südafrika und genießen die wunderschöne Aussicht bis hin zu den Hottentotten-Hollandsbergen.

 

 

Nach dem Abstieg legen wir eine Rast ein. Waldemar hat dafür ein schattiges Plätzchen in einem natürlichen botanischen Garten ausgesucht. Hierher verirrt sich so schnell kein normaler Tourist. Wir genießen die wohl verdiente Pause bei einem „Kapschorle“, das Getränk zaubert Inge aus der mitgeführten Kühltasche hervor.

 

Die Nationalblume Südafricas: PROTEA

Die Landstraße R 303 führt uns nach Franschhoek. Das ist eine von Hugenotten gegründete Ortschaft aus dem Jahre 1688. Der Name lässt sich übersetzen mit „Franzosenwinkel“. Wir schlendern über die Hauptstraße und durchstöbern die zahlreichen Giftshops nach passenden Souvenirs. Ich erstehe ein Nilpferd aus Speckstein für mein Bücherregal daheim.

Am Rand des Städtchens, am Fuß des landschaftlich eindrucksvollen Franschhoek-Passes, erinnert das 12 m hohe, 3 bogige Hugenottendenkmal an die Besiedelung der Region durch die französischen Religionsflüchtlinge.

 

 

Waldemar informiert uns ausführlich über die geschichtlichen Hintergründe. Er schüttelt das alles aus dem Ärmel.

Zum Mittagessen fahren wir nach Chamonix, das ist ein wunderschönes Weingut. Unterwegs Plattfuß am Auto von Waldemar. Wir anderen fahren voraus. Mandus bleibt bei Waldemar zurück und wechselt den Reifen wie ein Profi in Nullkommanix. Sie treffen kurze Zeit nach uns in Chamonix ein. Wir sitzen unter herrlichen, Schatten spendenden Bäumen an einer festlich gedeckten Tafel. Zu essen gibt es Carpaccio vom Springbok und Doppeldecker-Steaks, dazu trinken wir zwei Flaschen Weißwein.
Weiterfahrt über den Franschhoek-Pass hinunter zum Theewaterskloof-Damm. Hier befindet sich das größte Wasserreservoir von Kapstadt. Allerdings herrscht derzeit Wasserknappheit in der Kapregion. Der See ist ziemlich leer.
Über den Viljoenspaß und den Sir Lowry’s Pass fahren wir zurück nach Kapstadt. Ankunft gegen 19.00 Uhr.

Wir schwimmen eine Runde im Pool und faulenzen auf der Terrasse. Das Abendessen fällt aus.

Bei einer Flasche Rotwein lassen wir den Tag ganz gemütlich ausklingen.

 

25.01.2005

Der Tag beginnt – wie immer – mit einer Runde im Pool.

 

Das Frühstück wird „aufgebessert“ mit einer Flasche Sekt. So lässt es sich leben!

Unser Mietwagen wird umgetauscht. Bis jetzt fuhren wir einen viertürigen Toyota mit Automatik, sehr geräumig. Ab heute begnügen wir uns mit einem Mazda, auch viertürig, Schaltgetriebe, aber eine Nummer kleiner. Der Preis beträgt pro Tag 205.-- Rand, das sind knapp 30.-- €.
Wir ergänzen unsere Getränkevorräte im Einkaufscenter und decken uns mit Obst ein. Anschließend gehen wir Frauen am Strand spazieren. Die Männer machen sich mit dem Fahrzeug vertraut. Bisher ist nur Mac gefahren, und er macht seine Sache sehr gut, bis auf die Tatsache, dass er des öfteren den Blinker mit der Scheibenwaschanlage verwechselt. Aber das ist kein Beinbruch.
Nach 2 Stunden treffen wir uns wieder am Pool. Das Mittagessen fällt im Hinblick auf die Pläne für den Abend aus.

Um 15.00 Uhr holen Waldemar und Inge uns ab. Mandus setzt sich an’s Steuer. Wir fahren zum Cecil Rhodes Memorial.

Dieses Denkmal wurde 1912 aus dem Granit des Tafelbergs geschaffen. Es liegt am Osthang des Devils Peak, nahe der Universität von Kapstadt. Cecil Rhodes (1853 – 1902) war der reichste Mann der Welt, so reich, dass er einen faustgroßen Diamanten „Star of Africa“ an die englische Königin Victoria verschenkte. Er wollte ihr außerdem ganz Afrika zu Füßen legen. Man spricht in diesem Zusammenhang von der so genannten K. + K. Linie (Kairo – Kapstadt). Er selbst besaß bereits eine riesige Landfläche, die er verschiedenen Stammeshäuptlingen abgekauft hatte, nämlich Rhodesien, heute Simbabwe.

Es ist Zeit für eine Kasse Kaffee/Tee und ein Stück Kuchen. Einkehr in schönes Gartenlokal gleich neben dem Rhodes Memorial. Mandus, Mac und Margret probieren Scones, ein englisches Gebäck, das mit einer großen Menge Schlagsahne serviert wird. Ich entscheide mich für einen Apfelkuchen.

Nach der Kaffeepause im Grünen fahren wir zu Inges Bruder Walter, der mit seiner Frau Jacky ein großes Haus in der „besseren“ Gegend von Kapstadt bewohnt. Wir sind zum Abendessen eingeladen. Walter bereitet ein Braai für uns zu, nicht zu verwechseln mit einem Brei. Beim Braai wird Fleisch, Fisch oder Geflügel auf dem Grill gegart. In unserem Fall sind es Fleisch und Geflügel sowie Burenwurst. Dazu gibt es Kartoffelsalat und Grünfutter. Wir sitzen auf der Terrasse und lassen uns die typisch südafrikanische Mahlzeit schmecken. Bier und Wein rinnen die trockenen Kehlen hinunter, nicht zu vergessen Wasser, das wegen der ständigen Wasserknappheit als sehr kostbar angesehen wird.

Walter plaudert ein wenig aus dem Nähkästchen. Er ist vor rund 40 Jahren mit Frau und einem kleinen Kind ausgewandert. Anfangs hat er als Angestellter im erlernten Beruf (Drucker) gearbeitet mit einem Zwei-Jahres-Vertrag in der Tasche. Heute ist er selbständig und beschäftigt über 100 Mitarbeiter in seiner Druckerei. Inzwischen hat er mehr oder weniger an seine Söhne übergeben. Walter ist heute 61 Jahre alt und fast im Ruhestand. Zwei- bis dreimal in der Woche lässt er sich im Betrieb sehen, leistet ein paar Unterschriften und macht die Lohnabrechnung.

Wir verbringen einen sehr schönen und unterhaltsamen Abend bei Walter und Jacky. Es kam zu keiner Zeit Langeweile auf.

Gegen 22.00 Uhr brechen wir auf. Waldemar und Inge düsen heim. Wir folgen ihrem Beispiel. Zuhause angekommen, trinken wir noch 1 Bierchen im Garten als Absacker. Danach schlafen wir den Schlaf des Gerechten.

 

 26.01.2005

Schwimmen, Frühstück um 09.00 Uhr, eine wahrhaft christliche Zeit.
Heute ist unser ZBV-Tag. Waldemar hat uns von der Leine gelassen. Es gibt für ihn auch noch etwas anderes als Gästebetreuung, z.B. familiäre Verpflichtungen. Freundlicherweise hat er uns ein paar Vorschläge ausgearbeitet, was wir mit unserem „freien“ Tag anfangen können. Wir entscheiden uns für die Waterfront, das Hafengebiet von Kapstadt.

 

 

Das ist eine Vergnügungsmeile mit wunderschönen Läden, Cafes, Restaurants, Kinos, Giftshops, Imbissbuden u.v.a.m. Hier befindet sich auch das Two Ocean Aquarium (Atlantik und Indischer Ozean) sowie ein Marine-Museum. Das alles erinnert uns ein wenig an die Fisherman’s Wharf in San Francisco. Aber was soll’s? Man höre und staune: 20 Millionen Besucher jedes Jahr.

 

 

 

Wir schauen uns überall um und laufen uns die Füße platt. Geparkt haben wir ganz in der Nähe auf einem bewachten Parkplatz für 10 Rand Tagesgebühr. Davon kann man in Deutschland nur träumen.

 

 

Mandus ist auch heute der Fahrer. Es klappt alles bestens. Wir verfahren uns nicht ein einziges Mal. Das ist kein Wunder, denn wie Mac immer sagt: „In Kapstadt sind wir zuhause“.
Viele Ausflugsschiffe bieten Fahrten an, z.B. zur Gefängnisinsel Robben Island, wo Nelson Mandela, der erste schwarze Präsident Südafrikas, 18 Jahre inhaftiert war.
Wir geben einer Tour mit dem Segler „Spirit of Victoria“ den Vorzug. 1 ½ Stunden auf dem Wasser unter vollen Segeln. Da lacht das Herz! Ein tolles Erlebnis bei Windstärke 6 bis 7 für schlappe 100.-- Rand pro Person.

 

 

Vor dem Segeltörn haben wir in einem rustikalen Lokal am Hafen zu Mittag gegessen. Favorit war mal wieder Catch of the day mit Salat. Wir haben pro Familie eine große Portion gewählt, das war völlig ausreichend und hat hervorragend gemundet. Dazu tranken wir eiskaltes Mineralwasser; das ist bei diesen Temperaturen ein Gedicht. Das Thermometer hat sich bei etwa 30 Grad eingependelt.
Wir beschließen, das Aquarium ein anderes Mal zu besuchen. Wir wollen auf jeden Fall einen weiteren Ausflug zur Waterfront machen.
Heimkehr am späten Nachmittag. Sprung in den Pool. Zum Ausgehen haben wir keine Lust mehr. Die Männer kaufen das Abendessen ein: Hähnchen, Baguette, Salat und Wein. Wir sitzen ganz gemütlich zusammen beim Pool, wo wir auch immer frühstücken und lassen uns die Einkäufe schmecken.
Zu dritt machen wir noch einen Verdauungsspaziergang zum Leuchtturm. Wunderschöner Blick auf den Tafelberg, Lions Head und Signal Hill sowie auf das Lichtermeer von Cape Town.

Daheim Lesestunde, Bericht schreiben und den Tag bei einem guten Tropfen ausklingen lassen.

 

27.01.2005

Die erste Woche ist vorüber. Wir haben schon einiges gesehen und vieles liegt noch vor uns.
Bevor Waldemar und Inge uns abholen zu einer Fahrt an’s Kap der guten Hoffnung, schwimmen wir die obligatorische Runde im Pool. Das anschließende Frühstück ist – wie immer – allererste Sahne.

Heute werden wir im Indischen Ozean baden, der ist wesentlich wärmer als der Atlantik.
Um 09.30 Uhr geht’s los. Wir fahren auf der M 3 nach Süden. Bei Muizenberg treffen wir auf die False Bay (falsche Bucht), entdeckt im Jahre 1488 von dem portugiesischen Seefahrer Bartholomeu Diaz. Die richtige Bucht wäre die Tafelbucht gewesen. Wir befinden uns jetzt am Indischen Ozean. Über Fishhoek fahren wir weiter nach Simon’s Town (Kriegshafen), vorüber an der Pinguin-Kolonie am Strand The Boulders. Bald darauf befinden wir uns am Eingang des Naturreservates CAPE OF GOOD HOPE. Eintritt pro Person = 35 Rand. In flotter Fahrt geht es zum Kap. Die letzten Meter müssen wir zu Fuß zurücklegen, dann befinden wir uns an der südwestlichsten Spitze Südafrikas, wo sich der Atlantik (westlich) und der Indische Ozean (östlich) treffen. Wir sind nur noch 2.000 km vom Südpol entfernt.

 

 

Am Gipfelpunkt überraschen wir unsere Führer mit einer Flasche Schampus, die wir in einer ausgeliehenen Kühltasche transportiert hatten.

Waldemar läuft zu Höchstform auf und hält uns einen interessanten Vortrag über die Geschichte der letzten 500 Jahre.

 

 

Hier stehen wir nun am Kap der guten Hoffnung, auch Kap der Stürme genannt. Wir schauen hinüber zu den Riffen, die so vielen Seefahrern zum Verhängnis wurden. Es ist schon ein erhebender Moment. Ganz klein kommen wir uns vor. Stürmen tut es gerade nicht, aber es weht ein leichter Wind, den man Kapdoktor nennt.

Während unseres Abstiegs sind 3 große Reisebusse an Land gekommen. Lärmende Menschen überall. Mit der Ruhe ist es vorbei. Uns bleibt nur die Flucht nach vorn.

Mit dem Auto geht’s weiter zur Buffels Bay. Hier schlagen wir unsere Zelte auf.

 

 

Waldemar wählt einen Grillplatz aus, wo er den Braai zubereiten kann. Das notwendige Feuerholz haben wir am Kap aufgelesen. Bald schon brutzeln Scampi, Burenwurst und Lammkoteletts auf dem Grill.

 

 

Dazu wird Knoblauchbrot in der Folie gereicht sowie Gurken und Tomaten. Den Abschluss des Festmahls im Grünen bildet ein erfrischender Obstsalat.

 

 

Den Durst löschen wir mit Wasser und Wein. Es ist überflüssig zu sagen, dass Inge und Waldemar keine Gelegenheit auslassen, uns zu verwöhnen. Den ganzen „Krempel“ hatten sie im Auto mitgeführt, außerdem eine Tisch-/Bankgarnitur für vier Personen, zwei Campingstühle und einen großen Sonnenschirm. Selbstverständlich gab es auch eine Decke, falls jemand ein Nickerchen machen wollte. Es fehlte uns buchstäblich an nix!

Während Waldemar grillt, testen Margret, Mac und ich schon mal das Wasser. Wir schwimmen in einem schön angelegten Tidepool. Die Wassertemperatur liegt nach unserer Schätzung bei 20 – 22 Grad.
An Land beehren uns wilde Affen mit ihrer Gesellschaft. Darauf können wir verzichten. Waldemar vertreibt sie mit Gebrüll, damit wir in Ruhe essen können.

 

 

Nach dem Essen schwimmen wir in der Bucht, trauen uns allerdings nicht weit raus, denn laut Waldemar wären wir ein gefundenes Fressen für die Haie. (Mein Albtraum!)
Mac hat die Stellung gehalten und unsere Ausrüstung bewacht. Das war auch erforderlich, denn die Affenbande kehrte zurück. Während einer versuchte, die Grillzange wegzuschleppen, tanzten zwei andere wie wild auf dem Tisch. Keine einfache Situation. Wer den Kampf Mensch gegen Affen für sich entscheiden konnte, ist doch wohl klar, oder? Mac natürlich!

Nur einen Katzensprung entfernt (mit dem Auto) liegt Cape Point.

 

 

Wir stellen das Auto auf dem Parkplatz ab und laufen eine halbe Stunde bis zum Aussichtspunkt. Man kann es auch bequemer haben und die Zahnradbahn benutzen. Nicht mit uns! Wozu sind die Füße da?

 

 

Einer der beiden Leuchttürme ist noch voll im Einsatz. Auf dieser stark befahrenen Route gibt es viele gefährliche Klippen und Riffe, die umschifft werden müssen. Wir genießen die Aussicht über Land und Meer und lauschen aufmerksam Waldemars Ausführungen über versunkene Schiffe.

 

 

Für den Rückweg brauchen wir nur 20 Minuten. Auf dem gleichen Weg, den wir gekommen sind, fahren wir heim. In Simon’s Town legen wir auf Wunsch einen kurzen Stopp ein. Waldemar möchte ein Eis am Stiel essen. Das ist für ihn ein absolutes Muss, wenn er diese Strecke fährt; man kann auch sagen, eine lieb gewordene Gewohnheit. Von Simon’s Town geht’s in einem Rutsch bis Cape Town, wo wir gegen 19.15 Uhr eintreffen. Wir sind alle geschafft, besonders Mac, dem die Sonne heute arg zugesetzt hat.
Den Abend  beschließen wir mit Kartenstudium, Reiseführer lesen, Bericht schreiben, Gammeln, Füße hochlegen, Dolce far niente. Wir lassen die Erlebnisse des heutigen Tages vor unserem geistigen Auge noch einmal Revue passieren. Schön war’s.

Nachtruhe gegen 22.00 Uhr.

 

28.01.2005

What's  that?  It is raining cats and dogs! Trotzdem schwimmen wir vor dem Frühstück. Almut liebt den Regen, den das Land so dringend braucht. Sie freut sich unbändig darüber. Rund um Kapstadt herrschen derzeit strenge Bestimmungen wegen der Wasserknappheit. Es darf nur einmal wöchentlich die Grünanlage für 1 Stunde berieselt werden. Wannenbäder sind absolut verboten, nur das Duschen ist erlaubt. Eine eigens in’s Leben gerufene „Wasserpolizei“ führt ständig Kontrollen durch. Bei Verstoß drohen hohe Geldstrafen. Almut und Uwe besitzen ein eigenes Bohrloch. So können sie ihren großen Garten ausreichend bewässern.

Unsere Pläne für den heutigen Tag schmeißt der Regen allerdings über den Haufen. Wir wollten mit Waldemar und Inge auf den Lions Head wandern. Daraus wird nix! Alternativ entscheiden wir uns für das Aquarium an der Waterfront. Mac und Margret sind mit von der Partie.
Zuvor tanken wir Geld am Automaten. Die Reisekasse muss unbedingt aufgefüllt werden. Einer der Automaten war außer Betrieb. Davon setzte uns ein Schild mit der Aufschrift JAMMER in Kenntnis. Das ist wirklich ein Jammer!

Der Besuch im Two Oceans Aquarium lohnt sich auf jeden Fall. In keinem anderen Aquarium der Welt findet man so exotische Fische wie den Iowtail, Leervis, Cape Salmon und Stumpnose. Die bunte Vielfalt der Unterwasserwelt ist faszinierend. Videovorführungen informieren über alles Leben in beiden Ozeanen. Disney-Unterhaltung  wie Delphine, die durch Reifen springen, sucht man hier vergebens. Allerdings wird ein Leckerbissen für Taucher angeboten. 3 x täglich kann man im Raubfischtank mit den Haien schwimmen und sie sogar füttern. Wir wurden Zeuge dieser Aktion.

Anschließend hat Mac das Marine-Museum unsicher gemacht, während wir Kulturbanausen durch die Malls  geschlendert sind. Es gibt so viel zu sehen, doch mit dem Kaufen sind wir sehr zurückhaltend. Ich habe lediglich 2 Lesezeichen aus Metall erworben (Zebra und Nashorn).

Gegen 13.30 Uhr Mittagessen im Pancake House in der Nähe vom Clock Tower.

 

 

 Ausnahmsweise steht kein Fisch auf unserem Speisezettel. Wir haben uns jeweils für einen deftigen und einen süßen Pfannkuchen entschieden; eine gute Wahl.

Das Wetter bleibt regnerisch, und so zieht es uns am frühen Nachmittag heim. Regeneration bis zum Abend. Ab 18.30 Uhr sind wir bei Almut und Uwe zum Essen eingeladen, Inge und Waldemar ebenfalls.

 

 

Nach dem Begrüßungssekt zaubert Almut ein typisch südafrikanisches Essen auf den Tisch, nicht vom Grill, sondern vom heimischen Herd. Es handelt sich hierbei um eine Lieblingsspeise der Buren: Bobotie, Lamm-Hackbraten mit Curry in der Auflaufform. Als Beilagen werden Reis und Salat angeboten. Die Vorspeise bestand aus Brot, Käse und Tomaten und als Dessert gibt es Mousse au Chocolat. Lecker, lecker, kann ich da nur sagen.

 

 

Wir genießen den Abend bei einem Glas Wein und angeregter Unterhaltung.

Mit Rücksicht auf unsere Gastgeber, die am nächsten Tag arbeiten müssen, ziehen wir uns gegen 22.30 Uhr in unsere Privatgemächer zurück. Inge und Waldemar verabschieden sich um die gleiche Zeit.

 

29.01.2005

Kleine Abweichung von der Routine: der Tag beginnt um 07.00 Uhr mit einem Strandspaziergang. Eine Stunde bin ich allein unterwegs; die anderen schlafen noch. Es ist herrlich, barfuss durch den feinen Sand zu laufen und dem Tanz der Wellen zuzusehen. Nur wenige Menschen sind unterwegs, meist Hundebesitzer, die mit ihren vierbeinigen Lieblingen Gassi gehen.
Nach dem Strandlauf das übliche Programm: schwimmen und frühstücken.

Um 10.30 Uhr tritt „Marx Tours“ auf den Plan. Heute steht eine Fahrt durch Weinanbaugebiete auf dem Programm. Erste Station ist Vergelegen. Der Name bedeutet; fern gelegen, nämlich einen Tagesritt von Kapstadt entfernt. Hier besichtigen wir das Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert. Dank Waldemar sind wir bestens über geschichtliche Zusammenhänge informiert.


Weingut Vergelegen

Zu dem Weingut gehört ein parkähnlicher Garten, in dem u.a. die ältesten Bäume Südafrikas wachsen, nämlich Kampferbäume. Sie stehen seit 1942 unter Denkmalschutz.

 

Weiter geht die Fahrt nach Stellenbosch, der zweitältesten Siedlung am Kap (1679). Im Schatten mächtiger Bäume nehmen wir ein gepflegtes Mittagessen ein.

 

 

Anschließend Stadtrundgang. Dabei erfahren wir folgendes: Stellenbosch ist die Wiege des intellektuellen Burentums. Hier wurde die erste Universität von Südafrika gegründet. Die historische Altstadt mit ihren Eichenalleen und Kapholländischen Häusern, Kirchen und Museen ist wunderschön anzusehen. Wir schlendern die Dorp Street entlang und saugen alle Eindrücke und Informationen auf. Ein Besuch in Stellenbosch wäre nicht vollkommen ohne dem „Tante Emma Laden“ Oom Samie se Winkel seine Aufwartung zu machen. Herrlicher Krimskrams überall. Wir stöbern in allen Ecken und kaufen einen Staubwedel aus echten Straußenfedern. Außerdem hat es mir ein T-Shirt mit Elefantenaufdruck angetan; das muss auch mit.

Der nächste Punkt auf der Tagesordnung ist das Weingut Delheim. Eine wunderschöne und sehr gepflegte Anlage erwartet uns. Wir freuen uns schon auf die Weinprobe im Keller, aber da haben wir uns wohl zu früh gefreut. Samstags ist bereits um 16.00 Uhr Betriebsschluss. Schade, es hat nicht sollen sein.

Heimfahrt auf direktem Weg.

Zuhause angekommen, erwartet uns eine Riesen-Überraschung. Marco hat beim Tauchen ein paar Langusten gefangen, die er uns zum Abendessen schenkt.

 

Wir können unser Glück kaum fassen. Almut bringt die Meeresfrüchte fangfrisch auf den Tisch. Noch frischer geht’s wirklich nicht mehr! Dazu werden Brot, Butter und Tomaten serviert. Eine Flasche Weißwein rundet dieses vorzügliche Festmahl ab.
Alle vier hatten wir bisher keine Langusten gegessen, doch wir sind uns einig, dass es selbst in einem Feinschmeckerlokal nicht besser hätte sein können.

 

 

Bei einer zweiten Flasche Wein lassen wir die Ereignisse des Tages noch einmal Revue passieren. Fazit: schön war’s!

 

30.01.2005

Sonntagmorgen – um 07.00 Uhr ist die Welt noch in Ordnung. Ich mache einen kleinen Strandlauf und schwimme anschließend ein paar Längen im Pool. Beim Frühstück trifft sich alles, auch die Langschläfer sind inzwischen munter. Es gibt mal wieder 1 Flasche Sekt aus eigenen Beständen. Almut nimmt sich die Zeit, um mit uns zu plaudern und ebenfalls ein Gläschen zu trinken. Sie erwähnt, dass Marco in wenigen Tagen nach Deutschland fliegt, um dort zu arbeiten und das Land kennen zu lernen. Ein guter Grund für uns, ihm ein paar Euro mitzugeben als Dankeschön für die 4 prächtigen Langusten vom gestrigen Abend.

Den heutigen Tag verbringen wir ohne Inge und Waldemar. Auf ihre Empfehlung besuchen wir den Africa-Markt am Stadion. Einen Parkplatz zu finden, ist kein Problem. Selbsternannte Parkwächter in leuchtend gelben Rettungswesten laufen vor den Autos her und weisen sie ein. Dafür erwarten sie ein Trinkgeld zwischen 5 und 10 Rand. Kein Problem für die vielen Touristen.

 

 

Auf dem Markt tobt das Leben. Es gibt viel zu sehen und auch zu kaufen.

 

Wir schauen uns gründlich um und nehmen letztendlich ein paar Kleinigkeiten mit wie Schmuck, Tischsets, einen Staubwedel aus Straußenfedern sowie einen Schlüsselanhänger aus Ebenholz.

 

Mac und Margret kaufen ein Armband, zwei Gürtel, sechs Tischsets, ein Tonschild mit ihrem Namen und ein Kupferbild.

 

 

Schwer mit den Schätzen beladen kehren wir zum Auto zurück und visieren Punkt 2 der heutigen Unternehmungen an. Das heißt im Klartext: Wir fahren zur Sea Point-Promenade.

Die Promenade ist wunderschön und fantastisch ausgebaut. Was uns jedoch zu unserem Glück fehlt, sind Strandcafes oder ähnliches. Die gibt es hier leider gar nicht. Wahrscheinlich lassen die Winterstürme am Kap das nicht zu. So laufen wir ein paar Meilen die Promenade rauf und runter und genießen die Ausblicke auf den tosenden Atlantik. Der Tafelberg hat sich in Nebel gehüllt.

Als nächstes fahren wir in die City. Tea Time im Mount Nelson ist angesagt, Kapstadt schönstes Kolonialhotel, im Company’s Garden gelegen.

 

 

Für einen Obolus von 100 Rand pro Person gibt es Tee, Kaffee, Kuchen und Canapés bis zum Abwinken. Wir sitzen sehr vornehm im Salon und genießen das Ambiente, dezente Pianomusik inklusive.

 

 

Als letzter Punkt auf dem Tagesprogramm steht ein Besuch im Yachthafen. Das ist besonders für Mac von Bedeutung. Wir anderen schließen uns gerne an. Mit ein wenig Überredungskunst gelingt es Mac, dass der Portier des Yachtclubs uns einlässt. So können wir die vor Anker liegenden Yachten bestaunen und zum guten Schluss an der Bar ein Bierchen trinken. Mac kauft sich bei dieser Gelegenheit eine Baseballkappe mit dem Emblem des Yachtclubs – RCYC – (Royal Cape Town Yachtclub).

Heimfahrt auf direktem Wege. Kein Problem für uns, denn schließlich kennen wir uns aus und sind hier zu Hause. Ankunft ca. 19.00 Uhr. Nach kurzer Erfrischung treffen wir uns zu einer abschließenden Flasche Wein auf der Terrasse.

 

31.01.2005

Was sagt der Plan? Besteigung des Tafelberges. Was aber sagt das Wetter? Stark bewölkt.
Wir lassen uns um 06.30 Uhr wecken, gehen eine Runde schwimmen und warten auf den Anruf von Waldemar, ob es mit dem Tafelberg klappt oder nicht.

Das letztere ist der Fall, leider! Also tritt Plan B in Kraft, Ausflug nach Hermanus. Dieser durch Whale-Watching bekannte Ort liegt zwischen einer großartigen Bergkulisse und dem Atlantischen Ozean. Allerdings sieht man die Wale hauptsächlich im Frühjahr (September bis November). Sie tummeln sich in der Walker Bay, der Bucht von Hermanus, und die Walkühe kalben dort. Das muss ein fantastischer Anblick sein. Nur zu gern würden wir auch einen Wal beobachten, aber unsere Suche ist erfolglos. Da helfen selbst die besten Ferngläser nix. Der städtische Walrufer befindet sich im Langzeiturlaub. Im Frühjahr alarmiert er die Touristen mit einem Horn, wenn sein geübtes Auge eine riesige Schwanzflosse oder eine Atemfontäne draußen in der Bucht entdeckt hat.

Wir essen Fisch in einem rustikalen Speiselokal mit Blick auf’s Meer. Die Wahl fällt auf Catch of the day, das ist in unserem Fall KINGCLIP gegrillt. Dazu essen wir Chips und Salat. Die Bedienung teilt uns mit, dass erst gestern zwei Wale in der Bucht gesehen wurden. Wir wissen nicht so recht, ob wir ihr glauben sollen, halten aber noch stärker Ausschau. Bis auf zwei Delphine haben wir keine Meeresbewohner zu Gesicht bekommen. Auf den Klippen konnten wir eine Gruppe von Klippschliefern beobachten. Es waren viele Jungtiere dabei. Sie sehen aus wie eine Mischung aus Eichhörnchen und Ratten ohne Schwanz. Vorsicht ist geboten, weil diese Tiere kräftig zubeißen können!
Beim Rundgang durch den Ort habe ich zwei bemalte Steineier gekauft. Ich konnte einfach nicht daran vorbei gehen.

Wir setzen unseren Ausflug fort und fahren weiter bis Kleinmond. Hier legen wir eine ausgedehnte Pause am Strand ein und lassen die Seele baumeln.

 

 

 

Leider zieht schlechtes Wetter auf, Nieselregen und Wind. Wir flüchten in’s Auto. Weiterfahrt über eine fantastische Küstenstraße. Vergleiche mit Korsika drängen sich auf. In der Ortschaft Strand kehren wir ein zu Kaffee und Kuchen; nur ich bleibe dem Roibos-Tea treu. 1 Tasse Kaffee kostet 8 Rand, der Kuchen dasselbe, Tee im Kännchen (2 Tassen) gibt es für 7 Rand. Da lacht das Herz.
Von Strand geht es heimwärts auf der N 2. Trotz Rush Hour treffen wir um 18.00 Uhr in Kapstadt ein. Die Sonne lacht wieder. Da springen wir doch glatt noch mal in den Pool. Zambo, der Haus- und Hofhund, schaut uns zu. Er läuft aufgeregt am Beckenrand hin und her und beobachtet unsere Spielereien mit dem Ball.

Kurz nach 19.00 Uhr gehen wir zu Fuß zum Strand und kehren beim Italiener auf eine Pizza und 1 Glas Vino bianco bzw. Vino rosso ein. Gegen 21.30 Uhr sind wir wieder zu Hause.

Trotz zeitweiligen Schlechtwetters war es ein ausgefüllter und schöner Tag.

 

01.02.2005

Der Tafelberg liegt unter einer Wolkendecke. Alternativprogramm ist angesagt. Zuerst konnten wir es gar nicht glauben, denn der Himmel ist strahlend blau, und ein herrlicher Hochsommertag kündigt sich an. Aber Waldemar hat alles unter Kontrolle, auch die Wetterbedingungen, die den Tafelberg betreffen. So nehmen wir seine Entscheidung klaglos hin und hoffen auf den morgigen Tag.
Für ein Bad im Pool ist noch reichlich Zeit, und auch das Frühstück genießen wir in aller Gemütsruhe.

Waldemar und Inge holen uns ab zu einer Tour über Land durch die Kornkammer Südafrikas und diverse Weinanbaugebiete. Die Fahrt führt durch Philadelphia und Tulbagh nach Bains Kloof.
Erster Halt in Philadelphia, ein kleiner Ort, in dem die Zeit stehen geblieben ist. An dieser Stelle haben im vergangenen Jahrhundert die Voortrekker mit ihren Ochsengespannen Station gemacht.

 

 

Waldemar hält uns einen lebhaften Kurzvortrag über die mühevolle Wanderung der Voortrekker auf der Suche nach einer neuen Heimat. Mit ein wenig Fantasie sieht man die Karawane vor seinem geistigen Auge.

Nächste Station in Tulbagh. Den Ort muss man gesehen haben. Mit seinen ca. 3.000 Einwohnern ist er das Zentrum des Obst- und Weinanbaus dieser Region. Die Kapholländische Architektur prägt das Stadtbild. Ein schweres Erdbeben im Jahre 1969 richtete schwere Schäden an den z.T.. über 200 Jahre alten Gebäuden an. In der Church Street wurden 32 Häuser vollkommen restauriert. Diese bilden heute den größten geschlossenen Komplex von Nationaldenkmälern im Lande.
Wir werfen einen Blick in die Neugerechte Kirche und machen einen Spaziergang über den angrenzenden Friedhof. Blumen sucht man auf den Gräbern vergebens. Dafür ist dieses Klima wenig geeignet.

 

 

Als die Briten in Südafrika zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Kommando übernahmen, zogen die Buren aus Tulbagh fort. Sie kehrten aber eine Generation später wieder zurück. Andere Buren vom Kap siedelten sich hier an und blieben bis heute. Das alles erfahren wir aus dem „Geschichtsunterricht“ von Waldemar.
In vielen Fenstern sehen wir Schilder „Bed and Breakfast“, aber Tulbagh liegt abseits vom Geschehen, und so ist es schwer, sich ein Stück vom Tourismus-Kuchen abzuschneiden.
Fast hätte ich vergessen zu erwähnen, dass wir auf dem Weingut Dosty eine Besichtigung gemacht haben. Und nicht nur das, sondern auch eine Weinprobe im Keller.

 

 

Diverse Rot- und Weißweine kosteten wir sowie einen trockenen und einen süßen Sherry. Mandus ist der Fahrer. Er hat tapfer auf den alkoholischen Genuß verzichtet.

 

 

Wir machen uns auf den Weg zum Höhepunkt des Tages: Bains Kloof. Uns erwartet ein herrlich gelegener Picknickplatz, wo Waldemar ein Braai zubereitet. Wie üblich, haben er und Inge alles mitgeschleppt, Wein, Saft, Wasser, Grillfleisch, Brot und last but not least Holz für’s Feuer. Nichts gegen Waldemars Braai, der ist wirklich Spitze, aber das Allerbeste war der in Felsen eingebettete Gebirgsbach, in dem wir nach Herzenslust schwimmen konnten. Das taten wir sehr oft an diesem Nachmittag. Den Damen wurden sogar die Drinks am „Pool“ durch den Oberkellner (Amandus) gereicht. Wenn das nicht ein Leben wie Kuchen ist, was denn dann???

Bains Kloof ist ein echter Geheimtipp, von dem nur Einheimische wissen. Ein Tourist kann diese Idylle nur durch einen glücklichen Zufall entdecken.

 

 

Ein Extra-Dankeschön an „Marx-Tours“. Eine bessere Gästebetreuung kann es gar nicht geben.

Über den Sir Lowry’s Pass fahren wir zurück nach Cape Town. Waldemar und Inge winken uns aus dem Auto einen Abschiedsgruß zu. Sie wollen heim, um die nötigen Vorbereitungen zu treffen für den morgigen Tag, vielleicht klappt es da endlich mit der Besteigung des Tafelbergs.

Kurz vor der Hütte kaufen wir Verschiedenes zum Abendessen ein. Fish and Chips, Hähnchen, Salat und Brot. Schwer mit den Schätzen beladen eilen wir nach Hause. Wir essen gemütlich am Pool und trinken eine Flasche Wein dazu.

So lassen wir einen erlebnisreichen und wunderschönen Tag ausklingen.

 

02.02.2005

Wettercheck: klarer Himmel, Sonne. Endlich wird es wahr. Das Wahrzeichen von Cape Town, der Tafelberg, ruft.

Wir schwimmen, frühstücken und starten um 08.45 Uhr zu unserer lange geplanten Exkursion. Treffpunkt mit Waldemar und Inge um 09.30 Uhr an der Talstation der Seilbahn. Inge und Margret fahren hoch, der Rest läuft. Es ist gnadenlos heiß, und wir lassen es langsam angehen. Für meine kurzen Beine sind die steinernen „Treppenstufen“ nicht einfach zu bewältigen, aber ich lasse mich nicht entmutigen. Das wäre doch gelacht, wenn ich diesen Berg nicht in den Griff kriegen sollte. Mandus schleppt den Rucksack. Wir machen immer wieder kurze Trinkpausen. Hin und wieder schüttet er mir auch Wasser über den Kopf. Waldemar läuft leichtfüßig voran und erzählt dabei ununterbrochen Dönekes aus der guten alten Fallschirmjägerzeit. Nach einer Stunde und 40 Minuten sind wir oben.

 

 

Am Plateau treffen wir uns mit Inge und Margret, die bereits auf uns warten. Gemeinsam wandern wir auf dem Platteklip in einer Dreiviertelstunde zum höchsten Punkt auf 1086 m Höhe.

 

 

Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen und lassen uns ein kräftiges Vesper schmecken, das Inge im Rucksack mitgeschleppt hat. Wein und Wasser gibt es ebenfalls reichlich. So gestärkt genießen wir eine der spektakulärsten Aussichten der Welt.

 

 

Irgendwann ruft der Abstieg.

 

 

Bis auf Waldemar entscheiden sich alle für die Fahrt mit der Seilbahn. Panoramafenster ermöglichen gute Aufnahmen für Fotografen. Bevor wir in die Gondel einsteigen, trinken wir ein

 

 

Abschiedsbier auf der Terrasse des Gipfel-Restaurants.
Unten angekommen, verabschieden wir uns von Inge und Waldemar. „Marx-Tours“ hat uns auch heute nicht enttäuscht.
Zu viert machen wir die Waterfront unsicher. Bummel am Hafen entlang, Gang durch die Einkaufspassage, Bierchen im Straßencafè und Einkehr im House of Pancake.

Kurz nach 19.00 Uhr treten wir die Heimfahrt an. Zuhause noch eine Runde im Pool gedreht. Danach Tagesausklang bei einer Flasche Sekt.
Die Planung für den morgigen Tag steht fest: Fahrt zur Hout Bay, über den Chapman’s Peak nach Simon’s Town zu den Pinguinen.
Nach Eintrag in’s Gästebuch von Waldemar und Inge beenden wir unsere „Sitzung“ und fallen todmüde in’s Bett. Der Tafelberg steckt uns in den Knochen.

 

03.02.2005

Was ist mit dem Wetter los? Beim morgendlichen Schwimmen sieht es gar nicht gut aus. Der Himmel ist stark bewölkt. Während des Frühstücks regnet es sogar. Für Almut mal wieder ein Grund zur Freude.
Wir lassen uns so viel Zeit, bis der Regen aufhört und die Sonne durch die Wolken blinzelt. Das Tagesprogramm ist damit gerettet.
Bevor wir starten, zahlen wir unsere Rechnung bei Almut (5.600 Rand).

Die Fahrt nach Hout Bay machen wir bei bestem Wetter. So schnell ändern sich die klimatischen Verhältnisse. Wir parken unser Auto am Hafen und erkunden das Gelände. Wir wollen eine Fahrt zu den Robbenbänken machen, aber das ist leider nicht möglich, zum einen spielt der Zeitfaktor eine Rolle, zum anderen ist das Meer stark aufgewühlt und die meisten Boote bleiben im sicheren Hafen.
Weiterfahrt über den 11 km langen Chapman’s Peak Drive, eine der schönsten Küstenstraßen der Welt. Die Serpentinenstraße klettert 160 m hoch und gewährt spektakuläre Ausblicke auf den Atlantik und das Felsmassiv des Chapman’s Peak. Alle 500 m sind Aussichtsterrassen geschaffen worden, die den Autofahrer zum Verweilen einladen. Wir können uns nicht sattsehen und beschließen, auf gleichem Weg zurückzufahren. Die Straße ist zwar mit 20 Rand gebührenpflichtig, aber das ist sie nach unserer Meinung 100 %ig wert. Übrigens war sie über einen langen Zeitraum gesperrt bis zum Jahre 2004. Aufwendige Arbeiten waren notwendig, um dem Steinschlag Einhalt zu gebieten.

Unser nächstes Ziel ist der Strand The Boulders, in der Nähe des Kriegshafens von Simon’s Town gelegen. Dieses Fleckchen Erde ist bekannt durch seine Pinguin-Kolonie, sehr zutrauliche Tiere, auch African jackass genannt.

 

 

Die wollten wir unbedingt sehen. Baden mit Pinguinen, wenn das kein besonderes Erlebnis ist – was denn dann?

 

 

Mittagessen im Strandlokal. Die Terrasse ist gesperrt, zu viel Wind. Aber auch drinnen sitzt man gemütlich, und das Essen ist ausgezeichnet. Wir entscheiden uns zur Hälfte für Linefisch und eine Platte mit Meeresfrüchten. Eine gute Wahl.

Es ist Zeit für die Rückfahrt. Noch einmal genießen wir in vollen Zügen die Fahrt über den Chapman’s Peak Drive. Im noblen Küstenort Camps Bay kehren wir auf einen Kaffee/Tee ein.
Die restliche Strecke legen wir in einem Rutsch zurück. Ankunft bei Almut gegen 19.30 Uhr.
Das Schwimmen mit den Pinguinen hat uns nicht gereicht, wir springen alle noch einmal in den Pool.

Gemütlicher Ausklang mit Inge und Waldemar auf unserer Terrasse.

 

04.02.2005

Der letzte Ferientag in der Kap-Region bricht an. Ich stehe früh auf und mache einen Strandlauf. Die anderen liegen noch in den Federn. Gegen 08.00 Uhr Treff am Pool, danach ausgedehntes Frühstück.

Als letzte Unternehmung in Kapstadt planen wir einen Besuch in Kirstenbosch, dem Botanischen Garten. Das Gelände ist über 500 ha groß. Cecil Rhodes hat es dem Staat geschenkt. Seit dem Jahre 1913 wurden 60 ha davon systematisch kultiviert. 20.000 heimische Pflanzen sind zu sehen, darunter befinden sich 250 verschiedene Arten der Nationalblume PROTEA.
1997 entstand das „Conservatory“, ein gläsernes Gewächshaus. Hier findet man die Pflanzen Südafrikas, die hauptsächlich in trockenem Klima gedeihen, z.B. Steinpflanzen und Bäume wie den riesigen Baobab (Affenbrotbaum).

Auch wenn die Blütezeit vorüber ist, gibt es für uns noch viel zu sehen. Die 22 Rand Eintrittsgebühr sind auf keinen Fall rausgeschmissenes Geld.
Die Einkehr im Gartenlokal auf einen Cappuccino mit Hot Apple Pie and Ice Cream runden den Besuch in Kirstenbosch ab.

Um 17.00 Uhr sind wir wieder zuhause. Nun heißt es Koffer packen, relaxen und sich in’s Gästebuch eintragen. Mich hat man als offiziellen Schreiberling ausgeguckt. Also nix wie ran an den Speck.

 

Eintrag in’s Gästebuch von Almut und Uwe Harms

Zu viert reisten wir an’s schönste Ende der Welt,

wo es uns ausgesprochen gut gefällt.

Die Unterbringung war ein Gedicht,

das zu überbieten, geht einfach nicht.

Almut und Uwe haben uns täglich verwöhnt,

was unseren Urlaub noch mehr verschönt.

Mal relaxten wir im Liegestuhl,

mal schwammen wir ‚ne Runde im Pool.

 

Gab es Probleme, war Almut zur Stelle,

auf alle Fragen eine unerschöpfliche Quelle.

Auch Amigo und Zambo haben einen Platz in unseren Herzen gefunden,

verbrachten wir mit ihnen doch manch’ schöne Stunden.

Wir fühlten uns hier bestens aufgehoben

und hätten am liebsten die Abreise verschoben.

Doch wir kommen wieder im Frühjahr – irgendwann

Und schau’n uns die prachtvolle Blüte an.

Wie Mac immer sagt: In Kapstadt sind wir zuhaus.

Wenn man fest daran glaubt, dann wird auch was draus.

 

Christa, Amandus, Margret, Mac (Jupp)

 

Für den Abend ist ein Abschiedsessen angesagt, zu dem wir Inge und Waldemar sowie Almut und Uwe eingeladen haben. Das Restaurant befindet sich in der ehemaligen Botschaft und heißt „The five Fly’s“.

Vor dem Aufbruch lädt Almut uns auf ein Glas Sekt ein vom Weingut „De twe Geselle“. Ein guter Tropfen, schmeckt hervorragend. Anschließend packt Uwe uns in sein Big Car, ein Toyota Landcruiser.

 

 

Los geht’s in die City. Waldemar und Inge erwarten uns bereits im Lokal. Wir nehmen noch einen Drink in der Bar

 

 

und wechseln dann in den Restaurantbereich. Inge hatte einen Tisch reservieren lassen für 8 Personen. So sitzen wir nun in fröhlicher Runde und studieren die Speisekarte. Uwe, der an meiner rechten Seite sitzt, berät mich bestens bei der Auswahl der Gerichte.  Mein Menu sieht wie folgt aus:

1. Vorspeise             Muscheln in Weincremesoße

2. Vorspeise             Salat mit geräuchertem Lachs

Hauptspeise             Linefish (Tiefsee) gegrillt

Dessert                    Erdbeeren mit Eiscreme

 

Dazu trinken wir Weißwein aus der Region.

Für die Fleischesser (diverse Steaks) gab es natürlich einen kräftigen Rotwein.

Das Ganze dauert etwa von 19.oo – 22.oo Uhr. Dann löst sich die Tischrunde auf. Waldemar und Inge fahren heim, und wir düsen mit Uwe und Almut zurück nach LITTLE MANOR, so heißt ihr Zuhause.

Nachtruhe gegen 22.45 Uhr.

 

05.02.2005

Kurz vor 06.00 Uhr schellt der Wecker. Eine Runde im Pool liegt vor dem Frühstück noch drin.
07.30 Uhr Aufbruch zum Flughafen. Wir laden das Gepäck vor dem Abfluggebäude für Inlandsflüge aus. Margret und ich bewachen die Koffer, während Mandus und Mac das Auto zum Parkplatz vor dem International Airport fahren. Parkticket und Autoschlüssel werden im Handschuhfach hinterlegt; Türen zu – fertig ist die „Übergabe“. Bezahlung erfolgt über Kreditkarte. Kurze Zeit später sind die beiden wieder bei uns und wir können unser Gepäck aufgeben.
Inzwischen sind Waldemar und Inge eingetroffen, um uns Lebewohl zu sagen. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Wir bedanken uns noch einmal für die hervorragende Betreuung von „Marx Tours“, checken ein und gehen nahtlos zum Boarding über. Ein Bus bringt uns zu einer kleinen Maschine der South African Airlines (SAA).Fast pünktlich heben wir ab. In 2 ¼ Stunden sind wir am Ziel.

 

 

In Nelspruit,  Hauptstadt der Provinz Mpumalanga („Land der aufgehenden Sonne“) werden wir von Matthias Schmidt abgeholt. Wir verladen unser Gepäck in seinen VW-Bus und fädeln uns in den Verkehr ein.

 

Auf den Straßen ist die Hölle los. Aus nah und fern kommen die Menschen am Wochenende zum Einkaufen nach Nelspruit. Die Einwohnerzahl liegt bei 65.000, doch versorgt werden ca. 2.000.000 Menschen mit allem Lebensnotwendigen. Wir legen einen kurzen Stopp am Supermarkt ein und bunkern Wasser, Wein und Bier für die kommenden Tage (344 Rand).
Jetzt geht’s in einem Rutsch zur Unterkunft. Hier erwartet uns Birgit Schmidt, die Dame des Hauses. Wie der Name schon verrät, handelt es sich um deutsche Staatsbürger, aber die beiden leben seit 13 Jahren in Südafrika.

Frau Schmidt zaubert in kürzester Zeit einen Imbiss auf den Tisch. Dazu trinken wir eine Dose eisgekühltes Bier. Anschließend richten wir uns häuslich ein und relaxen ein wenig. Während die anderen schlafen, bringe ich mein Reise-Tagebuch auf Vordermann.
Studium des Reiseführers ist angesagt, denn unser Buschguide erwartet von uns ein gesundes Halbwissen über Flora und Fauna des Krüger Nationalparks. Er gibt uns gleich zu Beginn deutlich zu verstehen, dass ausnahmslos hier das echte Südafrika existiert. Für die Gegend am Kap hat er nur ein mildes Lächeln übrig, viel zu europäisch für seinen Geschmack. Da ist was dran.

Südafrika bzw. der Krüger Nationalpark wird nicht mehr so stark frequentiert wie noch vor Jahren. Die Gunst der Reisebranche hat sich Namibia zugewendet. Laut Aussage von Herrn Schmidt sieht man dort viel weniger Tiere und kaum Pflanzen. Originalton: „Für einen Baum fahren die Idioten 700 km“. Im Krüger Park dagegen ist alles grün. Das Gras steht derzeit so hoch, daß die Tiere sich „unsichtbar“ machen können. Wir nehmen diese Information kommentarlos hin. Schon bald werden wir uns selbst ein Bild machen können.

Am Spätnachmittag vertreten wir uns die Beine und ziehen einmal um die Häuser. Man gewinnt den Eindruck, dass hier nur Leute mit Geld wohnen. Sehr schöne Anwesen, alle von hohen Mauern umgeben, die z.T.. noch mit Stacheldraht bestückt sind. Kriminalität spielt hier wohl eine größere Rolle als in Deutschland.

Mit unserem Gastgeber fahren wir zum Abendessen in ein Gartenlokal. Zarte Filetsteaks mit Folienkartoffel bzw. Pommes frites und Salat kommen auf den Tisch. Große Klasse!  Wir trinken auf Du und Du; unser Guide heißt Matthias. Er erzählt uns ein paar Geschichten über Land und Leute. Für mich das Interessanteste war seine Aussage zu den Elefanten im Krüger Park. Von wegen zu viele Dickhäuter, die man umsiedeln oder gar abschießen muss, das Gegenteil sei der Fall. Alles eine Frage der Politik, weil Südafrika auf Elfenbein im Wert von etlichen Millionen Euro sitzt, das es nicht ausführen darf. Da erfindet man einfach solche Geschichten. Wie heißt es so schön? Politik ist ein schmutziges Geschäft!

Gegen 21.00 Uhr sind wir wieder in unserem neuen Zuhause. Wir bewohnen ein großes Zimmer mit Doppelbett, zwei Nachttischen, Kleiderschrank, einem runden Tisch, zwei Sesseln, einem Schreibtisch, Hocker und – ganz wichtig – einem Kühlschrank. Einen Fernseher gibt es auch. Dusche und Toilette sind durch eine Schiebetür getrennt.

Heute werden wir nicht alt. Nachtruhe gegen 22.00 Uhr.

 

06.02.2005

Um 05.30 Uhr wird es Tag. Die Vögel machen einen Heidenlärm. Wir lassen es langsam angehen. Heute steht eine Panoramarundfahrt auf dem Programm.

Auch im Hause Schmidt gibt es einen Pool, in dem man ein paar Runden vor dem Frühstück drehen kann.
Das Frühstück ist – wie bei Almut – ein Gedicht. Frisch gepresster Saft, Obstteller mit so exotischen Früchten wie Papayas, Litschis und Mangos, selbst gebackenes Brot, Käse, Aufschnitt, Marmelade, Honig und auf Wunsch ein Schinken-Käse-Omelett. Dazu Kaffee/Tee.

 

Auf dem Weg zum Blyde River Canyon legen wir den ersten Stopp am Line Creek Wasserfall ein. Aus einer Höhe von 98 m stürzt das Wasser in die Tiefe. Matthias macht uns ständig auf die

 

 

Vogelwelt aufmerksam. Ich habe nur den einen  ausgefallenen Namen behalten: Spitzschwanzparadieswitwe.

 

 

In Graskop, einem kleinen Ort, gegründet 1897, machen wir eine Kaffeepause. Von hier aus schlängelt sich der   Blyde River Canyon die Berge entlang nach Norden, um schließlich auf den Blyde River zu treffen. Der annähernd 30 km lange und spektakuläre Canyon zählt zu den beeindruckendsten Naturerscheinungen Südafrikas. Er ist der drittlängste Canyon der Welt. Zur Erinnerung: Platz 1 = Grand Canyon, Arizona, Platz 2 = Fish River Canyon in Namibia.
An den Ufern des Blyde River erheben sich imposante Felsgiganten. Die markantesten sind die Three Rondavels,

 

 

so genannt, weil sie das Aussehen von  Rundhütten haben. Sie sind ein Heiligtum der Swazis. Ein weiterer Felsklotz, God’s Window, ist eine Art Aussichtsterrasse, aber heute hüllt er sich in Nebel.

 

 

Bei normalen Verhältnissen hat man von dort eine grandiose Sicht auf die steilen Hänge der Drakensberge.
In der Nähe des Lisbon Wasserfalls stehen ein paar einfache Marktstände an der Straße. Einheimische verkaufen u.a. selbst gefertigten Schmuck und Tiere aus Holz, bzw. Stein. Margret und ich kaufen eine Halskette, eine Tischdecke und einen kleinen Elefanten zu sehr günstigen Konditionen.

 

 

Größere Rast mit kleinem Fußmarsch zu den Potholes. Das sind bizarre, zylinderförmige Löcher, die der Fluß in den Stein gefressen hat. Sie befinden sich an der Mündung des Blyde in den Treur. Für uns ist das ein beeindruckender Anblick.

Anschließend Besuch des Naturkundemuseums. Matthias lässt uns an seinem profunden Wissen über Flora und Fauna teilhaben.

Rückfahrt über Pilgrims Rest, eine alte Goldgräberstadt.

1873 begann der Goldrausch und die Goldförderung endete erst 100 Jahre später. Heute ist der Ort eine Art bewohntes Freilichtmuseum. Wir machen einen Gang durch die Gemeinde und lassen uns auf eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen nieder.
Durch riesige Forstanbaugebiete führt unsere Tagestour. Sie decken die Hälfte des Holzbedarfs von Südafrika.

Kurz vor der Haustüre kehren wir zum Abendessen ein. Zum letzten Mal essen wir frischen Fisch (wird täglich von Mozambique eingeführt). Mandus, Margret und ich entscheiden uns für 1 Seafood Platter, Mac wählt Kingklip mit Pommes frites und Salat, unser Guide hat Appetit auf Calamares. Das Essen ist absolut vom Feinsten. Dazu trinken wir Wasser und Weißwein. Die Fischplatte kostet nur 69 Rand, das sind nicht mal 10 €. Das hält keinen Vergleich mit deutschen Preisen aus.

Am Abend sitzen wir zusammen auf der Terrasse bei einer Flasche Wein. Allzu spät wird es nicht, denn wir müssen noch ein paar Sachen zusammenpacken für die Exkursion zum Krüger Nationalpark. Es soll in aller Herrgottsfrühe losgehen.

 

07.02.2005

Frühstück fällt aus, nur eine Tasse Kaffee/Tee auf dem Zimmer. Abfahrt zum Krüger Nationalpark um 06.00 Uhr. Voll beladen - mit Essen und Getränken sowie unseren Klamotten für 3 Tage im Busch – geht es los. Eine Fahrt von insgesamt ca. 600 km liegt vor uns.

Die Anreise erfolgt auf der N 4, einer mautpflichtigen Straße. Die Mautrechte wurden auf 20 Jahre an die Franzosen verkauft. Der Erlös aus dieser Transaktion diente dem Bau des Regierungsgebäudes. Wir fahren durch Landschaften, wo nur Mais und Zuckerrohr angebaut werden. Die Forstwirtschaft hat sich auf Kiefern und Eukalyptus spezialisiert.
Nach 60 km erreichen wir das MALELANE GATE,

 

 

einen der vielen Eingänge zum Krüger Park. Matthias zahlt den Eintritt, und das Abenteuer kann beginnen.

Das bekannteste Wildschutzgebiet Südafrikas, zugleich das größte der Welt, wurde im Jahre 1898 gegründet und später nach Paul Krüger benannt, dem früheren Präsidenten der Republik Transvaal. Der Park dehnt sich über 20.000 qkm aus, was etwa der Größe von Rheinland Pfalz entspricht. Wir werden allerdings nur einen kleinen Teil davon sehen.
Jeder, der sich für die Tiere Afrikas interessiert, hat schon einmal von den „Big Five“ gehört – Büffel, Elefant, Nashorn, Löwe, Leopard -. Wir erfahren nun von Matthias, woher dieser Begriff stammt. Jean Frederic Selou, ein französischer Großwildjäger, hat ihn geprägt. Es handelt sich um die 5 begehrtesten jagdbaren Tiere, die man zu Fuß erlegen konnte, die Großen Fünf = Big Five.

Schon vor dem Frühstück bekommen wir Büffel, ein Breitmaulnashorn,

 

 

Gnus, Zebras und Impalas zu sehen, von den vielen Vogelarten ganz zu schweigen.
Was uns erstaunt, dass der Krüger Park so grün ist. Das haben wir uns anders vorgestellt. Gras, Büsche, Bäume bilden ein Dickicht und geben den Tieren eine natürliche Tarnung. Zeit für eine kleine Stärkung.

Wir fahren in eines der zahlreichen Camps und unser Guide bereitet uns ein Frühstück der Extra-Klasse zu. Als erstes kommt eine Decke auf den Tisch, dazu Stoffservietten. Er serviert uns Saft, Kaffee/Tee, Obstsalat, Brot, Butter, Honig, Marmelade, und – man stelle sich vor – frisch gegrillte Hamburger mit einem bunten Salat, selbstverständlich frisch angemacht. Gaskocher und Bratpfanne kann man gegen Gebühr ausleihen.

 

 

 

Dieses Frühstück in freier Natur war umwerfend. Kein Wunder, schließlich verfügt Matthias über langjährige Erfahrung in der Gastronomie. Er war bereits mit 27 Jahren Küchen-Chef der Kongresshalle Böblingen, aber das ist eine andere Geschichte.

Um 10.15 Uhr erster Blickkontakt zu einem Elefanten. Er steht nur 5 m von der Schotterpiste, die wir befahren, entfernt. Matthias hatte ihn Minuten vorher gerochen, das ist kein Witz! Er verhält sich tatsächlich so, als ob ein Tier Witterung aufnimmt.

 

 

Als nächstes sehen wir mehrere Giraffen, die ihre langen Hälse in den Himmel recken.

 

 

Mehrere Kafferbüffel tummeln sich am Wasserloch und eine Gruppe von Elefanten kreuzt unmittelbar vor uns die Straße. Es sind ca. 20 Tiere, davon ein paar erst 3 – 5 Monate alt. Wir können uns nicht satt sehen und Mandus fotografiert aus allen Lagen. Das ist kein Problem, denn alle Seitenfenster des VW-Busses lassen sich öffnen.

An einem eigens eingerichteten Beobachtungsposten steigen wir aus dem Auto und gehen ein paar Meter zu Fuß zu einer offenen Holzhütte. Auf diesem kurzen Fußweg sind wir durch einen Palisadenzaun geschützt. Zu sehen gibt es viele verschiedene Vogelarten.
Matthias erzählt uns etwas über die Zahlen der im Krüger Park lebenden Tiere.

Elefanten:                                    9.500

Büffel:                         20.000 – 25.000

Nashörner:                

Breitmaul                                        800

Spitzmaul                                          50

Löwen:                                 700 – 800

Leoparden:                                   2.000

Zebras:                                       20.000

Kudus:                                          3.000

Krokodile:                                150.000

Impalas:                                 unzählige

Wieder zurück auf der Straße, kreuzt ein Nashornbulle den Weg, verschwindet im dichten Busch und wird sofort „unsichtbar“. Ein Kudu mit Jungtier beäugt uns neugierig. Wer beobachtet hier wen?
Erneuter Ausstieg am Wasserloch. Ein Ranger, Daniel, bewaffnet mit Gewehr, begleitet uns.

 

 

Die Flusspferde lassen nur ihre Köpfe sehen und die Krokodile haben sich gut getarnt. Sie sehen aus wie dahin treibende Äste. Daniel macht uns auf einen großen Fisch aufmerksam, den Catfish. Er ist für Menschen ebenso gefährlich wie ein Hai. Nie davon gehört bisher.

Auf dem Rückweg zum Auto entdecken wir Löwenspuren. Nicht umsonst werden wir von einem bewaffneten Ranger begleitet.
Gegen 13.00 Uhr Eintreffen im Crocodile Camp.

 

Wir beziehen unsere Hütten und relaxen 2 Stunden. So überbrücken wir die gnadenlose Mittagshitze (40 Grad).

Die Unterkunft ist sehr gut ausgestattet  mit drei Einzelbetten, Tisch, Stühlen, Kühlschrank (!), Klimaanlage und einer funktionierenden Dusche mit Toilette. Matthias, unser Guide, wird etwas rustikaler untergebracht, nämlich in einem Zelt. Er ist auf die Gemeinschaftsduschen angewiesen, aber das macht ihm nichts aus.
Wir füllen die Kühlschränke mit unseren Schätzen wie Wasser, Wein und Bier. Matthias schleppt Kühltaschen voller Köstlichkeiten herbei. Er wird heute abend für uns kochen.

15.30 Uhr Aufbruch zur Nachmittagssafari. Auch hier bekommen wir wieder viel zu sehen.

Angefangen bei einer Horde Paviane, Meerkatzen mit Jungtieren, Zwergmangusten, (sehen aus wie kleine Teddies) Zebras, Impalas, eine Herde Gnus, Nilpferde, Elefanten,  

 

 

eine Gruppe Giraffen, wovon zwei trächtig sind, Kudus und Warzenschweine. Plötzlich sagt Matthias: „Es riecht nach Nashorn“, und tatsächlich, wenige Augenblicke später sehen wir ein Breitmaulnashorn im hohen Gras stehen. Immer wieder macht uns der Guide auf Vögel aufmerksam, das ist eine Leidenschaft von ihm. Ob Ohrengeier, Gaukler, Gabelrake, Schlangenadler, Hammerkopf, Kronenkiebitz, er kennt sich mit allen Vogelarten bestens aus.
Auf dem Rückweg zum Camp blockieren drei Nashörner den Weg. Wir können sie in aller Ruhe aus sicherer Entfernung beobachten.

 

 

Impalas, Schwarzfersenantilopen, grasen im milden Licht der Abendsonne. Sie machen ihrem Namen (die goldenen) alle Ehre.

 

 

Die Raubkatzen blieben zwar unsichtbar, aber für uns war es am ersten Tag eine sehr erfolgreiche Tierbeobachtung.

Um 18.30 Uhr müssen alle Besucher in den Camps sein. Die Tore werden geschlossen. Gewissermaßen befinden sich jetzt die Menschen in „Käfigen“.
Matthias stürzt sich in die Vorbereitung für’s Abendessen. Wir treffen uns alle auf der Veranda vor unserer Hütte. Der Tisch wird gedeckt, alles vom Feinsten. Wir dürfen nicht helfen, und so sitzen wir dumm rum und trinken eine Dose Bier. Schon bald wird das Festmahl serviert:

Vorspeise:                Perlhuhn am Spieß

Hauptspeise:            Straußensteak
                                  
Salate mit feinstem Dressing

Nachspeise:              Mousse au chocolat

Bei einer guten Flasche Wein lassen wir den Abend ausklingen. Die Geräuschkulisse aus dem Busch gibt dem ganzen einen besonderen Touch.

Nachtruhe gegen 22.00 Uhr.

 

08.02.2005

Wecken um kurz vor halber, genau gesagt: um 05.25 Uhr. Katzenwäsche, Tee/Kaffee auf der Terrasse. Gleich danach Aufbruch zur Morgensafari.
Impalas, Warzenschweine und Paviane

 

 

 haben sich unter einem Marulabaum versammelt.

 

Dessen Früchte, die eine berauschende Wirkung haben, sind bei allen Tieren sehr begehrt, sogar bei den grauen Riesen, den Elefanten.
Matthias macht uns auf einen Europäischen Zwergbienenesser aufmerksam, ein sehr seltener und wunderschöner Vogel. In unmittelbarer Nähe eines Gelbfieberbaumes tragen zwei Elefantenbullen ihre Machtkämpfe aus. Noch ist es Spielerei, denn sie sind nicht alt genug, um Führungsansprüche zu stellen. Die Rinde der Gelbfieberbäume wird für medizinische Zwecke verwendet. Sie dient außerdem als Grundlage für Schweppes Tonic Water. Die Bäume werden nach Arizona und New Mexico exportiert.
Am Wasserloch beobachten wir Hippos, Krokodile, Impalas und Marabu Störche, ebenso Büffel und einen Riedbock.
Bevor wir das Lower Sabie Camp für einen Tee/Kaffee erreichen, kreuzt eine Warzenschwein-Familie (Mutter mit 4 Jungtieren, erst wenige Wochen alt) unseren Weg.
Heute durchfahren wir eine sehr abwechslungsreiche Landschaft, tiefster Busch, Savanne und Halbsavanne. Ein Stachelschwein bekommen wir nicht zu Gesicht, finden aber eine Borste auf der Asphaltstraße. Diese Tiere stehen unter Artenschutz. Man darf nicht einmal eine Borste aus dem Land bringen. Es drohen hohe Geldstrafen. Das hält mich nicht davon ab, eben diese Borste mitzunehmen. Matthias weist uns mal wieder auf seine gefiederten Freunde hin, eine Blaurake, auch Europäische Rake genannt. Sie lebt nur 3 Monate in Südafrika, den Rest des Jahres verbringt sie in der Türkei.

 

 

Es ist Frühstückszeit. Wir fahren zum Mlondozie Creek auf den gleichnamigen Picknickplatz. Während Matthias die erste Mahlzeit des Tages vorbereitet, halten wir Ausschau nach Tieren. Mandus entdeckt mit dem Fernglas tatsächlich die erste Raubkatze, einen großen männlichen Löwen mit dunkler Mähne.

Vorsichtig pirscht er sich an einen Wasserbüffel heran, traut sich aber nicht anzugreifen. Schließlich ist er allein, ohne seinen Harem. Löwen erreichen ein Gewicht bis zu 250 kg, aber Büffel wiegen dreimal so viel. An einer Büffeljagd nehmen in der Regel 5 – 6 Weibchen teil, doch nur der männliche Löwe ist imstande, einen Büffel zu töten.

Nachdem der Löwe von der Bildfläche verschwunden ist, finden wir Zeit für das exzellente Frühstück. Matthias hat sich mal wieder selbst übertroffen, und wir langen kräftig zu.

 

       

 

Im Gespräch mit anderen Touristen auf dem Mlondozie Picknickplatz erfahren wir, dass diese nur 3 Elefanten in vier Tagen gesehen haben. Das macht erst deutlich, wie viel Glück wir gestern hatten, als wir ganze Familienverbände beobachten konnten. Auch heute sind uns schon 2 Elefantenbullen begegnet.
Es ist sehr heiß und drückend geworden, 35 – 40 Grad. Die Tiere haben sich zurückgezogen, nichts zu sehen. In großem Bogen fahren wir zurück zum Crocodile Creek. Halt an einem Wasserloch. Ein paar Büffel stehen am Rand; hin und wieder tauchen Krokodile auf. Kurze Zeit später sehen wir eine Straußenmutter mit 3 Jungen, sie sind sehr selten im Krüger Park.

Wir beobachten 3 Elefantenbullen am Schlammloch. Sie wälzen sich in dem braunen Schlamm, tauchen den Rüssel ein und bespritzen sich den Rücken. Der älteste Bulle wird plötzlich unruhig und kommt direkt auf uns zu. Matthias bleibt ganz gelassen. Kein Grund zur Panik, der Bulle dreht ab. Er wollte uns nur zu verstehen geben, dass das sein Revier ist und wir gefälligst Abstand halten sollen.

Weiterfahrt zum nächsten Wasserloch. Was gibt es hier zu sehen? Zwei Elefanten – Jungtiere – spielen im Wasser miteinander. Sie tragen Scheinkämpfe aus. Früh übt sich, was ein starker Leitbulle werden will. Die Hippos sind abgetaucht, nur ihre Ohren gucken hervor. Krokodile dösen scheinbar vor sich hin, ein Bild des Friedens. Doch der Schein trügt.

Gegen 13.00 Uhr trudeln wir wieder im Crocodile Creek Camp ein. Nicht nur die Tiere brauchen eine Verschnaufpause, auch wir. Während Mac und Margret sich auf’s Ohr legen, relaxen wir auf der Terrasse bei einer Tasse Tee. Dabei können wir (ohne Fernglas) einen Elefanten beobachten, der ein Bad im Fluß nimmt. Ich nenne das „Schaukelstuhlsafari“.

Um 15.00 Uhr tritt unser Guide wieder auf den Plan. Er serviert uns eine Kleinigkeit zum Essen, damit wir für die heutige Nachtsafari fit sind (großer Salatteller mit Thunfisch und Brot). Wir sind alle sehr gespannt, was wir in der Dunkelheit sehen werden.
Bis zum Beginn der Safari (18.15 Uhr) ist noch reichlich Zeit. Wir sitzen gemütlich zusammen und rekapitulieren die bisher so erfolgreiche Tierbeobachtung.

Mit 10 Leuten sitzen wir im offenen Landrover. Guide ist ein erfahrener schwarzer Ranger namens Billy. Matthias überlässt uns seiner Führung. Wir sind noch nicht weit gefahren, als Billy die Nachricht erreicht, dass Löwen in der Nähe sind. Nix wie hin! Folgendes Bild stellt sich uns dar: 6 Löwinnen liegen mitten auf der Straße und aalen sich auf der warmen Asphaltdecke, 1 Löwin am Rand als Wachposten, 2 weitere ducken sich in’s Gras. Unser Jeep hält nur einen Meter von der Löwengruppe entfernt an. Kurze Unruhe unter den Tieren, dann legen sie sich wieder hin. Sie wissen, dass von uns keine Gefahr droht. Aber wir wissen nicht mit Sicherheit, ob uns von ihnen keine Gefahr droht. Als Billy den Jeep von der Straße lenkt, um die Löwen zu umfahren, schwankt das Auto ziemlich stark. Uns wird es mulmig, denn wenn die Raubkatzen uns als Individuum wahrnehmen, wird’s brenzlig, sagt man jedenfalls. Aber es geht alles gut. Wir kommen hinter der Löwengruppe zum Stehen und betrachten von dieser Warte aus noch einmal die majestätischen Tiere. Zwei Löwinnen stehen auf und kommen ganz nahe heran. Aug’ in Auge mit wilden Löwen – ein großartiges Gefühl. Das Herzt klopft etwas schneller, denn viel Schutz bietet der offene Landrover nicht. Mac sitzt vorne neben dem Fahrer, er fühlt sich in diesem Moment nicht gerade wohl in seiner Haut. Eine der Löwinnen zeigt Anzeichen eines Kampfes. Ihr Unterkiefer ist zerschmettert, ein Eckzahn ist ausgebrochen und hängt lose aus dem geöffneten Rachen. Wahrscheinlich wird sie es nicht überleben.

Inzwischen ist es völlig dunkel geworden. Der Jeep ist mit zusätzlichen Scheinwerfern rechts und links bestückt. Außerdem bekommen einige der Mitfahrer Handscheinwerfer zur Verfügung gestellt. Das Gelände wird akribisch abgesucht, und wir bekommen Paviane, Büffel, Gnus, Zebras, Impalas, Giraffen und einen Elefanten in Mast zu sehen. Wenn ein Elefant in Mast ist, heißt das, er ist paarungsbereit. Sein Penis schwillt so gewaltig an, dass er auf dem Boden schleift. Eine Elefantenkuh ist sehr wählerisch, und wenn der Bulle zu oft abgewiesen wird, ist das natürlich frustrierend für ihn und er kann äußerst aggressiv werden. Deshalb ist für Mensch und Tier erhöhte Vorsicht geboten.

Einmal sind wir auf der Tour ausgestiegen. Der Ranger stand Gewehr bei Fuß neben uns. Trotz Handlampen, die die Dunkelheit erhellen, drängen wir uns dicht um unseren Führer. Da kommt der Herdentrieb wieder zum Vorschein. Ob es gefährlich war, kann ich nicht sagen.

Aber was alles hätte passieren können, ist mir schon durch den Kopf gegangen.

Bei abgeschalteten Scheinwerfern standen wir ungefähr 10 Minuten an einem Wasserloch, um dem Tanz der unzähligen Glühwürmchen zuzuschauen. Die verschiedenartigen Geräusche aus dem Busch, die der Wind zu uns hinüberträgt, machen uns wieder einmal bewusst, wie klein und unbedeutend wir sind. Sobald wir den Schutz des Autos verlassen, sind wir nicht mehr als ein Glied in der Nahrungskette.

Um 20.30 Uhr sind wir wieder im Camp. Alle sind sich einig, dass sich dieser nächtliche Trip gelohnt hat.

Matthias verwöhnt uns mit Steaks vom Grill zum Abendessen. Dazu trinken wir eine gute Flasche Wein. Ein Buschbock aus der Familie der Gazellen steht am Campzaun und sieht uns zu. Gute Nacht, du schöne Welt.

 

09.02.2005

Der letzte Tag im Krüger Park bricht an. Wecken um 05.30 Uhr. Tee/Kaffee auf der Terrasse. Eine Affenbande (Meerkatzen) tobt vor unseren Augen im Garten herum.
Auto mit Gepäck und Ausrüstung beladen.
Um 06.15 Uhr Start zur Morning Tour. Wir sehen viele Impalas, die im warmen Licht der Morgensonne golden aussehen. Ein Familienverband von Gnus beäugt uns neugierig, und eine große Herde Büffel (ca. 300 Tiere) ruht im Gras. Sie lagern in Form einer Wagenburg. Wer hat hier wohl von wem gelernt?
Nur 3 m vom Straßenrand steht ein alter Elefantenbulle. Er ist unruhig, setzt sich in Bewegung und stürmt auf unser Auto zu. Wir geben Fersengeld, der Koloss bleibt mitten auf dem Weg stehen. Das nächste Auto sollte besonders vorsichtig sein. Normalerweise stellt man den Motor ab, wenn man in die Nähe von Tieren kommt. In solchen Fällen ist es allerdings besser, den Motor laufen zu lassen, um eine schnelle Fluchtmöglichkeit zu haben.

Auf der Suche nach Nashörnern begegnen wir einem Giraffenpaar mit 2 Jungtieren, schätzungsweise drei Monate alt. Zebras mit einem 5 Wochen alten Baby kreuzen die Straße, ein weiterer Elefantenbulle verköstigt sich unter einem Marulabaum. Wir stellen uns an einem Wasserloch in Position, doch auch hier lassen sich keine Nashörner sehen, nur ein paar Hippos tauchen hin und wieder auf.
Ein prächtiger Elefant nähert sich, alter Bulle, Einzelgänger, von der Herde verstoßen. Das alles sieht Matthias auf einen Blick. Der Elefant dreht ab. Wir verlassen das Wasserloch und stoßen auf eine Giraffengruppe und eine Großfamilie von Warzenschweinen.

Ein Leopard duckt sich in’s hohe Gras. Nur die geübten Augen unseres Führers haben ihn wahrgenommen. Wir nicht – schade!

Der Himmel bewölkt sich, so ist die Witterung für uns besser zu verkraften.
Kurze Rast am Picknickplatz Lower Sabie auf eine Tasse Kaffee/Tee. Matthias zeigt uns einen Baum mit vielen Vogelnestern. Erbauer ist der Maskenweber, ein kleiner, dem Spatz ähnlicher Vogel, der in der Paarungszeit ein buntes Federkleid anlegt. Das Besondere an diesen Nestern ist, dass sie solange immer wieder neu gebaut werden, bis das Weibchen sie akzeptiert. Das kann beim 3., 4. oder 5. Mal sein.
Im nächsten Baum hängen kopfüber ca. 50 Flughunde und halten ihren Schönheitsschlaf. Sie sind wesentlich kleiner als ihre australischen Vettern.
Nach diesem kleinen Abstecher fahren wir zu unserem Frühstücksplatz Mlondozie Picnic Spot. Wir kennen ihn von der gestrigen Tour. Er ist wunderschön. Hier haben wir unseren 1. Löwen gesehen; vielleicht haben wir ja noch mal Glück.
Matthias deckt mal wieder liebevoll den Tisch. Man merkt deutlich, dass er viele Jahre in der Gastronomie gearbeitet hat. Er zaubert aus dem Nichts einen Festschmaus. Ein Riesenvorteil für uns:  einen der besten Privatführer vom Krüger Park, der zudem unsere Sprache spricht und gleichzeitig ein Spitzenkoch ist. Heute serviert er Rühreier mit Speck, Tomaten und Käse. Selbstredend gibt es diverse Säfte und exotische Früchte vorneweg. An Marmeladen und Honig mangelt es auch nicht. Wir fühlen uns wie Gott in Frankreich.

Vor und nach dem Frühstück Wildbeobachtung. Kein Löwe in Sicht, auch keine Büffel oder Zebras. Nur die Hippos tauchen hin und wieder auf, und ein Wasserbock lässt sich am Ufer sehen.
Wir haben einen traumhaften Ausblick über das Land. Auf der einen Seite des Wassers Halbsavanne, Ebene, auf der anderen Seite bewaldete Hügellandschaft; geradeaus schweift der Blick in die unendliche Weite.

Irgendwann müssen wir uns losreißen und wieder auf Tour gehen. Eine Impala-Gruppe „Versager“ weidet im Gras. Es sind männliche Tiere. Matthias nennt sie so, weil sie es nie schaffen werden, eine eigene Familie zu gründen. Es gibt zu viel Männchen, die von der Herde ausgestoßen werden und eine Gruppe von Junggesellen bilden. Warum ist ihre Zahl so groß? Weil es zu wenig natürliche Feinde – Löwen – gibt.
Matthias macht uns auf einen Goliathreiher aufmerksam. Der sitzt regungslos auf einem Felsblock im Fluß. Des weiteren beobachten wir einen Schlangenadler beim Angriff auf ein Buschhornbaby. Das Kleine konnte ihm entkommen.
Wir nähern uns dem Skukuza Camp. Hier wollen wir einen kurzen Stopp für eine Besichtigung einlegen. Das Camp verdankt seinen Namen dem eigentlichen Gründer des Krüger Parks, nämlich dem Engländer Steven Hamilton (1902 – 1950). Skukuza heißt: „Der kleine Jäger, der seltsam jagt“. Hamilton war nur mit Bleistift, Papier und Fernglas bewaffnet. Er beobachtete die Tiere und fertigte Zeichnungen von ihnen an.

Ein Denkmal am Eingang des Camps erinnert an die Gründer des Krüger Parks, das aus dem Sabie Wildschutzgebiet entstanden ist. (Hamilton, Krüger und Grobler, dessen Schwiegersohn)

Wir verlassen den Krüger Park durch das gleichnamige Gate. In zweistündiger Fahrt geht es auf direktem Wege nach Nelspruit. In der Stadt legen wir einen kurzen Halt ein. Mandus benötigt einen weiteren Chip für die elektronische Kamera. Er hat fotografiert wie ein Weltmeister, vor allem in den letzten Tagen bei der Krüger Park Safari. Zwar hat sich unser Guide immer lustig gemacht über seine „Mickey Mouse Kamera“ (nicht böse gemeint), aber wir zweifeln nicht daran, dass seine Fotoausbeute sich sehen lassen kann.
Während Mandus im Fotoladen stöbert, nutzen wir anderen die Chance, Amarula-Likör einzukaufen. Wenn die Früchte des Marula Baumes den Elefanten und anderen Tieren so gut schmecken, warum nicht auch den Menschen?

Gegen 15.00 Uhr sind wir zu Hause. Auspacken, schwimmen, relaxen. Es herrscht eine angenehme Temperatur, keine drückende Hitze mehr. Wir sitzen zu viert noch eine Stunde bei Mac und Margret auf der Terrasse, unterhalten uns über die Erlebnisse der vergangenen Tage, lesen, lösen Kreuzworträtsel und sind rundum zufrieden.
Um 18.00 Uhr werden wir zum Abendessen gerufen. Der Tisch ist liebevoll gedeckt und wir werden verwöhnt mit

                        Forellenfilet und Krabben

                        Salatteller

                        Filetsteak

                        Vanilleeis mit heißen Himbeeren

Während des Essens tobt ein Mordsgewitter über uns. Es donnert und blitzt wie verrückt, aber letztendlich reinigt es auch die Luft.

Gegen 21.30 Uhr streichen wir die Segel. Alle sind geschafft. Es war ein langer und ereignisreicher Tag.

 

10.02.2005

Schlafen bis 07.00 Uhr, Bad im Pool,

 

 

duschen, landfein machen.

Ein opulentes Frühstück erwartet uns. Nach einem reichhaltigen Obstteller serviert die Chefin des Hauses Omelette mit Schinken, Käse und Tomaten. Frisch gepresster Saft sowie Tee und Kaffee runden die ganze Sache ab.

Nach dem Frühstück unternehmen wir mit Matthias einen Halbtagesausflug nach KAAPSEHOOP. Dieses malerische Fleckchen Erde war vor vielen Jahren die letzte Hoffnung der Kapburen. Sie wollten dort Gold finden. Das ist ihnen auch gelungen, aber reich sind sie nicht dabei geworden.
Kaapsehoop liegt auf einem Felsplateau in 1850 m Höhe. Riesige Gesteinsbrocken liegen verstreut im Gelände herum. Das sieht gigantisch aus. Wir machen eine kleine Wanderung zum steil abfallenden Rand des Hochplateaus und genießen den herrlichen Ausblick in’s Tal.

 

 

Matthias erzählt ein paar Geschichten aus seinem Leben. Der Mann ist ein Typ Typ, würde Waldemar sagen. Er ist in jungen Jahren schon sehr viel in der Welt herumgekommen, hauptsächlich hat er in der Gastronomie gearbeitet. Mit 27 Jahren war er Pächter der Kongresshalle Böblingen. Da hatte er schon ein Heer von 200 Angestellten und noch mehr Aushilfskräfte unter sich. Erst vor wenigen Wochen hat ihm die Stadt Stuttgart die Pacht der Liederhalle angeboten. Man stelle sich vor, der OB ruft eigens in Südafrika deswegen an. Gibt es in Deutschland tatsächlich so wenig geeignete Leute für diesen Job? Wir wissen es nicht.
Bei Siegfried und Roy war Matthias als Butler tätig. Da hat er viele Berühmtheiten kennen gelernt. Er spricht englisch, französisch, deutsch, africaans. Seine Frau Birgit spricht noch 3 weitere Sprachen, so dass sie als Team unschlagbar sind. Der „Bazillus africanus“ hat ihn schon früh erwischt. Was in den 70er Jahren als Urlaub begann, hat ihn in den 90er Jahren im schwarzen Kontinent sesshaft werden lassen. Südafrika ist seine zweite Heimat geworden.
Sein umfangreiches Wissen über Fauna und Flora im Krüger Park hat er sich in langen Jahren erworben, und nicht nur aus Büchern, sondern aus vielen Gesprächen mit erfahrenen Leuten. Anfangs war er als Angestellter bei renommierten Reiseunternehmen beschäftigt, später hat er sich selbständig gemacht. Er besitzt gemeinsam mit seiner Frau ein wunderschönes Haus mit großem Garten in Nelspruit, wo sie 5 Zimmer vermieten. Der Service ist mit 4 Sterne Hotels vergleichbar. Vorteilhaft für den Urlauber ist, dass alles auf einer sehr persönlichen Schiene abläuft. Der Gast ist absoluter König. Matthias macht auf Wunsch Safaris im Krüger Park, Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung, alles, was das Herz begehrt.

 

 

Auf dem Hochplateau tummeln sich normalerweise Wildpferde, aber heute ist es zu heiß. Sie haben wohl den Schatten gesucht. Den suchen wir nun auch und werden fündig in Kaapsehoop Village in einem traumhaft schönen Gartenlokal. Wir sind die einzigen Gäste. Sehr wenig Tourismus, die Einheimischen kommen nur am Wochenende. Viele Leute leben nicht im Dorf. Es ist eine Idylle für Töpfer, Maler, Lebenskünstler aller Art.

 

 

Jetzt sehen wir auch die Wildpferde. Sie grasen ungestört zwischen den Häusern und ersetzen so den Rasenmäher. Auch das ist Südafrika.

Wir haben uns mit einem schmackhaften Toast und einem eisgekühlten Bierchen gestärkt. Kurz darauf treten wir die Rückfahrt an und sind gegen 15.00 Uhr wieder daheim.
Jeder faulenzt auf seine Weise, der eine im Wasser, der andere im Liegestuhl. Der Nächste liest oder schreibt Ansichtskarten an die Lieben zuhause.

Für 18.00 Uhr sind wir verabredet zum Abendessen außer Haus. Wir fahren mit Matthias zum Pub und genießen ein zartes Filetsteak mit Beilagen. Das Lokal ist gut besucht, und wir müssen eine Weile warten, bis uns ein schattiger Platz im Garten zugewiesen wird.

Ausklang bei einem Glas Wein auf der Terrasse im Hause Schmidt.

 

11.02.2005

Heute soll es nochmals eine Ganztagestour mit verschiedenen Programmpunkten geben. Aber nur, wenn der VW-Bus von Matthias keine Zicken macht. Er hatte gestern unterwegs einen Aussetzer. Wir vermuten ein elektronisches Problem.

Frühstück um 06.45 Uhr. Der Tisch ist – wie immer – reich gedeckt. Um 07.15 Uhr kann es losgehen. Das Auto ist einsatzbereit. Ein befreundeter Mechaniker hat das Problem in aller Herrgottsfrühe gelöst. Es lag wohl an der Benzinpumpe.

Unsere Fahrt führt uns an endlosen Townships vorbei. Die Menschen (Schwarze) leben in armseligen Hütten. Offiziell sind es 3 Millionen, geschätzt 10 Millionen. Die Arbeitslosenrate liegt bei 80 %. Wohin soll das noch führen? Wir sehen viele Schwarze am Straßenrand entlang laufen. Alle suchen eine Beschäftigung, um ein paar Rand zu verdienen. Wer großes Glück hat, sitzt zusammengedrängt auf einem Pick Up und wird zur nächsten Obstplantage gefahren, wo er für einen Tag lang Arbeit findet. Erstaunlicherweise sind auch viele Kinder und Jugendliche auf der Straße, obwohl sie eigentlich in der Schule sein sollten. Was ist der Grund? Seit Abschaffung der Apartheid muß Schulgeld bezahlt werden von der ersten Klasse an. Das können sich nur die wenigsten Schwarzen leisten. So bleibt Bildung den  meisten vorenthalten. Früher waren die ersten fünf Schulklassen gebührenfrei. Jeder lernte lesen und schreiben. Fast möchte man sagen: „es war nicht alles schlecht“, doch das ist natürlich der falsche Ansatz. Wie Südafrika die ständig wachsenden Probleme lösen soll, weiß niemand so recht.

Unsere erste Station ist MOHOLOHOLO (Platz der 1000 Knochen). Hier besuchen wir eine Krankenstation für Tiere aus dem Busch. Für eine Summe von 70 Rand pro Person erhalten wir eine Führung durch das parkähnlich angelegte Gehege. Zurzeit werden hier Löwen, ein vier Monate altes Zebra, 1 Hyäne, 1 Honigdachs, 1 Schwein, wilde Hunde, Adler, Geier, Uhus und viele andere Tiere gepflegt.

Der Ranger geht mit uns auf Tuchfühlung an die Tiere heran. Allerdings trennt uns ein Zaun von den großen Raubkatzen und den wilden Hunden, die überaus gefährlich sind.
Bei den Geiern öffnet er ein Tor zum Gehege. Einige von unserer Gruppe dürfen diese Vögel mit Frischfleisch füttern. Dazu stülpt man sich einen Handschuh über, der den ganzen Arm bedeckt. Fleisch zwischen Daumen und Zeigefinger einklemmen, Arm ausstrecken. Blitzschnell fliegt einer der Geier heran. Die Flügelspannweite beträgt 2.60 m. Da wird der Arm schwer. Sobald der Vogel das Fleisch aus dem Handschuh gezerrt hat, muß man den Arm senken, sonst stürzt sich der nächste Geier auf die vermeintliche Futterquelle. Für mich war das eine ganz neue Erfahrung.

 

 

Matthias hat uns auf der Führung begleitet und alles übersetzt sowie zusätzliche Erläuterungen gegeben. Das war natürlich eine tolle Sache, nicht nur für uns, auch für 3 junge Deutsche, die ebenfalls an der Führung teilnahmen.
Nach einer guten Stunde war alles vorbei. Inzwischen war es mächtig heiß geworden. Drückende Hitze, die im Laufe des Tages über 40 Grad ansteigen sollte.

Wir fahren weiter zum „Garden of Eden“, einer Gärtnerei der besonderen Art. Kaum, dass wir von der asphaltierten Straße abweichen, 2 km einer holperigen Lehmpiste folgen, schon sind wir in einer anderen Welt. Es erinnert stark an einen Dschungel. Riesige Bananenplantagen, mächtige Bäume, herrliche Pflanzen und eine wunderbare Blütenpracht. Matthias kann nicht widerstehen. Er kauft 2 exotische Pflanzen für seinen Garten

Nach einem kleinen Rundgang lassen wir uns im Schatten nieder. Tische, Stühle und Bänke laden zu einer Verschnaufpause ein. Das dazu gehörende Lokal bietet alles, was der hungrige und durstige Gast begehrt. Wir entscheiden uns für eiskalte Cola (Bier) und einen Toast mit Schinken und Käse sowie einem kleinen Salat.

Nach dieser Stärkung im „Dschungel“ brechen wir auf zu Teil 3 – dem Höhepunkt - unserer Tour. Die weißen Löwen warten schon. Wir fahren zu einer abgelegenen Farm, die sich im Privatbesitz befindet. Ins Leben gerufen wurde die Zuchtstation für diese seltene Tierart von Siegried und Roy. Sie haben in früheren Jahren das Projekt großzügig finanziell unterstützt. Aber heute läuft in dieser Beziehung nichts mehr. Das bedeutet, dass die Farm über kurz oder lang schließen muß. Die Söhne der Eigentümerin verfolgen andere Interessen.
Für 50 Rand pro Person bekommen wir eine Führung im offenen Landrover geboten. Matthias opfert sich uns zuliebe und macht trotz der gnadenlosen Hitze die Tour als Begleiter mit. Seine Übersetzungen und Erklärungen sind – wie immer – von unschätzbarem Wert. Er weiß weitaus mehr über die weißen Löwen als der Tourguide. Aber fairerweise muß man sagen, dass dieser junge Mann nur der Ersatzmann vom Ersatzmann ist. Er spielt sozusagen in der dritten Liga.
Die Könige der Tierwelt sind prächtig anzuschauen. 36 weiße und 39 braune Löwen leben in großen Freigehegen, in die wir mit unserem Auto hineinfahren. Wieder einmal sind wir auf Tuchfühlung mit den Großkatzen. Das ist ein tolles Gefühl, denn auch diese Tiere sind keine Schmusekatzen, sondern nach wie vor unberechenbare Raubtiere.

 

       

 

Ca. 1 Stunde dauert unsere „Safari“. Danach erholen wir uns erst mal im Schatten großer Bäume. Matthias zeigt uns einen Affenbrotbaum (Baobab) in der Anlage. Dazu erzählt er uns eine nette Story:

Dem Affenbrotbaum hat es in seiner gewohnten Umgebung nicht mehr gefallen. Er hat sich ständig beklagt und herumgejammert. Mal war es ihm zu heiß, dann wieder zu kalt, Mal regnete es zu wenig, mal zu viel. Nichts konnte man ihm recht machen. Irgendwann wurde des dem großen Schöpfer ENKAY zuviel. Zur Strafe hat der den Baum mit den Wurzeln aus dem Erdreich gerissen und ihn umgekehrt wieder in den Boden gerammt. Die Wurzeln ragen seitdem in den Himmel, und der Baobab wächst in die Breite.

Mittlerweile ist es früher Nachmittag geworden. Wir machen uns auf den Heimweg. Vorbei geht’s an vielen privaten Wildschutzgebieten. Wer sich hier in einer Lodge einmietet, muß mit Übernachtungspreisen zwischen 260.-- und 1100.-- € rechnen – der helle Wahnsinn!
Am Spätnachmittag entlädt sich ein Mordsgewitter über uns. Teilweise fallen die Ampeln aus. Chaos auf den Straßen. Wieder sind Unmengen von Schwarzen auf dem Fußmarsch.

 

 

Sie legen täglich Strecken von 10 km und mehr zurück für einen Job oder auch nur die Aussicht auf Arbeit. In diesem Zusammenhang lässt Matthias einen klugen Spruch fallen:

„Die Schwarzen in Südafrika sagen: wir tun so, als ob wir arbeiten, und sie (die Weißen) tun so, als ob sie uns dafür bezahlen.“

Gegen 17.30 Uhr treffen wir im Haus Schmidt ein. Leider ist ein Bad im Pool unmöglich, weil es immer noch heftig gewittert. So behelfen wir uns mit einer kalten Dusche. Die mörderische Hitze und drückende Schwüle hat uns geschafft. Wir haben keine große Lust mehr, zum Abendessen in die Stadt zu fahren. So bleiben wir zu Hause und essen nur eine Kleinigkeit aus der Schmidt’schen Küche. Da wir uns nicht zum Essen angemeldet hatten, können wir nichts Großartiges erwarten. Das tun wir auch gar nicht. Ein Käse- sowie ein Schinkenbrot reichen vollkommen aus. Dazu trinken wir ein gut gekühltes Bier.
Gegen später kommen noch 6 Übernachtungsgäste. Wir sitzen alle an einem Tisch und unterhalten uns lebhaft bei einem Glas Wein.

Es wird sehr, sehr spät…

 

12.02.2005

Heute ist Samstag, unser letzter Urlaubstag in Südafrika. Viel wollen wir nicht mehr unternehmen. Entspannung und süßes Nichtstun stehen im Vordergrund.
Eine Runde im Pool und ein Frühstück nach Art des Hauses bringen uns auf Trab. Gegen 10.30 Uhr fährt Matthias uns in die City, wo er uns um 15.00 Uhr wieder abholen will. Wir besuchen die Riverside Mall und verlustieren uns in klimatisierten Räumen. So lässt es sich aushalten. Draußen herrscht jetzt schon eine Affenhitze. Um allen Risiken aus dem Weg zu gehen, lassen wir die Kreditkarten im Safe. Das sollten wir noch bereuen. Wir machen unsere 80.-- $ flüssig und erhalten 420.-- Rand dafür. Dieses Barvermögen benötige ich für die letzten Einkäufe. Ein Duschtuch mit wilden Tieren sowie eine CD mit afrikanischer Musik geht in mein Eigentum über. Das Geld reicht außerdem für eine Einkehr in’s Cafè und diverse Einkäufe (süße Stückle) zum Nachmittagskaffe und Abendessen daheim. So weit so gut. Doch jetzt komme ich noch mal auf die Kreditkarten zu sprechen. Warum wir es sehr bedauert haben, dass wir sie im Safe ließen. Das geschah wohl aus gutem Grund, denn die Kriminalität hierzulande ist besorgniserregend. Wir haben in den wenigen Stunden, die wir beim Shopping verbrachten, einen Diebstahl am Rande miterlebt. Der Täter hatte eine Ladenkasse im Supermarkt ausgeraubt. Aber er kam nicht weit. Es wimmelt dort von Security-Leuten. Nach 100 m hatten sie ihn schon geschnappt. Wie verzweifelt muß man sein, um solch ein aussichtsloses Unternehmen zu wagen? Es erübrigt sich wohl zu erwähnen, dass der Dieb ein Schwarzer war.

Jetzt bin ich vom Thema abgekommen. Zurück zur Kreditkarte. Gleich zu Beginn unseres Einkaufbummels sind wir über einen Radladen gestolpert. Da hing doch tatsächlich ein Bike Shirt in den Farben und mit dem Aufdruck von South Africa im Schaufenster. Ich konnte die Augen nicht davon abwenden. Rein in den Laden, Preisermittlung. Leider mussten wir feststellen, dass unser Bargeld nicht ausreichte. Mist!!!  Kurze Beratung. Was tun? Anruf im Haus Schmidt. Matthias möchte bitte unsere Kreditkarte aus dem Safe holen und bei unserer Abholung mitbringen. Das geht in Ordnung. Zurück zum Radladen, Trikots anprobiert, sie passen. Wir lassen sie zurücklegen; alles kein Problem. Als Matthias auf den Parkplatz rollt, rennt Mandus mit der Kreditkarte durch die Ladenpassage. Das hat ihn verdächtig gemacht. Er wird von einem Sicherheitsmann angehalten und gefragt, warum er es so eilig habe. Kurze Erklärung, der Mann ist zufrieden und Mandus kann endlich die Trikots abholen. Wir freuen uns wie die Schneekönige.

Am Nachmittag Kaffee/Tee auf der Terrasse mit Apfeltaschen und Rosinenschnecken. Zeit genug zum Schwimmen, Faulenzen, Lesen und Bericht schreiben.

Abends werden die Koffer gepackt. Danach lassen wir uns zum  gemeinsamen Abendessen nieder. Bei einer letzten Flasche Wein lassen wir die Erlebnisse der letzten Tage an uns vorüber ziehen. Wir sind alle der Meinung, dass es eine ereignisreiche und schöne Zeit war.

13.02.2005

Letzte Runde im Pool; Frühstück 08.30 Uhr. Nun genießen wir die warmen Sonnenstrahlen und die Ruhe vor dem Sturm. Ein Abschiedsfoto im Garten – schon geht’s los.

Wer auch einmal hier her möchte, wir können es nur wärmstens empfehlen: 

www.haus-schmidt-in-afrika.de   email: info@haus-schmidt-in-afrika.de

 

 

Wir drängen auf zeitige Abfahrt zum Airport, denn morgens hatte das Auto wieder einen Aussetzer. War wohl doch nicht die Benzinpumpe. Was uns Sorge macht, ist die Tatsache, dass am Sonntag kein Taxi fährt in Nelspruit, kaum glaublich, aber wahr.

 

 

Auf der Fahrt zum Flughafen keine Probleme. Wir sind kurz nach 13.00 Uhr vor Ort. Einchecken geht ratzfatz, es ist nix los.

Um 14.15 Uhr startet der Flieger der South African Airlines und landet in Johannesburg um 15.00 Uhr. Nun haben wir massig Zeit. Weiterflug nach London erst um 20.15 Uhr.

Gepäck abholen und erneut aufgeben. Das geht trotz der Menschenmassen relativ schnell. Nachdem das erledigt ist, habe ich noch 50.-- Rand Steuererstattung von diversen Einkäufen erhalten. Unser restliches Guthaben beläuft sich auf 175.-- Rand. Das wird beim Essen auf den Kopf gehauen; Steak, Pommes frites und Salat sowie ein Bier. Wir bummeln durch die Duty free Shops und vertreiben uns die Zeit beim Stöbern in diversen Andenkenläden.

Endlich können wir an Bord der Maschine gehen (Boing 747 400). Der Flug verläuft ohne Probleme. Wir landen in London um 05.40 Uhr Ortszeit. Inzwischen schreiben wir den 14.02.2005.

Weiterflug planmäßig um 07.10 Uhr. Aber British Airways wäre nicht British Airways, wenn das tatsächlich reibungslos funktionieren würde. Es gibt mal wieder technische Probleme. Das kennen wir schon vom Hinflug. Nach langer Wartezeit in der Maschine werden wir ausgeladen. Reparatur auf die Schnelle nicht möglich. Eine Ersatzmaschine wird zur Verfügung gestellt. Ein ständiges Hin und Her, schon wieder durch die Passkontrolle, auch das Handgepäck wird erneut durchleuchtet. Uns reicht’s!

Um 10.30 Uhr deutscher Zeit sitzen wir wieder in der Maschine. Normal wären wir bereits am Ziel. Aber was ist schon normal? Ziemlich gerädert und übermüdet landen wir um 12.00 Uhr in Stuttgart. Die Heimat  - und damit der Winter - hat uns wieder.

 

Schlusswort:

Diese Reise hat uns Erholung, neue Freunde, viele schöne Erlebnisse und unvergessliche Eindrücke gebracht.

Ob Kapregion oder Mpumalanga, beide Landschaften haben beeindruckende Charaktereigenschaften und ihren besonderen Reiz. Während am Kap der europäische Einfluss überwiegt, durften wir im „Land der aufgehenden Sonne“ ein kleines Stück echtes Afrika erleben. Wir haben eine Vorstellung davon bekommen, wo es auf diesem Planeten noch einen Hauch von Freiheit und Abenteuer gibt.

Matthias, unser Tourbegleiter, gibt uns zu diesem Thema folgendes mit auf den Weg:

 

Freiheit und Abenteuer

 

Der Freiheit der Tiere, denen der Mensch hier nicht mit Fallen und Flinten zuleibe rückt, steht das Abenteuer, Augenzeuge dieser Freiheit zu sein, gegenüber.
Wer einmal in Afrika war, den hat der „Bazillus africanus“ gepackt. Er kommt immer wieder oder er träumt sein Leben lang von diesem Land, von dem die Massai sagen: „Es ist dem Himmel so nah“.

 

 

 

Text:   Christa Lühning

Fotos: Amandus Lühning

An den Anfang: Africa Bericht

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